Konzertrückblick 2022

Montag, 05. September 2022

Halle 6 - Raum für Zeitgenössische Kunst aller Sparten

Will Guthrie, Schlagzeug & Perkussion

Will Guthrie

Will Guthrie ist ein australischer Schlagzeuger/Perkussionist, der in Frankreich lebt, und den wir auf dem diesjährigen Ulrichsberger Kaleidophon-Festival mit seiner neunköpfigen Perkussion-/Gamelan-Gruppe Ensemble Nist-Nah erlebt haben.

Will Guthrie machte sich zunächst in der australischen Jazzszene einen Namen und etablierte sich schon in jungen Jahren als bedeutende Persönlichkeit. Er gewann 1997 die Wangaratta National Jazz Awards für Schlagzeug und trat mit vielen der berühmtesten Jazzmusikern Australiens auf.

In den letzten zehn Jahren entwickelte er eine Reihe von Solowerken für Schlagzeug, die von einer radikalen Zielstrebigkeit geprägt sind – von unerbittlichen rhythmischen Übungen bis hin zu erdbebenartigen Erkundungen der Bassfrequenzen von Gongs und anderen Schlaginstrumenten aus Metall.

In der überfüllten Welt des Free Jazz/Improv Percussion unterscheidet sich Will Guthries Werk von der reduziert-pointillistischen Herangehensweise vieler europäischer Improvisatoren durch seine rhythmische Raffinesse, unverschämte Virtuosität und durch eine unbestreitbare Körperlichkeit, die Aspekte der Weltmusik - von javanischem Gamelan bis hin zu südindischer karnatischer Musik - berührt.

Das Einstein Kultur macht Sommerpause. Daher sind wir mit diesem Konzert - zum ersten Mal - in der Halle 6 bei Colin Gilder zu Gast. Diese Bühne passt ideal zur präsentierten Musik.

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Freitag, 24. Juni 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

McPhee - Edwards Duo

McPhee - Edwards Duo

John Edwards, Bass
Joe McPhee, Saxofon, Trompete

Eine der Sternstunden in der langjährigen Geschichte des Festivals artacts in St. Johann in Tirol gab es 2019 – in dieser Duobesetzung war es damals sogar eine Weltpremiere: Joe McPhee & John Edwards begeisterten bei ihrem Auftritt mit Spiritualität und enormem Spielwitz zugleich.

Wir freuen uns, dieses Ereignis nun auch hier in München, in einem Offene Ohren e.V.- Konzert neu miterleben zu können.

Der legendäre afroamerikanische Trompeter und Saxofonist Joe McPhee feierte bereits seinen 82. Geburtstag. Er zeigt noch immer - mittlerweile zwei Generationen Jüngeren - wo der Hammer hängt – zumindest was Spiritualität und Emotionalität des musikalischen Ausdrucks betrifft.

Seit den späten 60ern prägt er die kreative und freie Jazzszene entscheidend und nachhaltig mit. Sein emotional zutiefst berührend vorgetragenes Spiel, seine komplexen Kompositionen und musikalischen Konzepte sichern ihm einen Sonnenplatz in der Historie der Jazzmusik.

Bei unserem Jubiläumskonzert im Duo mit Paal Nilssen-Love im Mai 2019 konnte man sich davon auch selbst mitreißen lassen.

Nun kommt er zurück in den MUG, diesmal mit einem der aktuell gefragtesten Bassisten des freien Spielstils – und bereits so etwas wie ein Stammgast des Offene Ohren e.V. – John Edwards. Der Brite scheint seit Jahren schon das Wort Brexit neu zu definieren, seine zahllosen Reisen zu Festivals und in die Clubs in ganz Europa und dem Rest der Welt ehren ihn als einen der ganz Großen des Genres. Neben Joe McPhee zählen weitere Größen wie John Butcher, Phil Minton, Roger Turner, Sunny Murray oder Louis Moholo Moholo zu seinen Spielpartnern.

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Freitag, 10. Juni 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Max Johnson Trio

Max Johnson Trio

Anna Webber, Saxofon, Flöte
Max Johnson, Bass
Michael Sarin, Schlagzeug

Der US-Amerikaner Max Johnson, virtuoser Kontrabassist und Komponist, präsentiert (mit coronabedingter Verzögerung) nun endlich auch im MUG sein neues Trio mit Anna Webber (Saxophon, Flöte) und Michael Sarin (Schlagzeug).

Ihre Musik ist eine Melange aus Neuer Kammermusik, freier Improvisation und traditionellem Jazztrio-Sound. Sie haben mit Künstlern wie John Zorn, Anthony Braxton, Mark Dresser, Jen Shyu, William Parker und Simon Nabatov zusammengearbeitet.

Dieses Projekt fokussiert auf den individuellen Stil und die Erfahrung jeder dieser drei einzigartigen Stimmen, die sie in diese atemberaubende Musik einbringen. Musikbeispiele des Trios gibt es auf Youtube.

"Max Johnson ist einer der produktivsten und vielseitigsten Musiker/Komponisten der heutigen Musik" [Brad Cohan, New York City Jazz Record]

Über die aus Kanada stammende Komponistin, Saxofonistin und Flötistin Anna Webber, schrieb der Musikkritiker Peter Margasak (chicagoreader.com) bereits 2014: Die Reedistin Anna Webber [...] ist eine der aufregendsten Neuzugänge der New Yorker Avantgarde-Jazzszene der letzten Jahre. [...].
Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. Im Jazz Podium erschien erst 11.2021 (S. 7ff) ein lesenswertes Portrait von ihr.

Der US-Amerikaner Michael Sarin zählt seit 25 Jahren zum Kern der genreübergreifenden New Yorker Jazz- und Improvisationsszene. Seine Vielseitigkeit und sein musikalischer Witz trugen dazu bei, langjährige Kooperationen mit zukunftsweisenden Künstlern wie Thomas Chapin, Dave Douglas, Myra Melford, Ben Allison und David Krakauer zu knüpfen.

"Offene Ohren goes Jazz" könnte man lapidar dieses Trio-Konzert überschreiben, wenn es denn stimmen würde. Im Gegenteil: es dürfte wieder einmal klar werden, wie eng es in jeder Schublade ist, egal was man drauf schreibt. Es wird spannend!

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Samstag, 28. Mai 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Shoji Hano - Hans Peter Hiby Duo

Shoji Hano - Hans Peter Hiby Duo

Hans Peter Hiby, Tenorsaxofon
Shoji Hano, Schlagzeug

Shoji Hano ist ein energiegeladener Schlagzeuger zwischen Jazz, Rock, Improvisation, traditioneller japanischer Musik, und er entwickelte auch seinen eigenen, persönlichen Stil, basierend auf den Konzepten des Shintaido. Seine ersten Schlagwerk-Erfahrungen machte er bereits im Alter von vier Jahren, als er beim Kokura Trommelfestival eine traditionelle japanische Trommel spielte. Mit 15 begann er, Western Drumset zu spielen. Ungefähr zu dieser Zeit begann er auch Jazz zu hören und das Schlagzeugspiel von Jazzmeistern wie Max Roach, Art Blakey und "Philly" Joe Jones zu studieren. Ab den 90er Jahren hatte er Kontakt zur FMP-Szene in Berlin und tourte oft durch Europa und USA, zum Beispiel als Duopartner von Peter Brötzmann, mit dem er auch drei Duo-Alben veröffentlichte.

Im MUG spielt er im Duo mit Hans Peter Hiby.
Lange war es ruhig um diesen Saxofonisten. Seit 2015 ist Hans Peter Hiby nach einer langjährigen Pause wieder zurück. Mit seinem Trio Hiby-Bardon-Hession nahm er die vielgelobte CD Roots (Not Two Records, 2017) auf und spielte mit diesem Trio in den Jahren 2016 bis 2019 viele erfolgreiche Konzerte in England und Deutschland.

Hans Peter Hibys Kontinuität bei der Weiterentwicklung seines eigenen Sounds verschaffte ihm das Gehör Peter Brötzmanns, der ihn daraufhin 2018 zu einem erfolgreichen und ausverkauften Duo Konzert in Wuppertal einlud.

Seit den 80iger Jahren arbeitete er in den verschiedensten Besetzungen und immer wieder im Duo mit Schlagzeugern wie beispielsweise Paul Hession, Martin Blume, Louis Moholo, mit denen er immer wieder neue musikalische Ideen entwickelte und im Zusammenwirken Grenzen überschritt.

Nun trifft er auf einen der bekanntesten japanischen Schlagzeuger: Shoji Hano. Das Duo Hans Peter Hiby – Shoji Hano verspricht High-Energy Free Jazz erster Güte.

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Montag, 16. Mai 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

FLAMINGO

Flamingo

Adam Pultz Melbye, Bass
Christian Windfeld, Snare Drum&Objects
Chris Heenan, Kontrabass-Klarinette

Auch das Trio Flamingo sollte bereits im letzten Jahr bei uns spielen. Mit einem Jahr Verspätung soll es nun klappen:

Die ungewöhnliche Besetzung mit Kontrabassklarinette, kleiner Trommel und Kontrabass in Kombination mit einer minimalistischen und texturorientierten Ästhetik gibt Flamingo seinen charakteristischen Sound.

Das Trio erkundet engmaschige Klangwelten, die sich langsam entwickeln und reich an Details und innerer Dynamik sind. Zeitweise an der Hörschwelle, dann wieder in intensiven, vielschichtigen Soundgewittern, erschafft die Musik von Flamingo einen virtuellen poetischen Raum, in dem das reine und intensive Klangerlebnis auf die zeitlose Stille trifft.

Flamingo ist auf Festivals und Veranstaltungsorten in Dänemark, Deutschland, Österreich und den USA aufgetreten und hat Alben auf Relative Pitch, Lydhør und Barefoot Records veröffentlicht. 2017 beendete das Trio eine Residency in der Kunsthal Nord in Aalborg, Dänemark, bei der sie in einem Monat 72 Konzerte spielten und ebenso viele 3D-gedruckte Skulpturen erstellten. Dieses Projekt mit dem Namen "Every Vessel records and dramatises the history of its manufacture" war eine einzigartige und hochmoderne Multimedia-Installation, die Live-Performance, Bewegungs- und Gesten-Tracking, maschinelles Lernen und 3D-Druck integrierte, um eine visuelle Darstellung von Musik und ihrer Umgebung zu schaffen.

Der Text zu ihrer CD Loud (Mai 2018): "Gemastert von Werner Dafeldecker, ist die reiche Qualität des Klangs in virtuellen Abschnitten zu hören, während sich die Band aufbaut und in die Nähe der Stille abklingt und neue Klanglandschaften auf intuitive und informierte Weise entwickelt. (...) Die Musik entfaltet sich mit Geduld, und der Hörer findet sich in Klangwirbeln eingehüllt oder allein in einer dunklen Passage, inder unbestimmte Hindernisse und Ereignisse auf ihn warten. Unheimlich und allumfassend, ein äußerst interessantes Album." http://www.squidco.com/

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Dienstag, 19. April 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

SWQ - Sandra Weiss Quintet

SWQ

Jonathan Moritz , Sopran-, Tenorsaxofon
Sandra Weiss, Altsaxofon, Fagott
Carlo Costa, Schlagzeug
Sean Ali, Bass
Kenny Warren, Trompete

Sandra Weiss ist eine Schweizer Altsaxofonistin und Fagottistin. Ihr Quintett, das während eines Aufenthalts in Brooklyn entstanden ist, besteht aus Jonathan Moritz (Sopran- und Tenorsaxofon), Kenny Warren (Trompete), Sean Ali (Bass) und Carlo Costa (Schlagzeug).

SWQ ist eine Reise in das weite Universum des Klangs, bei der man gleichsam von einer Klangwoge assimiliert wird, die sich beständig in verschiedene Formen, Farben, Intensitäten und Dichten weiterentwickelt.

Die Instrumente sind die Quelle einer Vielzahl von Klängen und Geräuschen, die nicht unbedingt als Saxophon, Fagott, Trompete, Bass oder Trommel erkennbar sind.

Diese Instrumentierung lässt auf eine konventionelle Jazzgruppe schließen, aber diese Illusion endet mit der ersten Note. Das Hauptaugenmerk liegt weniger auf einer Melodielinie als vielmehr auf den Details der Klänge, die zum zentralen Element der Musik heranwachsen. [...] All dies ist unterlegt von einer je nach Stück variierender Grundkraft, die jedoch plötzlich einen unerwartete Eigendynamik entwickeln kann, ohne dass eine konventionelle Musiklinie auftritt.“ [Stuart Broomer, The New York City Jazz Record April 2016 / orig. englisch]

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Sonntag, 03. April 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Harnik - Swell Duo

Harnik-Swell Duo

Elisabeth Harnik, Piano
Steve Swell, Posaune

Das Duo Harnik-Swell fand 2019 zusammen, wurde aber im darauffolgenden Covid-19-Jahr schlagartig in Warteposition gesetzt. Aber jetzt sind sie zurück und können ihre zweite Europatournee machen.

Steve Swell ist schon seit Jahren einer der vielseitigsten und gefragtesten Musiker, den die New Yorker Downtown-Szene hervorgebracht hat. Beständig hinterfragt er die Parameter, wie eine Posaune gespielt werden sollte und ist gleichermaßen im Free Jazz, in der zeitgenössischen E-Musik wie im Blues zu Hause.

Elisabeth Harnik, eine Generation jünger, hat sich schon lange aus der österreichischen in die erste Linie der internationalen Improvisationsszene gespielt. Obwohl sehr vielseitig unterwegs, vom Solospiel bis zur prägenden Pianostimme in Großensembles, scheint ihr bevorzugtes musikalisches Setting das Duo zu sein. Zu den Partnern zählen Joelle Leandre, Andrea Centazzo, Alison Blunt, Frank Gratkowski, und nun eben: Steve Swell.

Mit Tonotopic Organization sind die ständig überraschenden improvisatorischen Statements überschrieben.

Die Theorie der Tonotopie ist – trocken wissenschaftlich betrachtet– ein neurobiologischer Erklärungsversuch der mehrstufigen Umwandlung gehörter Sounds in elektrische neuronale Impulse.

Gut, dass es die Musik dieses Duos gibt: In ständigem Dialog werden diese komplexen Prozesse zu einem organischen Flow transformiert, wobei der Tonos, oder die Spannung, ständig dafür sorgt, dass der Topos, der musikalische Raum, den die beiden ständig weiterentwickeln, hinter jeder Ecke eine neue Überraschung bereithält.

Jedenfalls ist eines sicher, beim Auftritt dieser beiden Improvisationsmusiker braucht es vor allem eines: Offene Ohren!

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Donnerstag, 31. März 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Jones Jones

Jones Jones

Vladimir Tarasov, Perkussion
Larry Ochs, Sopranino-, Tenorsaxofon
Mark Dresser, Bass

Drei langjährige Meister der improvisierten Musikwelt — Mark Dresser, Larry Ochs und Vladimir Tarasov — verbünden sich in Jones Jones zu einem Trio, das niemanden kalt lässt. Ihre Musik changiert zwischen Meditativem und Explosivem, immer aber mit dem ganz persönlichen Touch jedes Einzelnen in dieser Band.

Das erste Konzert 2006 in der San Francisco Bay Area war eine Initialzündung für mittlerweile 15 Jahre kollektiver Klangforschung dreier Musiker, deren Hör- und Reaktionsfähigkeit bei jedem Trio-Konzert zur Geltung kommt.

Supergroup ist alte Rockmusik-Terminologie. Niemand in Jones Jones sieht sich selbst so. Nichtsdestotrotz war jeder dieser Musiker in wichtigen Ensembles außerhalb dieses Trios an kritischer, wegweisender Musik beteiligt: u.a. im klassischen Anthony Braxton Quartet (Braxton, Crispell, Dresser, Hemingway), dem Rova Saxophone Quartet (Ochs, Ackley, Raskin, Voigt) oder dem Ganelin Trio (Ganelin, Tarasov, Chekasin). Es kann nicht genug betont werden, wie bahnbrechend diese drei Ensembles der frühen 1980er für die Entwicklung der post-innovativen Welle des Avantgarde-Jazz heute sind.

Dresser, Ochs und Tarasov sind mit Jones Jones keine Rückbesinnung auf vergangene Glanzzeiten. Sie bewohnen unser Jahrtausend als zeitgenössische globale Nomaden. Sie alle haben ein Zuhause, aber sie haben sich für das Reisen entschieden. [--> Steve Day review of The Moscow Improvisations in SandyBrownJazz.co.uk]

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Donnerstag, 10. März 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Sestetto Internazionale

Sestetto Internazionale @ Zoglau

Achim Kaufmann, Piano
Ignaz Schick, Turntables, Elektronik
Harri Sjöström, Sopransaxofon
Phil Wachsmann, Violine
Veli Kujala, Akkordeon
Gianni Mimmo, Sopransaxofon

Das Sestetto Internazionale ist ein Sextett mit einer sehr ungewöhnlichen Instrumentierung. Es bringt einige der innovativsten Stimmen der aktuellen Improvisationsszene zusammen.

Es war der finnische Saxophonist Harri Sjöström, der 2015 diese Gruppe für eine Tournee durch Finnland zusammenstellte. Die Urbesetzung zelebrierte vor etwas über drei Jahren an gleicher Stelle einen wahrlichen Höhepunkt unserer Konzertaktivitäten.

Nach dem durchschlagenden Erfolg seines gemeinsam mit dem Offene Ohren e.V. organisierten Festivals Soundscapes #3 im Neuen Schwere Reiter bringt er das Sestetto in neuer Besetzung zurück ins MUG: Statt Alison Blunt werden wir mit Phil Wachsmann einen weiteren Star der SoundScapes, und einen alten "Freund des Hauses" begrüßen können.

Brillantes Zusammenspiel, verblüffende Stimmführungen und Deklinationen von Tonnuancen sind die Charakteristika des Sestetto Internazionale. Zu erwarten sind faszinierend einfallsreiche, lebhafte und feinsinnige Instant-Kompositionen, zeitgenössische Anmutungen, raffinierte Erzählungen, detailgenaue Soundscapes(!) und kammermusikalische Eleganz in einer mitreißenden Performance.

Der Bayerische Rundfunk hat das Konzert 2019 live mitgeschnitten. Wer sich einstimmen will: Hier ist das komplette Konzert zu bekommen, als CD oder Digitales Album LIVE IN MUNICH 2019 - Sestetto Internazionale: https://harrisjostrom.bandcamp.com/album/live-in-munich-2019-2.

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Sonntag, 13. Februar 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Bows & Arrows

Bows&Arrows

Michel Doneda, Sopran-, Sopraninosaxofon
Philippe Lemoine, Tenorsaxofon
Simon Rose, Baritonsaxofon

Mit Sopran-, Tenor- und Baritonsaxofon wird fast die ganze Bandbreite dieser Holzblasinstrumentengruppe auf der Bühne des MUG stehen. Bows & Arrows nennen sich die drei Soundforscher aus Frankreich und England. Wir werden ein perfektes Beispiel nicht-idiomatischer kollektiver Improvisation erleben, welches sich Vorhersagen entzieht.

Neben unserem immer wieder gerne begrüßten Gast aus Frankreich, dem Sopransaxofonisten Michel Doneda, heißen wir zum ersten Mal die beiden anderen Triomitglieder willkommen: Simon Rose, Saxofonist, Autor und Musiktheoretiker (2017: The Lived Experience of Improvisation), Brite und Wahl-Berliner, sowie ebenfalls aus Frankreich, Philippe Lemoine, seit den 90er Jahren aktiv in der experimentellen und zeitgenössischen Jazz- und Inprov-Szene.

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Mittwoch, 02. Februar 2022

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Werckmeister

Werckmeister

Carl Ludwig Hübsch, Tuba
Markus Eichenberger, Klarinetten
Etienne Nillesen, extended Snaredrum
Philip Zoubek, Analog-Synthesizer

Mit Klarinetten, Tuba, Synthesizer und Snaredrum ist Werckmeister ein recht ungewöhnlich besetztes Quartett. Der Namensgeber des Ensembles war ein Musiker und Musiktheoretiker, der im 17.Jh. lebte und damals seine Abhandlung "Musicalische Temperatur" veröffentlichte. Damals wie jetzt geht es um Stimmungen der Instrumente, und dem Zuhörer eröffnet sich eine ausgeprägt klangliche, feinfühlige akustische Welt.

Alle vier "Werckmeister" waren bereits in anderen Gruppen bei uns: Philip Zoubek im Duo mit Paul Hubweber (damals als Pianist), Markus Eichenberger im Extended Duo mit Daniel Studer und Axel Dörner, Etienne Nillesen zuletzt im Trio Cajlan-Wissel-Nillesen, sowie einer unserer "Dauergäste": Carl Ludwig Hübsch, im vergangenen Jahr mit "Diaphane" sowie als Co-Leader des MJO in der Black Box am Gasteig.

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Konzertrückblick 2021

Donnerstag, 25. November 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Denzler-Gerbal Duo – Sbatax

Denzler-Gerbal Duo

Antonin Gerbal, Schlagzeug
Bertrand Denzler, Tenorsaxofon

Bertrand Denzler und Antonin Gerbal arbeiten seit 2011 zusammen, unter anderem in den Gruppen Zoor, Denzler-Gerbal-Dörner, Protocluster, Remote Resonator, ONCEIM. Seit 2012 spielen sie auch als Duo.

Ihr aktuelles Projekt Sbatax ist die Momentaufnahme eines hochenergetischen musikalischen Flusses – treffender wäre eigentlich zu sagen, die musikalische Umsetzung eines reißenden Stroms.

Elementare Naturgewalten sind aber nur die halbe Wahrheit: Geschwindigkeit, Muster und fragmentarische Motive werden miteinander verflochten, überlagert, modifiziert und erneut injiziert, um Soundzyklen und Spiralen zu erzeugen. „Was kommt jetzt?“ ist die unausgesprochene Frage, die den Zuhörer konstant auf der Stuhlkante balancieren lässt.

Oder, wie es Stef Gijssels im freejazzblog.org ausdrückte: «This is high energy power music.»

Ende August 2020 ist (nach Heretofore, 2015) ihre zweite CD Sbatax bei Umlaut Records erschienen.

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Sonntag, 21. November 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

KUZU – Dave Rempis Trio

KUZU

Dave Rempis, Saxofone
Tyler Damon, Schlagzeug
Tashi Dorji, Gitarre

„Hartgesotten, aber geduldig - so beschreibt Dave Rempis das Trio KUZU, das im Herbst 2017 zusammenfand.

Der Saxofonist Dave Rempis, eine fixe Größe der Impro-Musikszene in Chicago, arbeitete damals sowohl mit Tashi Dorji (Gitarre) als auch mit Tyler Damon (Schlagzeug/Perkussion) jeweils einzeln im Rahmen einer langen Solo-Tournee durch die USA.

Tashi Dorjis und Tyler Damons Arbeit als Gitarre-Perkussion-Duo hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Namen gemacht. Deren raffinierter Sound changiert beständig zwischen improvisierter Musik, Industrial Rock und einer Vielzahl noch undefinierter musikalischer Territorien.

Die Einbindung von Dave Rempis in diesen Kontext war ein logischer nächster Schritt: Damit eröffnete sich eine unglaublich frische Sicht auf die Möglichkeiten, die der spontanen Komposition innewohnen.

Musikalisch erzeugen diese drei eine hochgradig fokussierte Klangpalette. Elemente kalligrafischer Strenge wechseln sich ab mit absichtslos scheinenden Gedankensprengseln, die sich unversehens zu einem  unaufhaltsamen Energie-Tsunami aufbauen können. Diese Wellen sind jedoch nie impulsiv oder ungestüm um ihrer selbst willen, sie entwickeln sich stets fließend, logisch und geduldig aus einfachen und klar definierten Quellen.

Dave Rempis' Vorliebe für pentatonische Melodien und raue und trommelnde Klangfarben verbindet sich nahtlos mit Tashi Dorjis fettem, rohem Klang und einzigartigem Ansatz zur Intonation, gestützt durch Tyler Damons schnelles und dennoch kraftvolles Schlagzeugspiel – um eine Musik zu produzieren, die zu jedem Zeitpunkt den Spannungsbogen ihrer musikalischen Erkundungen hält, ohne jemals seine Koordinaten zu verlieren.

In dieser Musik ist die gegenseitige Vertrautheit der Musiker zu spüren, wie sie sich nur in langen gemeinsamen Touren kreuz und quer durch die USA entwickeln kann. Ihre fünfte CD All Your Ghosts In One Corner ist Anfang Oktober 2021 bei Aerophonic Records erschienen. Ihr Europa-Debüt führt sie im November im Rahmen einer 17-Konzerte-Tournee auch nach München.

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Dienstag, 16. November 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Dieses Konzert ist Teil der Konzerttrilogie Aspekte freier Improvisation 2021

Steve Beresford Double Trio
      & Blume + Houtkamp
      & Gratkowski + Tramontana

Steve Beresford Special @ MUG

Steve Beresford, Piano, Objekte
Frank Gratkowski, Holzblasinstrumente
Luc Houtkamp, Saxofone
Sebastiano Tramontana, Posaune
Martin Blume, Schlagzeug

Auch Improvisation hat seine Geschichte, seine Wurzeln und seine Erfahrungen. Spontaneität will wohl überlegt sein, so sagt schon ein wohlbekanntes Oxymoron. Daher feiert der Offene Ohren e.V. das Lebenswerk eines der konsequentesten und radikalsten, gleichzeitig aber auch humorvollsten und leider viel zu unterbewerteten Improvisatoren des 20./21.Jahrhunderts, des Engländers Steve Beresford.

An diesem Abend soll gezeigt werden, wie revolutionär Improvisationsmusik in ihrer jeweiligen Entstehungszeit schon immer verstanden wurde, obwohl sie ja eigentlich die ursprünglichste Form musikalisch kreativen Ausdrucks ist.

Doch genau dies ist die Crux: Neues finden bedeutet Ausprobieren, Wagnis, und auch die Bereitschaft zum Scheitern. Das war auch ein Teil des Lebensweges von Steve Beresford, der aber jedem Scheitern neue Erkenntnisse abgewinnen konnte und dies teilweise auch provozierte.
Diese Eigenschaft hat er sich bis heute bewahrt.

Zwei seiner Trios, die zu diesem Event eingeladen wurden, werden musikalisch Zeugnis dafür ablegen. Steve Beresford (Piano) mit Frank Gratkowski (Holzblasinstrumente) und Sebastiano Tramontana (Posaune) zum einen, sowie mit Luc Houtkamp (Saxofone) und Martin Blume (Schlagzeug) zum anderen.

Die Musiker werden sich im Finale zu einem Quintett auf der Bühne des MUG versammeln und wiederum zu Neuen Ufern aufbrechen.

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Freitag, 12. November 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Hautzinger – Normand – Malmendier

Hautzinger – Normand – Malmendier

Franz Hautzinger, Trompete
Eric Normand, E-Bass
Tom Malmendier, Schlagzeug

Im letzten Jahr musste das Konzert pandemiebedingt ausfallen. Jetzt freuen wir uns auf dieses brandneue Trio, aus unterschiedlichen Längen- und Breitengraden, aber mit einem gemeinsamen Gespür für die Notwendigkeit des musikalischen offenen Austausches auf der Basis der eigenen Verortung in variablen und interdisziplinären Genres.

Was diese drei Individualisten Franz Hautzinger, Eric Normand und Tom Malmendier eint, ist vielleicht die Beschäftigung mit größeren Ensembles und über längere Zeit: Franz Hautzingers Regenorchester, Eric Normands GGRIL oder VEE, und Tom Malmendiers d-i-e. Was für einen Einfluss – oder ob dies überhaupt einen Einfluss auf das aktuelle Trio haben wird, ist nicht vorhersehbar. Ganz klar ist aber:  Hier sind Offene Ohren gefragt!

Franz Hautzinger studierte Trompete und Komposition an der Grazer Musikakademie und am Konservatorium der Stadt Wien bei Robert Politzer. Ab 1989 unterrichtete er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, daneben wirkte er – musikalisch beeinflusst von Miles Davis’ Modalem Jazz, dann von Bill Dixon – bei Aufnahmesessions des Labels Extraplatte mit Bands wie Nouvelle Cuisine und Striped Roses um Helge Hinteregger und Werner Dafeldecker mit. 

1996 erschien in Quartettbesetzung sein Debütalbum Bent. 2000 legte er das Soloalbum Gomberg vor, gefolgt von Dachte Musik (2001), beide auf dem Label Grob. Außerdem arbeitete er mit Derek Bailey, Boris Hauf, Mia Zabelka, im Max Nagl Ensemble und im London Improvisers Orchestra. Seit 2013 ist er auch im Duo mit der Klarinettistin Isabelle Duthoit auf Tournee, mit der er auch beim Offene Ohren e.V. zu Gast war.
Ein Langzeitprojekt ist sein Regenorchester, das im Jahr 1995 entstand und in Besetzung, Größe und musikalischer Ausrichtung so wandelbar wie der Musiker selbst ist.

Auf der Vierteltontrompete hat Franz Hautzinger über Jahre eine extreme persönliche Sprache mit dem Gebrauch von Luftgeräuschen, Mikrotönen und immer im sensiblen Umgang mit der musikalischen Form entwickelt. [Quelle wikipedia.org]

Éric Normand ist Komponist, Improvisator, Bassist, Instrumentendesigner, Songwriter und Sänger sowie Platten- und Konzertproduzent in einem. Er definiert sich als epidisziplinärer Musiker, ein freies Elektron, das von seiner Sehnsucht nach Zusammentreffen und Kommunikation getrieben wird. Für ihn kann Komposition nicht ohne Austausch existieren, da Komposition darin besteht, ein Gebiet zu schaffen, das die Improvisation erleichtert.

Tom Malmendier ist ein belgischer Schlagzeuger, Improviser, Performer mit einem schillernden Hintergrund an Projektpraxis. Genannt seien hier das Lisbon Quartet mit dem Trompeter Luis Vicente sowie Rodrigo Pinheiro und Hernâni Faustinho (die beide 2014 im RED Trio im MUG zu Gast waren), weiter das Trio Ahriman – mit Jean-Sébastien Mariage (E-Gitarre) und David Merlo (E-Bass), ein Quartett mit dem Gitaristen Fred Frith, Anil Eraslan am Cello und Clara Weil (Stimme), ein Duo mit Cécile Thévenot (präp. Klavier) sowie ein Duo mit Emilie Škrijelj (Akkordeon-Turntable-Sampler-Elektronik), mit dem er seit Anfang des Jahres auch das Indie-Label eux sæm betreibt.

Tom Malmendier ist außerdem Mitglied im Dreieck Interferences Ensemble, einer großen Formation von rund zwei Dutzend Musikern, die hauptsächlich aus Ostfrankreich kommen, und deren experimenteller Ansatz sich zwischen kollektiver Komposition und Improvisation bewegt.

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Sonntag, 17. Oktober 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Quagmire – Nina De Heney Trio

Nina De Heney Trio

Karin Johansson, Piano
Nina de Heney, Bass
Henrik Wartel, Perkussion

Aus dem schwedischen Göteborg besucht uns Quagmire – mit Nina de Heney am Bass, Karin Johansson am Piano und Henrik Wartel am Schlagzeug, drei der renommiertesten Musiker der skandinavischen zeitgenössischen Musikszene.

Bereits seit einigen Jahren erforscht dieses Trio beständig die musikalischen Territorien, die durch Instant Composing entstehen und zwischen expressiven Klängen, Rhythmen und Texturen balancieren.

Konzeptionell liegt dieses Klaviertrio auf der sound-orientierten Seite. Man hört mehr Reminiszenzen an AMM als an die Jazztradition, bedingt durch die erweiterten Spieltechniken als auch durch den individuellen persönlichen Stil der Musiker.

Ihre Musik ist wie eine offene Tür zu einer manchmal schwankenden inneren Vorstellungswelt, die sich in einem Geflecht aus sich ständig verändernden Schwingungen und einem Irrgarten aus Klangpfaden manifestiert. Schichten kunstvoller rhythmischer Texturen breiten sich über einen Klangteppich aus, der die Wände eines imaginären akustischen Raums für noch unbekannte Rituale formt. Intuitive Echtzeit-Kompositionen.

Die Pianistin Karin Johansson arbeitet oft mit dem experimentellen Gitarristen Finn Loxbo zusammen. Schlagzeuger Henrik Wartel ist bekannt durch seine Zusammenarbeit mit schwedischen Jazz-Ikonen wie dem Posaunisten Eje Thelin, Sängerin Monika Zetterlund oder dem polnischen Trompeter Tomaz Stańko.

Nina de Heney wuchs in der Schweiz auf und lebt seit Anfang der 80er Jahre in Schweden. Sie ist solistisch aktiv, wie auch in verschiedenen Gruppen. Eine langjährige Zusammenarbeit gibt es zum Beispiel mit Lisa Ullén im Duo. 2014 war sie mit Raymond Strid und Henrik Nørsteb bereits beim Offene Ohren e.V. zu Gast im MUG. Zusammen mit der Tänzerin und Choreographin Anna Westberg tritt sie als Duo auf - Tanzperformance und Konzert zugleich. Mit ihr gründete sie 2008 das Wanderfestival Dance'n'Bass.

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Freitag, 08. Oktober 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Diaphane

Diaphane

Raphael Loher, Piano
Frantz Loriot, Viola
Carl Ludwig Hübsch, Tuba
Carlo Costa, Schlagzeug

Frantz Loriot (Viola), Raphael Loher (Piano), Carlo Costa (Schlagzeug) und Carl Ludwig Hübsch (Tuba) erschaffen gemeinsam eine reiche akustische Klangwelt, in welcher der Fokus auf dem Moment des Entstehens liegt.

Durch die Verwendung moderner und selbstentwickelter Spieltechniken kreieren die vier Musiker im Zusammenspiel eine breite musikalische Vielfalt mit viel Liebe zum Detail.

In Konzentration auf die Farbgebung erzeugen sie feingliedrige und sensible Klänge. Diese dienen als Material für fokussierte und kommunikative Improvisationen in denen auch leise Stellen und Pausen einen wichtigen Platz einnehmen. Transparent und geheimnisvoll zugleich entsteht so ein einzigartiger und eindringlicher Sound.

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Freitag + Samstag, 01. + 02. Oktober 2021

Schwere Reiter
Die beiden Konzerte sind Teil der Konzerttrilogie Aspekte freier Improvisation 2021

European Improvisation at it´s best!

Soundscapes #3 Munich

Soundscapes3 Munich

https://soundscape-series.com

Veli Kujala, Akkordeon / FIN
Floros Floridis, Klarinette, Bassklarinette / GR
Sebastiano Tramontana, Posaune / I/D
Emilio Gordoa, Vibraphon, Perkussion / MEX
Kalle Kalima, Gitarre / FIN
Dag Magnus Narvesen, Schlagzeug / N
Matthias Bauer, Bass / D
Lawrence Casserley, Elektronik / UK
Wilbert de Joode, Bass / NL
Steve Heather, Schlagzeug / D
Libero Mureddu, Piano / I
Giancarlo Schiaffini, Posaune / I
Harri Sjöström, Sopransaxofon / FIN
Phil Wachsmann, Violine, Elektronik / UK

Internationale Begegnungen werden endlich wieder möglich!

Nur im übergreifenden Dialog, in kulturellen Begegnungen, im fruchtbaren Austausch von Erkenntnissen kann Neues entstehen.

Ein rundes Dutzend Top-Musiker der internationalen Avantgarde-Musikszenen aus Finnland, England, Norwegen, Italien, Mexiko, Holland und Deutschland werden sich, nach zwei vorangegangenen Meetings 2016 und 2018 in Helsinki, nun in München zum dritten Mal untereinander austauschen.

Das zweitägige Festival bietet tiefe Einblicke ins Spannungsfeld zwischen freier Improvisation und „Instant Composition“. Im kontinuierlichen Wechselspiel wird das Publikum unweigerlich in den Sog des Hier und Jetzt gezogen – mal in faszinierenden Echtzeit-Dialogen von Ad-hoc-Duos oder kleineren Ensembles, mal in mitreißenden Tutti-Sequenzen aller beteiligter Musiker.

Dieses Festival findet in den Eröffnungswochen der neu erbauten Halle der Spielstätte Schwere Reiter statt.

Die Serie Aspekte freier Improvisation 2021 wird ermöglicht durch das Programm NEUSTART KULTUR innerhalb der INITIATIVE MUSIK unter der Schirmherrschaft von Dr. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, Deutschland.

 

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Mittwoch, 15. September 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Pateras - Noetinger Duo:  A Sunset for Walter

Pateras und Noetinger

Anthony Pateras, Piano
Jérôme Noetinger, Elektronik, Tonbandgeräte

Der Australier Anthony Pateras ist seit Ende der 90er Jahre als Komponist, Pianist und elektronischer Musiker aktiv. Der französische Soundarchitekt Jérôme Noetinger ist eine der markantesten Stimmen der zeitgenössischen elektronischen Musik.

Als artists in residence 2018 im Stuttgarter Schloss Solitude entwickelten die beiden Künstler als Duo ein überlanges Werk für Steinway-Klavier und mehrere Revox-Tape-Maschinen. A sunset for Walter wurde als loser Tribut an die Klavierwerke von Walter Marchetti, insbesondere der weiten, gleichsam zeitlupenartigen Unterwasserwelten von „Nel Mari del Sud“, konzipiert. 

Während dieses dreistündigen Konzertes entwickelt sich das Klavier allmählich in Passagen fragmentarischer Lyrik, während Noetingers Band-Manipulationen den akustischen Raum mit tonalen Subkontrabass-Flächen, entfernten Echos und geisterhaften Überlagerungen erweitern.

Jérôme Noetingers Band-Manipulationen reichen von fast unmerklicher Abschattung des Live-Klaviers bis hin zu anarchischen Tape-Bursts im Schnellrücklauf, transparent schimmerndem Feedback - Whispern und traumgleicher Reminiszenzen etwa an Kinderstimmen und Wellengeräuschen.

Anthony Pateras' Piano-Performance bewegt sich zwischen sparsamen Einzeltönen vor Kulissen der Stille über Sequenzen, die an Messiaen erinnern, bis hin zu komplexen Akkorden und Arpeggios. All dies erklingt in einem zeitlichen Rahmen, der inneren Rhythmen von Atem- und Körperbewegungen zu folgen scheint.

Wie in einem Spiegelkabinett gefangen, ist der Zuhörer oft nicht in der Lage, das Live-Klavier von seiner Bandmanipulationsreflexion zu unterscheiden. Wie bei der imaginären Betrachtung des titelgebenden Sonnenuntergangs ertappt man sich dabei, flüchtige Reminiszenzen von Licht und Farbton erst dann bewusst wahrzunehmen, wenn sie verschwinden.

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Samstag, 11. September 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Cajlan - Wissel - Nillesen

Cajlan - Wissel - Nillesen

Dušica Cajlan-Wissel, prep. Klavier
Georg Wissel, prep. Altsaxofon
Etienne Nillesen, prep. Snare

CAJLAN-WISSEL-NILLESEN arbeiten seit Herbst 2015 kontinuierlich an der Weiterentwicklung ihrer eigenen konzentrierten Sprache der freien Improvisation. Die verschiedenen Qualitäten von Klang, Ton und Geräusch stehen dabei im Zentrum ihres Zusammenspiels; Akzentuierungen entstehen durch rhythmische Verzahnungen der Spieler.

Alle drei Musiker forschen darüber hinaus seit langem intensiv an der Erweiterung der klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente. Deswegen machen sie bei ihrer Zusammenarbeit ausgiebig von Präparationen des Flügels, Altsaxophons, sowie der Snaredrum Gebrauch.

Premiere hatten CAJLAN-WISSEL-NILLESEN Im September 2016 mit einem Konzertmitschnitt aus dem großen Sendesaal des WDR. Im Herbst 2017 kam das Projekt lingua franca für Zuspielband und improvisierendes Ensemble zur Uraufführung.

Saxophonist Georg Wissel ist ein versierter und international aktiver Soundforscher, der mit seiner Spielweise aus Ton und Geräusch sehr eigene musikalische Texturen schafft und damit seinen Teil zu dem Gruppenverständnis erweiterter Improvisation beisteuert (2014 auch bei den Offenen Ohren, mit Joker Nies und Paul Lytton).

Dušica Cajlan-Wissel hat bereits 2015 in ihrem Duo mit Gunda Gottschalk unter Beweis gestellt, dass die Geschichte des Violine-Piano Duos noch lange nicht zu Ende erzählt ist – nachzuhören auf der CD „Sonata Erronea“.

Etienne Nillesen schließlich war zuletzt Anfang des Jahres als derjenige Künstler zu erleben (zusammen mit Sebastian Gramss und Axel Dörner), der die Snaredrum aus ihrem Dasein als Bestandteil eines Standardschlagzeugs befreit und als eigenständiges und bei weitem nicht nur rhythmuslimitiertes Improvisationsinstrument etabliert hat.

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Mittwoch, 08. September 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Jan Klare – de Joode – Vatcher + Kaufmann Quartett

Jan Klare Quartet 2021 im MUG - Collage

Achim Kaufmann, Piano
Wilbert deJoode, Bass
Jan Klare, Saxofon
Michael Vatcher, Schlagzeug

Jan Klare war Ende 2018 letztmals mit Julius Gabriel im Saxophon-Duo im MUG. Nachdem Steve Swell leider kurzfristig seinen gesamten Europa-Touraufenthalt absagen musste, holte der Saxofonist Jan Klare mit Achim Kaufmann einen der vielseitigsten Improv-Pianisten in sein Quartett, der mit den drei anderen Musikern schon in zahlreichen Konstellationen begeistert hat. Dieses Quartett verfügt über eine Bandbreite von dichtester Energie bis zu subtilsten Feinheiten.

Achim Kaufmann ist bereits doppelt auf CDs in Aufnahmen von Offene Ohren e.V.-Konzerten zu hören: in Harri Sjöströms Sestetto Internazionale, sowie zusammen mit Axel Dörner und Andreas Willers (A.A.A)

Michael Vatcher und Wilbert deJoode gehören ohne Zweifel zu den profiliertesten Musikern im europäischen Freejazz.

Michael Vatcher war bereits im Jahr 2008 mit Xu Fengxia und Joe Fonda, und damit zu einem Zeitpunkt bei uns, als der MUG noch t-u-b-e hieß. Wilbert deJoode hat unter anderem mit John Butcher und Martin Blume sowohl das allererste wie auch das einhundertste unserer Konzerte mitgestaltete.

Für Stammhörer der Offene Ohren e.V.-Konzerte besteht also auch diese „modifizierte“ neue Band aus lauter „alten Bekannten“. Wir freuen uns auf ein Wiederhören!

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Freitag, 03. September 2021

Blackbox im Gasteig
Dieses Konzert ist Teil der Konzerttrilogie Aspekte freier Improvisation 2021

Multiple Joy(ce) Orchestra — MJO

MJO 2021

Axel Lindner, Violine
Leonhard Huhn, Saxofon
Matthias Muche, Posaune
Radek Stawarz, Violine
Salim Javaid, Saxofon
Marlies Debacker, Piano
Udo Moll, Trompete
Angelika Sheridan, Bass-, Querflöte
Melvyn Poore, Tuba
Matthias Schubert, Saxofon
Carter Williams, Viola d'amore
Lucia Mense, Blockflöte
Carl Ludwig Hübsch, Tuba
Jonas Gerigk , Bass

Vier Kölner Musiker und Komponisten gründeten 2004 das James Choice Orchestra, um komplexe Notationen und Konzept-Improvisationen gleichermaßen auf höchstem Niveau verwirklichen zu können.

Vier Jahre später restrukturierten Frank Gratkowski, Matthias Schubert und Carl Ludwig Hübsch dieses Ensemble und benannten es um in Multiple Joy[ce] Orchestra - MJO.

Durch die Zusammenarbeit mit Gastsolisten, die Vergabe von Kompositionsaufträgen an Orchestermitglieder sowie die Aufführung von bekannten und weniger bekannten Werken der zeitgenössischen Musik erweiterten sie die musikalischen Möglichkeiten des Orchesters.

Die Gründung des MJO erfolgte mit dem langfristigen Ziel, aus diesem Orchesterprojekt ein dauerhaftes, kontinuierlich sich weiterentwickelndes Ensemble zu schaffen.

Es spricht nicht nur ein Publikum der improvisierenden Musik- und Jazzszene an, sondern richtet sich genauso auch an das Publikum der Neuen Musik-Szene sowie an aufgeschlossene Klassikhörer.

15 14 engagierte Improvisatoren teilen sich die extra vergrößerte Bühne der BlackBox im Gasteig.

Die Serie Aspekte freier Improvisation 2021 wird ermöglicht durch das Programm NEUSTART KULTUR innerhalb der INITIATIVE MUSIK unter der Schirmherrschaft von Dr. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, Deutschland.

 

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Freitag, 09. Juli 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Ruf der Heimat (reloaded!)

Ruf der Heimat

Willi Kellers, Schlagzeug
Jan Roder, Bass
Thomas Borgmann, Saxofon
Christof Thewes, Posaune

Die legendäre Post-Freejazz-Combo "Ruf der Heimat" der beiden Jazzurgesteine Thomas Borgmann (Saxofon) und Willi Kellers (Schlagzeug), die seit 28 Jahren in unterschiedlichsten Besetzungen (zum Beispiel mit Christoph Winkel, Ernst-Ludwig Petrowski, Peter Brötzmann, Charles Gayle...) die Bühnen dieser Welt beehrt, kommt in neuer Besetzung mit Jan Roder (Bass) und Christof Thewes (Posaune) in den Münchner UnterGrund und präsentiert Hymnisches, Beglückendes, Freudiges – Ein Fest für Sinne und Hirn!

Das Quartett Ruf der Heimat wurde 1992 gegründet, mit dabei Ernst-Ludwig Petrowsky – einer der Väter des Jazz in der DDR. Seit dessen schwerer Krankheit ergänzt der Posaunist Christof Thewes das Quartett. „Thewes ist nicht einfach ein Ersatz für das Free-Jazz-Urgestein, sondern verleiht der Band mit seiner Posaune eine völlig neue Dynamik.“ [Wolf Kampmann, Jazzthing 2018]

Die Musik ist Vergangenheit und Zukunft des Jazz zugleich: Die Heimat ruft charmant, melodiös, lautstark, leise, verquer, bellend und sehr schön [Jazzdimensions 20.09.06]. Das Ganze ist hinreißender, hymnischer Free Jazz, den das Berliner Quartett Ruf der Heimat spielt, nein: zelebriert. Vielleicht liegt das daran, dass Bandleader und Saxofonist Thomas Borgmann sich stets als »wertkonservativ« bezeichnet hat. Seine eher traditionelle Spielauffassung zündet, aber in diesem Free Kontext: Sein melodiöser Sound verleiht der Musik erst das unwiderstehlich-euphorische Element [Stadt Revue, Köln 03.2003].

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Juhu Es geht wieder los!!

Nachdem dieses Konzert das erste war, das letzten Herbst virusbedingt nicht mehr stattfinden durfte, finden wir: es gibt keine bessere Eröffnung unserer Offene Ohren Konzertsaison 2021 MIT Publikum, MIT Ihnen/Euch.

Freitag, 25. Juni 2021

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Kassap – Duboc Duo
Le Funambule (Seiltänzer)

Kassap – Duboc Duo

Sylvain Kassap, Klarinette, Bassklarinette
Benjamin Duboc, Bass, Stimme

„Nein, nein, und nochmals nein, du kommst nicht, um das Publikum zu unterhalten, sondern um es zu faszinieren!“ sagt Jean Genet in Der Seiltänzer, seiner Hymne auf den Künstler als zirzensischen Performer des Stirb und Werde!

Sylvain Kassap, der große (Bass)-Klarinettist mit einem Lebenswerk so kraus wie seine Haare, hatte früh schon ein Faible für Grand Guignol & Vaudeville, für die surreale Poesie eines Philippe Soupault, den halsbrecherischen Spirit von Ayler, Coltrane, Rollins.

Benjamin Duboc ist ein kerniger Fixpunkt im frankofonen Modern Creative Jazz, mit CoÔ und ONCEIM, mit Risser & Perraud als En Corps, mit Julien Desprez in Tournesol, mit Lazro & Loutellier als Pourtant Les Cimes und eben mit Kassap, als außergewöhnliches und intensives Duo.

Mit eindringlichem Arco Sound und aus dunklem Holz geschnitzter Klarinette seiltanzen sie ins Blaue hinein „Vers le Bleu“, wie Schlafwandler.

Benjamin Duboc, zugleich Seil und Tänzer, mit melancholisch schlenderndem Pizzicato, auf armdickem Tau, auf kaum mehr als einem schillernden Spinnwebfaden, zwischen Staub und Gold, Pflanze und Gespenst. Sylvain Kassap behaucht die Gelbfärbung, züngelt Flammenzeichen, keine Ratschläge, sondern ein Spiel mit dem inneren Feuer in jedem.

Immer wieder bedachtsam, auf sonorem Grund gleitend, aber von Trillern geschüttelt, schaudernd und zaudernd auf dem knarrenden schmalen Grat. Doch der Höllenlandschaft unter sich trotzend, setzen sie traumwandlerisch, geradezu beschwingt Fuß vor Fuß, mit Bluesiness als existentieller, keineswegs abstrakter Wahrheit und Balancierstange. Selbst auf flimmerndem Seil singt Sylvain Kassap noch als einer, der weiß, wo Milch und Honig fließen.
[Rigobert Dittmann, Magazin Bad Alchemy BA 104 12/2019]

aktuelle CD: Dark Tree Records DT 12, Sylvain Kassap / Benjamin Duboc – Le Funambule

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Donnerstag, 29. April 2021

Livestream aus dem MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

COYOTE

Coyote live im MUG

Natacha Muslera, Stimme [F]
Michel Doneda, Sopransaxofon [F]
Bild+Ton Livestream: Florian Leuschner

In Kooperation mit dem Ulrichsberger Kaleidophon, ist am Vorabend dieses Festivals, am Donnerstag 29. April, das französische Performance-Duo COYOTE mit Natacha Muslera, Stimme, und Michel Doneda, Sopransaxofon in München. Konzertbesucher sind leider nicht zugelassen. Sie haben aber die Möglichkeit, das Konzert - kostenfrei - über unseren Youtube-Kanal Offene Ohren e.V. live mitzulerleben.

Michel Doneda und Natacha Muslera kommen aus Südfrankreich. Ihr Duo Coyote existiert seit 2002.

Coyote bezieht sich zunächst auf eine Aktion von Joseph Beuys, die 1974 in einer New Yorker Galerie präsentiert wurde (I like America and America likes Me) und in der der Künstler drei Tage und drei Nächte mit einem Kojoten in einem Raum eingeschlossen war.

Coyote steht aber auch für die individuelle Freiheit in der akustischen Wahrnehmung verschiedener räumlicher Situationen - hörbare und unhörbare, sichtbare und unsichtbare Räume, die während dieses improvisierten Klangrituals offenbart, geöffnet, geteilt werden.

Und nicht zuletzt verweist die Performance auf die spezielle, bedeutungsschwer aufgeladene Figur des Kojoten: Eine Art „göttlicher Schurke“, dem die nordamerikanischen Ureinwohner Eigenschaften wie frei, anarchisch und subversiv zugeschrieben haben.

Michel Doneda ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Repräsentant der europäischen Improvisationsszene in verschiedenen Ensembles und Projekten mit Musikern wie Ninh Le Quan (mit dem er auch schon Gast des Offene Ohren e.V. war), John Russell oder Roger Turner.

Natacha Muslera versteht sich als eine vorwiegend experimentell agierende Stimmakrobatin, Sängerin und Soundpoetin. Sie arbeitet gerne solistisch, aber auch in verschiedenen Kooperationen mit MusikerInnen wie Erik M und Catherine Jauniaux.

Liveübertragung aus dem MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
nachzuhören auf Youtube-Kanal Offene Ohren e.V.
Bild+Ton: Florian Leuschner

Dankeschön an die Unterfahrt für die technische Unterstützung!

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Konzertrückblick 2020

Wir freuen uns über unseren APPLAUS-Preis, verliehen von der Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesregierung, Prof. Monika Grütters.

     Logo Applaus

Nach 2014, 2016 und 2017 ist dies die vierte Auszeichnung unseres Konzertprogramms, die uns ehrt, und die uns ermöglicht, auch 2020 wieder ein erweitertes Konzertangebot zu präsentieren, dazu gehören auch die nachfolgenden zwei Oktoberkonzerte:

Samstag, 24. Oktober 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Inside a leaf

Inside a leaf

Sven-Åke Johansson, Schlagzeug
Werner Dafeldecker, Bass
Michael Thieke, ext. Klarinette
Ignaz Schick, Turntables

Es gilt wiederum eine Besetzungsänderung anzukündigen, was wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge tun. Einerseits hätten wir wirklich gerne einmal wieder das Urgestein Europäischer improvisierender Perkussion, unseren langjährigen Freund Paul Lovens bei uns begrüßt, dieser hat nun jedoch seine Tourteilnahme aus reiseproblematischen und weiteren offensichtlichen Gründen abgesagt.

Andererseits eröffnet sich damit die Gelegenheit, erstmalig eine Legende des Performance-Schlagzeugs bei uns begrüßen zu dürfen: Sven-Åke Johansson! Zuletzt hatte er München vor anderthalb Jahren besucht, unter anderem für ein Loungekonzert im BR am 04.05.2019 zusammen mit Rüdiger Carl. Nun also mit Inside A Leaf im MUG beim Offenen Ohren e.V. – Herzlich Willkommen!

Die anderen drei Musiker waren bereits in unterschiedlichsten Formationen Gäste des Offene Ohren e.V.:

Ignaz Schick mit dem Sestetto Internazionale, Michael Thieke im Gehard Ullmann´s Clarinet Trio und mit hotelgäste sowie Initiator Werner Dafeldecker 2019 im Duo mit Lucio Capece, deren Konzert demnächst als CD erscheinen wird.

Aufgrund der unterschiedlichen und sehr breiten musikalischen Hintergründe aller Beteiligten können wir auf ein Konzert gespannt sein, das von mikrotonalen Soundforschungen bis spontanen Eruptionen sehr viele Überraschungen bereithalten dürfte.

Gefragt sind – wie so oft bei uns – Offene Ohren!

Das Projekt Inside a leaf wird staatlich gefördert vom Musikfonds e.V.

Link zum Musikfond e.V.

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Freitag, 16. Oktober 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

XPACT

Leider muss das vorgesehene Konzert von XPACT zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, dafür ergibt sich andererseits das Glück, bei einer Session ganz anderer Art dabei sein zu können:

The Funny Side of Discreet

Erhard Hirt und Paul Hubweber

Erhard Hirt, Gitarre, Elektronik
Paul Hubweber, Posaune

The Funny Side of Discreet bringt Erhard Hirt, Dobro und Elektronik, und Hans Schneider, Bass, mit Paul Hubweber zusammen, auch er schon mehrmals bei den Offenen Ohren zu Gast.

Posaune, Bass und Gitarre - diese Besetzung erinnert Improvisationsmusik-Fans sofort an die Ur-Formation von ISKRA 1903, eines von Paul Rutherford gegründeten Trios mit Barry Guy und Derek Bailey, das Anfang der Siebziger Jahre aktiv war.

Damals wie heute geht es den Musikern um die Geschichte, die sie sich gegeneinander und dem Publikum erzählen, und aus deren Hintergrund sie ihre individuellen Prägungen erfahren haben.

Es geht um die Neugierde auf ungehörte Klänge, die sich in den eigenen Instrumenten verstecken und ans Licht geholt werden wollen.
Es geht um die überraschenden Kombinationen dieser Sounds, und um den Spaß, den man dabei haben kann.

All dies in einer relaxten Atmosphäre, in der die Virtuosität und handwerkliche Beherrschung des Instrumentariums ganz unprätentiös zur Geltung kommt. Kenner der gesamten Jazztradition werden vielleicht sogar die vertrackt-versteckte Reminiszenz an Louis Armstrong auch mal musikalisch aufblitzen sehen ...

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Dienstag, 22. September 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Spirale

Spirale

Steffen Roth, Schlagzeug
Bruno Angeloni, Tenor- und Sopransax

Dieses Konzertwar eigentlich schon für den 26. März geplant und musste wegen der Covid-19-Pandemie ausfallen. Wir freuen uns, dieses Duo Spirale nun ein halbes Jahr später doch noch im MUG willkommen heißen zu können!

Seit 2017 arbeiten die beiden Musiker in Leipzig an einer musikalischen Sprache, die ihre Wurzeln im Free Jazz hat, und bringen diese regelmäßig auf die Bühnen der improvisierten Musik. Ihre Konzerte sind eine Ode an die Progressivität, das Wagnis und die Freiheit, die sie selbst beim Spielen wohl am stärksten spüren.

Die imposante musikalische Vita des Saxophonisten Bruno Angeloni (geb. 1955) verleitet dazu, ihn vorschnell als Freejazzer zu etikettieren. Er spielte u.a. mit Reggie Workman, Andrew Cyrille oder Michael Zerang. Wir werden vor dieser„Einschränkung“ gewarnt: Ihr entgehe Angelonis wunderbarer Sinn für Form und seine weise Phrasierung.

Steffen Roth (geb. 1989) studierte an der Hochschule für Musik in Dresden Jazz/Rock/Pop im Hauptfach Schlagzeug. Danach absolvierte er von 2015 bis 2017 die Meisterklasse bei Michael Griener und Eric Schaefer, unterstützt durch ein Graduiertenstipendium des Landes Sachsen.

Ausgehend von der freien Szene Leipzigs und Dresdens arbeitet Steffen Roth solistisch, in Duo- bis Big Band-Formation, an musikalischen und formellen Grenzverschiebungen. 2017 erschien sein Solo-Debüt bei dem jungen Mülheimer Label Ana Ott.

„[...] The percussionist seemingly fuses chaos and order and it’s here, in this mix of free improvisation and repetition, tension and catharsis that the ‘opening’ comes to light and the whole performance become a transformative experience.“ [Giulia Ponzano zur Solo-Performance beim Internationalen Kurzfilmfestival Oberhausen 2018]

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Mittwoch, 16. September 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Hans Koch, Dieb13, Camille Emaille

Hans Koch, Camille Emaille, Dieb13

Dieter Kovačič (Dieb 13), Elektronik, Turntables
Camille Emaille, präp. Schlagzeug
Hans Koch, Holzblasinstrumente

Dieses Trio ist eine Art Gipfeltreffen der Geräuschkunst.

Da ist einmal die französische Schlagzeugerin Camille Emaille, die Musik als Teil des alltäglichen Lebens begreifen und praktizieren will. Bei ihren sogenannten „wilden Konzerten“ an Orten wie Tunnels oder verlassenen Gebäuden erkundet sie Wirkungen des Klangs auch über die Beherrschung oder Praparation des Instruments hinaus.

Der Schweizer Hans Koch beschäftigt sich schon Jahrelang exzessiv mit Geräuschen. Saxofon oder Bassklarinette entlockt er ein ganzes Universum an schrägen Sounds. Sein eigenwilliges Spiel kann schrill und ungestüm sein, aber auch ganz zarte Wendungen nehmen.

Der österreichische Turntable-Künstler Dieb13 legt ein paar Experimentalplatten auf und verdichtet die Soundschnipsel aus radikal verschiedenen Welten zu einer angenehm fremdartigen Legierung.

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Mittwoch, 09. September 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

The Remote Viewers

The Remote Viewers

Adrian Northover, Saxofone
John Edwards, Bass
David Petts, Tenorsaxofon

Die Remote Viewers kultivieren eine einzigartige Balance zwischen Jazz und komponierter Kammermusik. Im Laufe der Jahre entwickelten sie eine spezielle Ästhetik mit hohem Wiedererkennungswert, die sie zu einer der relevantesten und konsistentesten Stimmen in der Welt der zeitgenössischen Musik gemacht hat.

Seit ihren Anfängen als Drei-Saxophon-Einheit im Jahr 1997, damals initiiert durch den Tenorsaxophonisten David Petts, bestand das Ensemble zeitweise aus sechs bis sieben Mitgliedern, zeitweise signifikant erweitert um die Stimme und Songtexte von Petts' Frau Louise Petts.

Die aktuelle Formation besteht aus den Saxofonisten David Petts und Adrian Northover sowie dem Bassisten John Edwards. Sie haben zwei Alben veröffentlicht - Last Mann in Europe (2017) und Notes Lost in a Field (2019) - und werden Material aus ihrer nächsten Veröffentlichung, The Remote Code, aufführen.

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Samstag, 05. September 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Stille

Stille

Jacques Demierre, Spinett
Urs Leimgruber,  Tenor-, Sopransaxofon

Zwei „Stammgäste“ des Offene Ohren e.V. eröffnen die Herbstsaison 2020.
Am besten in Erinnerung sind wohl die beiden Gastspiele von Jacques Demierre und Urs Leimgruber im Trio dlp, zusammen mit der Basslegende Barre Phillips.

Das Projekt STILLE ist brandneu und bringt gänzlich andere schillernde Facetten der beiden Improvisatoren zur Geltung:

Die Erfahrung der Stille ist die Grundlage der Duoarbeit der beiden Schweizer Urs Leimgruber am Sopransaxofon und Jacques Demierre am Spinett:

In dieser Handlung, den Klangraum sich ständig füllen und leeren zu lassen, manifestiert sich die von den beiden Musikern gespielte Musik auf einzigartige Weise. Ein Hörvorschlag, der Instrumentalisten und Publikum in eine faszinierende Bewegung der Klangtransformationen versetzt.

Auch die vordergründige „Beschränkung“ der Musik auf zwei sie erzeugende Instrumente täuscht. Nicht nur bietet jedes derselben sein eigenes Klanguniversum, sondern erweitert in der Kombination das Hörerlebnis in neue Dimensionen. Stellenweise meint man, Synthesizer-Klänge, eine japanische Koto oder Field Recordings zu hören.

Ein Wort zu Jacques Demierres Instrument, das durch seine Kombination von alt und neu, filigran und brachial, akustisch und elektrisch wohl die Vorstellungen vieler, wie ein Spinett zu klingen hat, über den Haufen wirft.

Es ist ein detailgetreuer Nachbau eines in Marseille gebauten Spinetts von 1774, das heute als letztes seiner Art in einem Schweizer Museum steht. Die handwerkliche Präzision verleiht dem Instrument seinen individuellen Charakter, der durch die behutsame Verstärkung noch eine zusätzliche Dimension verliehen wird. Ein wahrhaft erlesener Counterpart zu Urs Leimgrubers Sopransaxofon, der wohl wie wenige neben ihm dieses Holzblasinstrument zu revolutionieren vermochte.

Faszinierend!

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Donnerstag, 05. März 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Fulguratio – Duo Hug-Niggli

Fulguratio - Duo Hug-Niggli

Charlotte Hug, Viola, Stimme
Lucas Niggli, Schlagzeug, Perkussion

Die zwei Kosmopoliten zeigen keine Scheu, jede erdenkliche Klangwelt mittels ihrer Instrumente zu kreieren. Die Schweizer Bratschen- und Stimmvirtuosin Charlotte Hug vermischt ihre Stimme und Bratschenklänge auf eine einzigartige Art und Weise, so dass eine hybridhafte «Stimme» entsteht, mit einem enormen Expressionsspektrum.

Ebenso ist Lucas Niggli ein Meister der Klangfarben auf dem Schlagzeug und ist so einer der versatilsten und gleichzeitig eigenständigsten Drummer Europas.

Ihre Imagination und ihre Kommunikationsfähigkeiten sind der Schlüssel zu einer freien, und doch sehr präzisen Improvisationsmusik, die keine dogmatischen Grenzen kennt. Es entsteht eine virtuose, direkte und doch opulent klingende Duo-Musik mit den beiden archaischsten Instrumenten der Musik: die Stimme und die Trommel.

Eine vielseitige, höchst agile Performance, die direkt auf und unter die Haut geht.

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Freitag, 28. Februar 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Suspended – Extended
Duo Eichenberger-Studer & Axel Dörner  

Trio Suspended  Extended

Daniel Studer, Bass
Axel Dörner, Trompete
Markus Eichenberger, Klarinette, Bassklarinette

Das seit über acht Jahren bestehende Duo der beiden Schweizer Markus Eichenberger, Klarinetten, und Daniel Studer, Bass, verblüfft, indem es seine Spannung stark aus der Reduktion schöpft.

Hier geht es nicht um ein Fließen der Musik, sondern um Momente, die einander im zurückhaltenden, feinen Dialog, in einer fast zärtlichen Sprache gegenüber gestellt werden. Immer wieder gibt es in den Stücken Augenblicke der absoluten Stille.

Die beiden Musiker finden sich wie in einem gemeinsamen Atem, wie in einer Expressivität größter Disziplin. Hier entsteht ein magischer Raum, dem sich der – vor allem gestrichene – Bass und die Klarinette hingeben und den sie sich gegenseitig lassen.“ [Steff Rohrbach, Jazz'n'more, 2018]

Mit dem Trompeter Axel Dörner hat sich das Duo einen musikalischen Freigeist ins Boot geholt, der wohl gleichermaßen an Steigerung der Komplexität wie überraschender Auflösung derselben mitwirken kann. Vor einem Monat erst trug Axel Dörner als kurzfristiger "Joker" für unser 2020er Auftaktkonzert So Seet einen gewichtigen Teil dazu bei, selbiges zu einem veritablen Highlight werden zu lassen.

Freuen Sie sich auf dieses spannende Trio Suspended – Extended.

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Samstag, 15. Februar 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Strinquantet – Improvisierendes Streichquartett aus Wien

Stringquantet

Simon Frick, Violine
Judith Reiter, Viola, Stimme
Maria Frodl, Violoncello
Thomas Stempkowski, Kontrabass

Strinquantet ist der Name dieses Quartetts, das sich aus allen gängigen Streichinstrumenten zusammensetzt. Durch den Tausch der zweiten Violine mit dem Kontrabass, rücken Viola und Cello im Register nach oben. Vor allem das Cello kann sich so solistisch ausleben, ohne auf eine Bassfunktion verzichten zu müssen.

Die Musik des Quartetts – mit dem Geiger Simon Frick, der Bratschistin Judith Reiter, Maria Frodl am Cello und Thomas Stempkowski am Kontrabass – nährt sich aus dem, was im Moment entsteht und pflegt dieses, bis es Form und Struktur aufweist.

Die Homogenität des Klangkörpers selbst ermöglicht den MusikerInnen eine unglaubliche Risikobereitschaft. Jede Stimme kann auf- oder abtauchen und dennoch bleibt immer ein Gefüge erhalten, das bindend wirkt.

Das hörbar experimentierfreudige und alle musikalischen Grenzen auslotende Vierergespann fasst seine Musik in weite, sich stetig verdichtende Spannungsbögen, die in ihrer Stimmung mal dunkel, geheimnisvoll und düster, und dann wieder plötzlich auf eine seltsam faszinierend Weise komplett schräg erklingen.

Hin und wieder tauchen aus den Tiefen der vielschichtigen Streichersounds immer wieder auch leichte Andeutungen von Melodien und Harmonien durch, die aber so schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Dennoch, sie sorgen für zusätzliche Abwechslung und erweitern das ohnehin schon sehr wechselhafte Geschehen um zusätzliche bildhafte Facetten.

Es ist eine Ordnung vorhanden, ein dramaturgischer Erzählstrang, der sich mit Fortdauer des Geschehens hin zu einem steten Hin und Her zwischen wilden hochenergetischen Ausbrüchen und extrem reduzierten, dissonanten improvisatorischen Klangspielerein entwickelt und letztlich in einem sich in seiner Intensität der vollkommenen Stille annähernden Finale seinen Abschluss findet.

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Freitag, 31. Januar 2020

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

The Well-Measured Piano

Jacques Demierre

Jacques Demierre, Piano

Der Schweizer Pianist Jacques Demierre, bei regelmäßigen Offene Ohren-Konzertgängern am besten bekannt durch seine Auftritte mit Barre Phillips und Urs Leimgruber, kommt zum ersten Mal solo zu uns!

Das Dilemma des Pianisten, sich bei jedem Tourneekonzert mit einem neuen Instrument auseinandersetzen zu müssen, nutzt er in einem technisch-psychoakustischen Ansatz und nimmt uns mit auf eine höchst spannende und erkenntnisreiche Reise in die Resonanzwelt der Gesamtheit von Raum, Instrument, Spontaneität und Präzision.

Die Musik des Projekts „The Well-Measured Piano“ ergibt sich aus virtuellen Vermessungsarbeiten – bezüglich des Klaviers als Territorium mit seinen verschiedenen akustischen Regionen. Als Ergebnis dieser Vermessungen erscheinen durch das Hören Linien, Oberflächen und Volumen. Durch die Resonanz und den Nachhall neu gemischt, entstehen die Rhythmen, die Materie und die Formen.

„Das Klavierspielen bringt mich in eine privilegierte Position: Einerseits gibt der Klang durch die Ausbreitung durch und gegen die resonanten und nachhallenden Strukturen des Instruments die Möglichkeit, mir und dem Publikum einen präzisen Raum vorzustellen; wenn ich andererseits jeden der Klänge des Klaviers hören kann, liegt das genau daran, dass sie alle im Raum des Instruments enthalten sind, das ich spiele.“ [Jacques Demierre, ABÉCÉDAIRE ABC-BOOK, Verlag Lenka Lente 2018]

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Samstag, 25. Januar 2020, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Dörner - Gramss - Nillesen

DoernerGramssNillesen

Axel Dörner, Trompete
Sebastian Gramss, Kontrabass
Etienne Nillesen, präparierte Snare

Jedes Unglück hat irgendwo auch eine gute Seite – dies bewahrheitete sich auch beim ersten Konzert des Offene Ohren e.V. 2020.

Als wir wenige Tage vor dem Auftritt von So Seet die Nachricht erhielten, dass die schwedisch-äthiopische Vokalkünstlerin Sofia Jernberg krankheitshalber nicht zum Konzert nach München anreisen könne, waren wir nicht nur erleichtert sondern hocherfreut, dass der Berliner Trompeter Axel Dörner kurzfristig als musikalischen Counterpart zu Sebastian Gramss und Etienne Nillesen einspringen konnte. [Nachtrag: Wir freuen uns auch darüber, dass es Sofia mittlerweile wieder besser geht.]

Wie nicht anders zu erwarten wurde es ein komplett unterschiedliches Konzert – aber was für ein fulminanter Start in unsere Saison 2020!

Die zahlreiche Zuhörerschaft bejubelte ein subtiles, organisches Zusammenspiel der drei Musiker, die in dieser Kombination erst zum zweiten Mal zusammen konzertierten.

Axel Dörner entwickelt sich mittlerweile rapide zu einem Stammgast in unserem Programm: Ende Februar wird er (schon wieder) als Gast des Duos Eichenberger-Studer zu hören sein!

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Konzertrückblick 2019

Wir danken unseren Unterstützern, vor allem dem Kulturreferat München, dem Einstein Kultur-Team, den Vereinsmitgliedern und Freunden für Hilfe in Rat, Tat und Budget. Und wir freuen uns über unseren APPLAUS-Preis, der uns im Herbst 2019 von der Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesregierung, Prof. Monika Grütters verliehen wurde – nach 2014, 2016 und 2017 nun zum vierten Mal.

     Logo Applaus

Diese Auszeichnung sehen wir nicht nur als ein wichtiges Zeichen der Honorierung unserer gemeinnützigen Arbeit, sondern auch als ein positives Signal für alle Künstler, die abseits des gängigen Mainstreams neue, frische
und spannende Improvisationsmusik-Erlebnisse zusammen mit einem offenen und neugierigen Publikum entdecken und entwickeln wollen.

Wir freuen uns, Ihnen damit 2020 wieder ein erweitertes Konzertangebot präsentieren zu können.

 

Sonntag, 01. Dezember 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Ullmann/Swell´s Chicago Plan

Chicago Plan

Gebhard Ullmann, Saxofon, Klarinette
Fred Lonberg-Holm, Cello
Steve Swell, Posaune
Michael Zerang, Schlagzeug

„Und sie hatten einen Plan.“ Nach zehnjähriger Partnerschaft zwischen dem New Yorker Posaunisten Steve Swell und dem Berliner Saxofonisten Gebhard Ullmann im erfolgreichen Ullmann–Swell Quartet (mit dem Bassisten Hill Greene und Schlagzeuger Barry Altschul) beschlossen die beiden Musiker ein neues Quartett mit zwei Musikerkollegen aus Chicago zu gründen: dem Cellisten Fred Lonberg-Holm und dem Schlagzeuger Michael Zerang. Der Name: Chicago Plan.

2016 entstand in Chicago die CD The Chicago Plan. Ihr kollektiver Ansatz ist locker, cool und steckt voller Leben:
This is exciting modern jazz that stretches across broad swaths of improvised music, it is strong, and occasionally abstract but ultimately riveting. The music makes for a set of challenging musical sensibilities but remains accessible to the listener, and make one hope that this is the first of many albums from this excellent band. “ Tim Niland [2017, Blog Music and More]

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Samstag, 16. November 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Zoepf & Frangenheim

Zoepf & Frangenheim

Alexander Frangenheim, Bass
Joachim Zoepf, Klarinetten  

Die beiden Musiker Alexander Frangenheim und Joachim Zoepf lernten sich bei der Zusammenarbeit mit Günter Christmann kennen und entwickeln seit 2014 ihre eigene Duo Musik.

Sie verfügen über einen unverkennbaren persönlichen Stil und ein weitreichendes Spektrum an instrumentalen Ausdrucksmöglichkeiten, das nicht zuletzt ihren unterschiedlichen musikalischen Sozialisationen geschuldet ist. Alexander Frangenheims Wurzeln sind in der klassischen Musik zu finden, während die Joachim Zoepfs in der afroamerikanischen Musik liegen.

Sowohl tiefgreifende Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit verschiedenen MusikerInnen der freien Improvisationsszene, als auch die Auseinandersetzung und Kooperation mit anderen Kunstrichtungen gewährleisten spannungs- und abwechslungsreiche Konzerte auf höchstem musikalischen Niveau.

Beide Künstler sind Offene Ohren-Stammhörern in bester Erinnerung:
Joachim Zoepf war letztmals beim Konzert WinckelBOX mit Zoepf 2015 im MUG zu erleben, Alexander Frangenheim gastierte zuletzt im Sommer 2014 im MUG, im Quartett WTTF mit Phil Wachsmann, Pat Thomas, Roger Turner.

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Dienstag, 05. November 2019

Black Box – Gasteig

Quatuor BRAC

Quatuor BRAC

Tiziana Bertoncini, Violine
Soizic Lebrat, Cello
Benoît Cancoin, Bass
Vincent Royer, Viola

Im Quatuor BRAC haben sich vier virtuose StreichinstrumentalistInnen zusammengefunden: die Italienerin Tiziana Bertoncini, sowie Soizic Lebrat (das neue A in BRAC's – in der Originalbesetzung stand hier Martine Altenburger), Vincent Royer und Benoît Cancoin aus Frankreich.

Improvisation ist zugleich Kernkompetenz und Wunschrepertoire dieses Streichquartetts. Das englische string quartet würde indes viel besser zu dessen Spielweise passen, denn die Instrumente werden gezupft, gestrichen, gerieben, geklopft und neben deren Klangkörpern kommt immer auch mal wieder die Stimme zum Einsatz.

Quatuor BRAC liebt die Konfrontation, die Herausforderung des Unvorhergesehenen, die Erforschung der Akustik des Raumes und der Auftrittsituation, und die Interaktion mit der Umgebung.

Die Bereitschaft zum Risiko scheint hier wohl auch deswegen so groß zu sein, weil die Selbstsicherheit, miteinander in jedem beliebigen Augenblick einen neuen musikalischen Weg zu finden, dem Zusammenspiel des Quartetts eine wundervoll kratzbürstige Klarheit gibt.

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Sonntag, 13. Oktober 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Reinhold Friedl Solo Piano

Reinhold Friedl

Reinhold Friedl, Piano

Den Pianisten, Interpreten und Komponisten Reinhold Friedl dürften die meisten mit dem Ensemble „Zeitkratzer“ in Zusammenhang bringen, Offene Ohren Konzertgänger wohl auch mit dem Duo Tobel (mit dem Elektronik-Soundkünstler Franck Vigroux) und deren Gastspiel vor zwei Jahren im MUG.

Weitere wichtige musikalische Partner sind beispielsweise Keiji Haino, Phill Niblock, Masami Akita - besser bekannt als MERZBOW, Mario Bertoncini (nuova consonanza), Lou Reed.

Als Pianist hat sich Reinhold Friedl vor allem auf das Innenklavier spezialisiert und alle einschlägigen Kompositionen gespielt sowie Fachartikel hierüber veröffentlicht.

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Mittwoch, 09. Oktober 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

RogersRuppSchubert

RogersRuppSchubert

Olaf Rupp, Gitarre
Frank Paul Schubert, Sopransaxofon
Paul Rogers, Bass

Dieses Trio des britischen Bassisten Paul Rogers mit dem deutschen Gitarristen Olaf Rupp und dem Sopransaxofonisten Frank Paul Schubert ist eine einzigartige Verschmelzung von freier Improvisation und Kammerjazz.

Hochentwickelte musikalische Techniken werden hier auf ebenso sensible wie energische Weise eingesetzt. So bildet Rogers’ Bogentechnik, insbesondere in den hohen Registern, einen intensiven Kontrapunkt zu Schuberts Spiel zwischen pointillistischen Farbtupfern und kreischend-überbordenden Läufen. Rupp wechselt derweil zwischen dichten Akkordclustern und glasklarem Schnellfeuerspiel.

Das Trio ist ein Klangkessel, der niemals überhitzt aber eine konstante Spannung im temperamentvollen und extrem dynamischen Spiel hält.
Die musikalischen Linien greifen so gut ineinander, dass eine Textur entsteht, die den Zuhörer immer wieder aufs Neue überrascht.

Es gibt nachdenkliche Momente und intensive Soundattacken, aber insgesamt ist vor allem die begeisternde Interaktion der drei Musiker ausschlaggebend für ein zutiefst nachhaltiges Konzerterlebnis.

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Freitag, 06. September 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Røysum & Dörner Duo

Duo Dörner & Røysum

Andreas Røysum, Klarinette
Axel Dörner, Trompete

Im Duo Dörner & Røysum treffen zwei unterschiedliche Generationen musikalischer Improvisation in einer Welt des intuitiven Verstehens aufeinander.

Abstrakte, tonale Landschaften entstehen hier in einer stupenden Vielfalt, die beide Musiker aus ihrer breiten stilistischen Palette schöpfen:

So spielt Axel Dörner klassischen Cool Jazz mit Sven-Åke Johannson genauso souverän wie Experimentelles wie etwa in Contest of Pleasures mit John Butcher und Xavier Charles.
Andreas Røysums musikalische Welt umschließt abstrakten Jazz genauso wie norwegischen Folk und indische klassische Musik, und Counterparts wie Elliott Sharp oder Rhys Chatham.

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Samstag, 15. Juni 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Herr Borelgrip

Herr Borelgrip

Pierre Borel, Saxofon
Joel Grip, Kontrabass

Herr Borelgrip macht seit 2010 eine Vielzahl europäischer Improvisationsbühnen unsicher. Sowohl der Schwede Joel Grip als auch der Franzose Pierre Borel sind improvisatorische Performer ersten Ranges.

Ihre Musik durchlebt ständigen Wandel und permanente Entwicklung. Simultan geschieht Anfang und Ende. Bricht ab und danach aus. Interagierende Intuition. Intensive Beobachtung hörbarer Fokus und zerstreuende Stille, die ihr Ziel vorerst offen lässt. Sie schlägt Dir in die Magengrube und heilt im gleichen Moment Deine Wunden. Sie nimmt alles unter Beschau und bricht erneut aus. Sie bewegt sich weiter bis zu einem bestimmten Moment, hält an und beginnt von Neuem, sich zu entfalten. Überraschend, da man nicht weiß, von woher.

Joel Grip ist seit 2003 einer der Hauptorganisatoren des experimentellen Kunstfestivals Hagenfesten im schwedischen Dala-Floda. Er ist Gründer von Umlaut Records. 2014 gründete er außerdem als Filmemacher-Kollektiv die Produktionsfirma Umlicht.

Pierre Borel lebte lange in Berlin. 2008 absolvierte er einen Master-Abschluss in Jazz am Jazz-Institut in Berlin und hinterfragt Musik und Leben während seines Philosophiestudiums in Paris.

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Freitag, 07. Juni 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Double SOLO Improvisations + Duo

Duo Millà-Willers

Jordina Millà - Andreas Willers im Duo

Jordina Millà – „Males Herbes“

Die katalanische Pianistin Jordina Millà verkörpert die nächste Generation des Pianospiels nach Agustí Fernández, der sie entdeckte und förderte.

An der Codarts University of Arts in Rotterdam sowie an der Ecole Normale de Paris absolvierte sie eine klassische Pianistenausbildung. Heute sind freie improvisierte sowie zeitgenössische Musik ihre Hauptinteressen. Außerdem arbeitet sie in interdisziplinären Projekten mit Tänzerinnen wie Teresa Santos, Sónia Sànchez und Iris Heitzinger. Jordina Millà ist Mitglied von Improject, Col·lectiu Free't und Trio Stalzim.

Anfang 2018 erschien ihr erstes Soloalbum „Males herbes“. Über diese CD schreibt Agustí Fernández:

"Ein Debütalbum ist immer eine offene Tür, ein neuer Weg zum Verständnis und Erleben von Musik, der bis dahin noch nicht existiert hat. [...]
Im Verlauf der einzelnen Tracks, bei denen alle erdenklichen Register des Pianospiels gezogen werden, finden wir extreme Konzentration, fokussiertes Hören (intern wie extern), und eine, wenn man so will, spezifisch weibliche Konsequenz der Herangehensweise.

Die Ruhe vor dem Sturm ist zu spüren - hier bahnt sich jemand kompromisslos seinen musikalischen Weg, immer jedoch in der Balance zwischen Überschwang und Stillstand. Intensität und Sanftheit schließen sich nicht aus – diese CD ist der Beweis dafür. [...] Unter Jordinas Händen erwacht das Piano zum Leben!!"

Andreas Willers – „Drowning Migrant“

Andreas Willers gilt als Ausnahmegitarrist. Sein stilistischer Background ist enorm, die technischen und klanglichen Möglichkeiten, die von sicherem Formgefühl und emotionaler Kraft getragen sind, sind sehr breit.

Er arbeitete mit internationalen Größen zusammen, wie Paul Bley, Urs Leimgruber, Alvin Curran und mit vielen Größen der Berliner Szene wie Johannes Bauer, Axel Dörner und Achim Kaufmann. Als Komponist und Interpret ist er in verschiedenen Bereichen – auch des Jazz und der Neuen Musik – aktiv.

Bei der Solo Performance „Drowning Migrant“ bezieht sich Andreas Willers auf das Material seiner gleichnamigen CD, die 2009 auf dem englischen Label Leo Records erschien. Hier verbindet sich Willers' direkter, an die Frühzeit der E-Gitarre orientierter Ton mit abstrahierend eingesetzter Elektronik zu einer einzigartigen meta-stilistischen Musik.

Ein Bezug zur Flüchtlingspolitik in Europa ist nicht unbeabsichtigt und hat seit dem Erscheinen der CD nichts an Aktualität eingebüßt:

Einige Jahre vor der aktuell allgegenwärtigen Debatte ließ mich der Gedanke an ertrinkende Flüchtende einen hochartifiziellen, dabei aber nicht-destruktiven E-Gitarrenklang assoziieren, den ich mit extremen zeitverschiebenden Digitaleffektalgorithmen (hauptsächlich Hall und parallele Delays) umzusetzen versuchte. Diesen von mir nach Terry Riley ‘Time Lag Accumulator 21’ benannten Aufbau habe ich später für Konzerte verkleinern können, er soll die beklemmende Erkenntnis vermitteln, dass schlichte Ignoranz uns nicht zu Unschuldigen machen kann.

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Freitag, 31. Mai 2019

KIM im Einstein Kultur

Capece - Dafeldecker DUO

Capece - Dafeldecker DUO

Werner Dafeldecker, Kontrabass
Lucio Capece, Bassklarinette

Lucio Capece und Werner Dafeldecker erkunden die Obertonwelt der beiden Instrumente im Rahmen von repetitiven Improvisationsmustern.
Symmetrie, Wiederholung und die daraus resultierenden Strukturen sowie deren Erscheinungsformen sind Themen des im Jahr 2010 gegründeten Duos.

Minimale, oftmals kaum merkliche Transformationen des solitären Materials durch subtile klangliche Veränderungen beleuchten die monolithische Gestalt der akustischen Stücke. Die Momente der Materialwechsel sind nicht genau eingrenzbar und erscheinen flüchtig.

Werner Dafeldecker ist ein österreichischer Improvisationsmusiker (Gitarre, Kontrabass, Elektronik) und Komponist. Werner Dafeldecker studierte am Wiener Konservatorium Kontrabass. Heute lebt er in Berlin und ist auf den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, den Salzburger Festspielen, beim Steirischen Herbst Graz, dem Total Music Meeting und den Berliner Festspielen ebenso aufgetreten wie bei Festivals in Nordamerika, Frankreich und Australien.

Der Argentinier Lucio Capece lebt seit 2004 in Berlin. Zu seinen Installationen gehören Geräusche und Tonhöhen, um die Aufmerksamkeit auf den umgebenden Raum und das Wahrnehmungserlebnis zu lenken. In Gruppen spielt Capece elektroakustisch improvisierte Musik mit Instrumenten der Wahl, darunter das Sopransaxophon, die Bassklarinette und die Shruti Box.

In seinen jüngeren Jahren in Buenos Aires wurde Capece klassisch in Gitarre und Jazz ausgebildet. Später kam er dazu, Schilfinstrumente zu bevorzugen und mit Gruppen wie Avion Negro und Casual zu komponieren. Zu seinen unkonventionellen Solowerkzeugen zählen Heliumballons, Pendel, Synthesizer / Rauschgeneratoren und Ultraviolettlichter.

Wie in seinen Interviews verkündet, konzeptualisiert Capece den Klang als „ein lebendiges Wesen“, und seine Arbeit neigt dazu, die Stadien seiner Schwingungsproduktion, die räumliche Reise und die Wahrnehmung zu erforschen.
Der Forschungsgeist von Capece hat zu längerfristigen Projekten geführt: Zusammenarbeit mit Mika Vainio bei der Veröffentlichung von Trahnie vor Editions Mego und einer Solo-CD des Labels Potlatch mit dem Namen Zero plus Zero, die seit vier Jahren produziert wurde. Er hat mit Künstlern wie Radu Malfatti, Toshimaru Nakamura, Axel Dörner, Kevin Drumm, Rhodri Davies, Julia Eckhardt, Phill Niblock und Pauline Oliveros sowie mit dem Q-O2-Ensemble zusammen mit internationalen Festivals wie Todays Art ( Den Haag), Dis-Patch (Belgrad), Experimenta (Buenos Aires), Alle Ohren (Oslo, Norwegen) und mehr.

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Freitag, 10. Mai 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Zinc & Copper - plus

Zinc & Copper

Hilary Jeffery, Posaune
Friedrich Glorian, Perkussion
Robin Hayward, Tuba
Elena M. Kakaliagou, Horn

Zinc & Copper („Zink und Kupfer“) wurde 2005 von dem Tubisten Robin Hayward gegründet. Die Formation von Horn (Elena Margarita Kakaliagou), Posaune (Hilary Jefferey) und Tuba bildet die Basis für ein variables Ensemble von Blechbläsern, das sich durch innovative Forschung und Pionierleistungen auszeichnet.

Die Entwicklung mikrotonaler Ventilsysteme eröffnet eine beispiellose Untersuchung der Stimmungssysteme auf Blechblasinstrumenten. So wird ein Bezug sowohl zu abendländischen experimentellen Musiktraditionen als auch zu nicht abendländischen Traditionen, wie etwa Maqam, hergestellt.
Durch verzerrte Ansatz- und experimentelle Ventiltechniken werden die Instrumente zu akustischen Geräuschgeneratoren. Halbventiltechniken und Dämpfer ermöglichen eine akustische Filterung des Klangs und eröffnen damit ein breites Farbspektrum.

lm Zeitalter Giovanni Gabrielis, lang bevor moderne „Ventilinstrumente“ erfunden wurden, hatte das Blechbläserensemble dieselbe Bedeutung wie andere Kammermusikbesetzungen. Zinc & Copper hat sich zum längerfristigen Ziel gesetzt, das Profil des Blechblasensembles im 21. Jahrhundert neu zu definieren und diese Art der Kammermusik zu einem wieder stärker beachteten Stand zu verhelfen.

Zinc & Copper lädt gerne für einzelne lokale Live-Auftritte Gäste ein. Im MUG werden sie im zweiten Set zusammen mit Friedrich Glorian auftreten:

Friedrich Glorian begann seine Karriere als professioneller Musiker in den späten 60ern als Sologitarrist bei der Ulmer Krautrockband Prof. Wolfff, einer der ersten Bands, die deutsche Texte verwendete.
Nach einem zweijährigen Studium an Joe Haider's jazz school in München hielt sich der Musiker in den 80er Jahren längere Zeit in Indien auf, wo er sich mit traditionellem nordindischen Gesang und Percussion beschäftigte. 2004 gründete er das Weltmusik-Projekt setu.bandh mit Musikern aus Indien, Georgien, Ungarn und Israel. Aktuell komponiert er neue / experimentelle / elektronische Musik für Tanz-, Multimedia-Projekte und Installationen. Neben Solo Performances mit seiner eigenen Musik tritt er mit Tanz- und Multimedia-Projekten auf.

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Freitag, 03. Mai 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Herzlich Willkommen zu unserem Jubiläumskonzert.
Wir feiern unser 200. Konzert!

Vor allem aber feiern wir die dahinter stehende Entwicklung: Über diese 200 Konzerte hat sich eine Gemeinschaft entwickelt, die sich für Improvisationsmusik begeistert – und für alles, was eng damit verbunden ist: Freiheit, Expressivität, Experimentierfreude, Spontanität, aber auch Dialogbereitschaft, Konzentration, Sinn für Strukturen.

Die Neugierde und die Leidenschaft für improvisierte Musik zeichnet auch unsere eingeladenen Gäste aus. Unsere Jubiläumsveranstaltung präsentiert diesmal nicht nur die akustische, sondern auch die optische Komponente der Improvisation in der Musik:

Žiga Koritnik

Der slowenische Fotograf Žiga Koritnik ist seit den Neunzigerjahren überall da unterwegs, wo diese Musik entsteht und Gehör findet und versteht es, den Entstehungsprozess eindrücklich im entscheidenden Moment festzuhalten. Er wird seinen neu erschienenen Fotoband Cloud Arrangers mitbringen und weiß sicher auch über dessen Entstehungsgeschichte Interessantes zu erzählen.

Bevor wir mit unseren Konzertbesucher in der Nachbarhalle auf die ersten 200 Konzerte und alles, was noch kommen mag, anstoßen, freuen wir uns auf das Jubiläumskonzert:

Duo Joe McPhee & Paal Nilssen-Love

Duo Joe McPhee & Paal Nilssen-Love

Paal Nilssen-Love, Schlagzeug
Joe McPhee, Alt-, Tenorsaxofon, Trompete

Selten wurde ein Gebläse-Schlagwerk – Duo so eingehend und sorgfältig auf Tonträgern dokumentiert wie das des Trompeters/Saxofonisten Joe McPhee und des Schlagzeugers Paal Nilssen-Love, unter anderem mit einer 7-CD Box: Candy.

Eine Kritik auf freejazzblog.org schließt mit den Worten: Diese Musik ist jenseits von Schönheit, jenseits von Traurigkeit, jenseits von Worten. Jenseits! Alles was man darüber schreiben würde, könnte dieser Musik nicht gerecht werden.

Wir finden, eine bessere Art, unser Konzert Nummer 200 zu feiern, kann es nicht geben!

Joe McPhee ist Multi-Instrumentalist, Improvisator, Komponist und Konzeptionalist. Achtjährig begann er das Trompetenspiel, später, inspiriert durch Albert Ayler, griff er auch zum Saxofon und begann seine intensive Beschäftigung mit sowohl akustischer wie elektronischer Musik. Auf Clifford Thorntons Platte Freedom and Unity ist er erstmals als Sideman dokumentiert, bald darauf folgten zahlreiche Einspielungen auch als Leader.

Bestimmende Einflüsse für McPhees Entwicklung eigener Musiktheorien waren Pauline Oliveros' „deep Listening“ und Edward De Bonos „lateral Thinking“.
Den disruptive Ansatz, sich einer Lösung bewusst aus ganz neuen Blickwinkeln anzunähern, übertrug er auf seine eigene Herangehensweise an kreative Improvisation.

Ein Ergebnis dieses lateralen Denkens war der provokative Prozess, der zu seinem Konzept der PO Music führte: „Es ist eine Hypothese des POsitiven, POetischen und (POssible) der Möglichkeiten, fixe, überkommene Ideen zu verlassen um Neue zu finden“.

Paal Nilssen-Love  ist laut downbeat (Dan Quelette 2002) „einer der innovativsten, dynamischsten und vielseitigen Schlagzeuger der aktuellen Szene“.

Zu einem guten Teil ist dies seiner Arbeitsweise geschuldet: Er ist gleichzeitig in einer Vielzahl von Bands und Projekten aktiv, die als gemeinsamen Nenner jedoch immer ein hohes Energie- und Dynamik-Niveau aufweisen. Genannt seien hier stellvertretend The Thing, Territory Band, Atomic, Sten Sandell Trio und vor allem das Brötzmann Chicago Tentet, aber auch Duos mit Ken Vandermark, Mats Gustafsson oder Lasse Marhaug.

Die Basis wurde schon in seiner Jugendzeit gelegt. Er wuchs als Sohn eines Schlagzeugers und Jazzclub-Betreibers im norwegischen Stavanger auf und kam schon früh mit Saxofonist Frode Gjerstad in musikalischen Kontakt.

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Freitag, 05. April 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Mercury

Mercury

Lori Freedman, Bassklarinette
Nicolas Caloia, Bass

Mercury ist das Produkt einer langjährigen Zusammenarbeit zweier Schlüsselfiguren der Improvisationsszene des kanadischen Montreal: Lori Freedman, Klarinetten, und Nicolas Caloia, Bass.

Nach 15 Jahren, in denen die beiden gemeinsam komponierten, improvisierten, diskutierten, schrieben und Musik aufnahmen, beschlossen Lori und Nick, ein Repertoire zu entwickeln, das dem spezifischen „Open-Form“ - Ansatz der Szene in Montreal reflektierte.

Das nahtlose Verweben geschriebener und improvisierter Teile führte zu einem einzigartigen Sound mit dynamisch-dialoghafter Struktur, reich an polyphonen und gestischen Elementen. Jedes der Stücke hat seine ureigene spielerische Qualität, die von den beiden erfahrenen Musikern gekonnt in Szene gesetzt werden.

Auftritte des Duos beinhalten Kompositionen beispielsweise von Earle Brown, John Cage, Cornelius Cardew, Christian Wolff, Malcolm Goldstein genauso wie eigene Stücke und freie Improvisation.

Lori Freedman ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Improvisatorinnen ihrer Generation, und speziell ihre Bassklarinette hat einen unvergleichlichen Ton. Wichtige musikalische Partner waren und sind Steve Lacy, Roscoe Mitchell, Misha Mengelberg, Joe McPhee, Toshimaru Nakamura, Rohan de Saram, John Butcher, Joëlle Léandre, George Lewis, Axel Dörner, Phil Minton, Frances-Marie Uitti und Richard Barrett. Ende 2006 war sie mit „Queen Mab“ erstmals Gast des Offenen Ohren e.V..

Nicolas Caloia ist mit seiner einzigartigen Musikalität ein Eckpfeiler der kanadischen Improvisationsszene. Als Bassist, Komponist und Bandleader arbeitet er zusammen mit Tristan Honsinger, Joe McPhee, Malcolm Goldstein, Jean Derome, Joshua Zubot, Roscoe Mitchell, Marshall Allen, Steve Lacy, Hassan Hakmoun, William Parker, Pandit Hariprasad Chaurasia.

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Freitag, 22. März 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Ein Abend der Entdeckungen! Beide Solisten sind seit Jahrzehnten aktiv, aber die internationale Anerkennung wurde ihnen noch nicht so zuteil wie sie es verdient hätten. Erleben Sie mit uns zwei verborgene Schätze europäischer Improvisationskunst!

Stephen Grew and Guillaume Gargaud @ MUG

Stephen Grew und Guillaume Gargaud – auch als Duo perfekt

Stephen Grew Piano solo

Stephen Grew über Stephen Grew: "Meine Musik generiert sich selbst aus der unmittelbaren Notwendigkeit, Klavier zu spielen. Sie entstand über tausende von Stunden improvisierten Spiels und wird sich in einem kontinuierlichen Strom neuer Ideen von Sounds, Technik, Stimmungen, Strukturen, Tonalität und Spiritualität beständig weiterentwickeln.

Der Engländer Stephen Grew ist immer noch eines der bestgehütetsten Geheimnisse europäischen improvisierten Pianospiels. Nach seinem Duoauftritt mit Bruder Nicholas vor acht Jahren besucht er den Offenen Ohren e.V. nun als Solist.

Guillaume Gargaud Gitarre solo

Guillaume Gargaud ist Komponist und improvisierender Gitarrist. Er lebt in Le Havre in France, wo er auch Musik unterrichtet. Sein expressives Spiel lebt von harschen Gegensätzen: dröhnende Noise-Rock-Attacken transformieren unvermittelt zu psychedelischen Traumlandschaften, nur um im nächsten Moment einer Melodie im besten amerikanischen Gitarrenstil zu weichen. Seine stupende Technik erinnert an Steffen Basho-Junghans oder auch Nick Drake.

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Samstag, 23. Februar 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Michel Doneda & Adrian Myhr

Myhr-Doneda

Michel Doneda, Sopransaxofon
Adrian Myhr, Bass

Adrian Fiskum Myhr ist ein Bassist aus Oslo und in Bands wie Damana, Bansal Band oder Oker aktiv. Mit Oker spielte er 2016 im MUG. Michel Doneda kommt aus Frankreich und ist bereits seit Jahrzehnten in der europäischen Improvisationsszene aktiv. Bevorzugte musikalische Partner sind zum Beispiel John Zorn und Fred Frith sowie der französische Perkussionist Ninh Lê Quan, mit dem er 2017 Gast beim Offene Ohren e.V. war.

Das Duo Doneda-Myhr spielt akustisch frei improvisierte Musik. In den letzten Jahren waren sie bereits viel gemeinsam unterwegs: als Trio mit dem norwegischen Schlagzeuger Tore Sandbakken sowie mit dem Videokünstler Xavier Querel als Quartett auf diversen Tourneen in Norwegen, Dänemark, Frankreich und der Schweiz.

Im Winter 2016 spielten sie ihre ersten Konzerte als Duo. In dieser Konstellation liegt ihr gemeinsamer Fokus auf der Erkundung der Klangmöglichkeiten ihrer Instrumente. Das Sopransaxofon und der Kontrabass decken hierbei ein breites Spektrum ab – von schrillen, hochfrequenten Ausbrüchen bis zu dunkel-tiefgründigen Drones.

Beide verwenden unkonventionelle Spieltechniken und Präparierungen ihrer Instrumente, um unerwartete und facettenreiche musikalische Ergebnisse zu erzeugen. Hörenswert!

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Freitag, 18. Januar 2019

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Sestetto Internazionale

Sestetto Internazionale

Achim Kaufmann, Piano / D
Harri Sjöström, Sopransaxofon / SF
Ignaz Schick, Turntables, Elektronik / D
Alison Blunt, Violine / GB
Veli Kujala / Akkordeon / SF
Gianni Mimmo, Sopransaxofon / I

Das Sestetto Internazionale ist ein Sextett mit einer sehr ungewöhnlichen Instrumentierung. Der finnische Saxophonist Harri Sjöström war es, der 2015 diese Gruppe für eine Tournee durch Finnland zusammenstellte. Seine europäischen Musikerkollegen sind der finnische Akkordeonist Veli Kujala, der italienische Sopransaxofonist Gianni Mimmo, die britische Geigerin Alison Blunt und die Berliner Achim Kaufmann und Ignaz Schick an Piano und Turntables.

Brillantes Zusammenspiel, verblüffende Stimmführungen und Deklinationen von Tonnuancen sind die Charakteristika des Sestetto Internazionale, das einige der innovativsten Stimmen der aktuellen Improvisationsszene zusammenbringt.

Zu erwarten sind faszinierend einfallsreiche, lebhafte und feinsinnige Instant-Kompositionen, zeitgenössische Anmutungen, raffinierte Erzählungen, detailgenaue Soundscapes und kammermusikalische Eleganz in einer mitreißenden Performance.

Der Bayerische Rundfunk hat das Konzert 2019 live mitgeschnitten. Hier ist das komplette Konzert zu bekommen, als CD oder Digitales Album LIVE IN MUNICH 2019 - Sestetto Internazionale: https://harrisjostrom.bandcamp.com/album/live-in-munich-2019-2.

Samstag, 12. Januar 2019

MUG - Münchner Untergrund im Einstein

knknighgh - Nate Wooley Quartet

Knknighgh

Nate Wooley, Trompete
Lotte Anker, Altsaxofon
Felix Henkelhausen, Bass
Dré Hočevar, Schlagzeug

Nach dem durchschlagenden Erfolg von knknighghs erster CD ist der Trompeter Nate Wooley zurück - nicht nur mit einem Konzept, das die minimalistische/maximalistische Kompositionstechnik dieser ersten Aufnahme erweitert, sondern auch mit einer neuen Besetzung:
Lotte Anker am Saxofon, Felix Henkelhausen am Bass und wiederum Dré Hočevar am Schlagzeug.

Der bisherige Ansatz des Zusammenspiels innerhalb der Gruppe und der darin sich entwickelnden Spannungen werden durch diese Vollblutmusiker auf ein komplett neues Level gehoben. Wir erleben ein musikalisches Cliff-Diving ersten Ranges. Immer wieder stürzen sich die Improvisatoren von musikalischen Klippen, um den Adrenalinkick waghalsiger Melodielinien und schräger Harmonien optimal auszukosten.

Die neue Musik fordert die Hierarchie eines Free-Jazz-Quartetts heraus, indem sie die Musiker unmerklich vom typischen Jazzansatz Thema - Solo - Solo - Thema weg und hin zu einem neuen kollektiven Sound leitet. Das Ergebnis ist eine überraschend rauhe und wunderbar einfallsreiche neue Musik.

Wir werden als eine Station der ersten Tournee dieses neuen Ensembles wieder einmal live und unmittelbar bei der Entwicklung eines neuen Gruppensounds dabei sein können!

PS: knknighgh wird wie "knife" ausgesprochen.

 

Konzertrückblick 2018

Mittwoch, 05. Dezember 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

AAaA - About Angels and Animals
Klare+Gabriel Sax Duo

AAaA @ Gremio Caldense

Jan Klare, Saxofone
Julius Gabriel, Saxofone

Das Abschlusskonzert des Jahres 2018 übernimmt eine Duokombination, die wir eher mit einer Großformation in Verbindung bringen – Jan Klare als Leiter und Julius Gabriel als Mitglied der Formation the Dorf, welche schon etliche europäische Festivals unsicher gemacht hat.

In der intimen, aber gleichwohl expressiv-explosiven Saxofon-Doppelbesetzung werden sie uns Stories erzählen „about Angels and Animals“ – wir sind gespannt!

Freitag, 23. November 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Instant Songs

Instant Songs

Frank Gratkowski, Saxofon
Sebastiano Tramontana, Posaune

Auch das letzte Konzert im November ist ein déjà vu: Frank Gratkowski und Sebastiano Tramontana stellten ihre „Instant Songs“, spontane lyrisch-melodiöse bis expressive “Geschichten aus dem Märchenwald” bereits 2005 in der Seidlvilla vor. 

Beide sind seither in zahlreichen Formationen erfolgreich unterwegs. Dieses Projekt aber liegt ihnen besonders am Herzen, da es komplett anders ist als alle ihre sonstigen Aktivitäten.  Nach dreizehn Jahren sind wir gespannt auf das Wiederhören bei den Offenen Ohren!

Freitag, 16. November 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

rts - Hirt/Walter/Vorfeld

rts - Hirt/Walter/Vorfeld

Erhard Hirt, Gitarre, Elektronik
Michael Vorfeld, Perkussion, Saiteninstrumente
Florian Walter, Altsaxofon, Kontrabass-Saxofon

Hinter dem kryptischen Kürzel „rts“ verbergen sich der Gitarrist und Elektroniker Erhard Hirt sowie der Schlagzeuger, Erfinder perkussiver Saiteninstrumente und Glühbirnen-Künstler Michael Vorfeld, außerdem der Saxofonist Florian Walter.

Hirt und Vorfeld waren schon in unterschiedlichen Formationen bei den Offenen Ohren zu Gast, in diesem neuen Trio werden wir ein Amalgam generationsübergreifender experimenteller Klänge erleben.

Samstag, 03. November 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

im Konzert: Ståle Liavik Solberg, Barre Phillips, John Butcher

Ståle Liavik Solberg, Schlagzeug / N
Barre Phillips, Bass Solo / USA
John Butcher, Tenor-, Sopransaxophon / GB
3. Set: Barre Phillips + John Butcher & Ståle Liavik Solberg Duo

Doppelkonzert !

Dieser Konzerttermin ist eine einzigartige Möglichkeit, zwei Großmeister der Improvisation an einem Abend und in der Intimität des MUG auch hautnah zu erleben: Zum einen Barre Phillips mit einem exklusiven Bass Soloauftritt, sein einziges Konzert nach einem Festivalauftritt in Salzburg, zum anderen John Butcher, einer unserer Wegbegleiter der ersten Stunde, der diesmal Ståle Liavik Solberg, einen jungen, experimentierfreudigen Schlagzeuger aus Norwegen, mitbringt.

Barre Phillips Bass Solo: End to End

Konzertkooperation mit ECM Records

End to End heißt Barre Phillips‘ jüngstes Solowerk, entstanden in Südfrankreich und erschienen auf dem Münchner Plattenlabel ECM Records.

Barre Phillips beeindruckt hier, ob pizzicato oder arco spielend, mit seiner Entschiedenheit: Jede Note, jede Klangfarbe, jeder Sound und jede Form ist wohlüberlegt, sorgfältig strukturiert und gleichzeitig voller eruptiver Kraft und emotioneller Energie. Dies ist die derzeit letzte Station auf einer inneren musikalischen Reise, die vor 50 Jahren mit der Veröffentlichung der weltweit ersten Bass-Solo-LP (Journal Violon) begann.

Zum fünften Mal ist Barre Phillips schon zu Gast bei den Offenen Ohren – zweimal im Trio dlp mit Urs Leimgruber und Jacques Demierre, einmal im Duo mit dem Kanadischen Geiger Malcolm Goldstein, und einmal mit seinen Bassistenkollegen Tetsu Saitoh und Sebastian Gramss. Und dennoch ist dieses Konzert eine Premiere: erstmals kommt er als Solist in den MUG, „our old bunker friend of Munich“, wie Barre den Konzertort liebevoll beschreibt (Listening, Lenka Lente 2016).

John Butcher & Ståle Liavik Solberg Duo

John Butcher, Tenor-, Sopransaxophon / GB
Ståle Liavik Solberg, Schlagzeug / N

John Butchers Duo mit Ståle Liavik Solberg entstand im Jahr 2015 im renommierten Londoner Café OTO. Es folgten Tourneen in Skandinavien und England.

Unkonventionell ist sowohl Spielweise und musikalisches Material als auch die Instrumentierung – Solbergs Schlagzeug ist eine Ansammlung von Snaredrums verschiedenster Größen.

Die Duokonzerte oszillieren zwischen relaxtem Drive und musikalischen Konfrontationen und Herausforderungen. Haben die Beiden Neues zu erzählen? Ja sicher, immerzu und immer anders! Nicht in dem Sinne, dass der Ausdruck an sich neu wäre, die Feinheiten stecken vielmehr im Detail und in den vielen Mikrostrukturen und Dialogen; und sie machen wieder einmal die Vitalität und kontinuierliche Selbsterneuerung grenzenloser Improvisation deutlich.

Hinweis: Das Konzert des hier entstandenen Trios mit Barre Phillips, John Butcher und Ståle Liavik Solberg ist auf offiziellem Tonträger veröffentlicht. Der sprechende Titel der CD:  We met – and then
Näheres hier:
https://relativepitchrecords.bandcamp.com/album/we-met-and-then

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Applaus 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Fish-Scale Sunrise 

Fish Scale Sunrise

Ab Baars, Tenorsax, Klarinette, Shakuhachi
Joe Williamson, Bass
Kaja Draksler, Piano

Fish-Scale Sunrise - Ab Baars‘ neues Trio wurde nach einem Gedicht des amerikanischen Lyrikers und Essayisten Wallace Stevens (1879–1955) benannt.

Zum ersten Mal taucht in einem Ab Baars-Ensemble ein Klavier auf, wunderbar gespielt von der slowenischen Pianistin Kaja Draksler, die Ab Baars auch schon in ihre eigenen Projekte eingeladen hat. Das Klavier erweitert die Möglichkeit für seine Kompositionen und Improvisationen. Es ermöglicht ein neues Gewicht für Nuancen von Timbre und Dynamik sowie einen harmonischen Reichtum, der mit dem eines Orchesters konkurriert.

Die schlagzeuglose Besetzung zieht die Musik aus dem Jazz-Idiom heraus und gibt dem Bass einen einzigartigen Platz im Gesamtsound. Joe Williamsons enorme stilistische Bandbreite und profunde Technik tun dazu ihr Übriges.

Die Breite des Triospiels reicht von moderner Klassik bis hin zu kompletter Freiheit von Ausdruck, Stil und Expressivität. Ab Baars´einzigartiges Spiel wird hier in einem komplett neuen Kontext beleuchtet, und das Trio wirkt gleichermaßen selbstsicher und enthusiastisch wie suchend und erforschend – intellektuell, intim und emotionsgeladen! Ein Erlebnis, das durch den APPLAUS-Preis der Initiative Musik ermöglicht wird.

Freitag, 19. Oktober 2018

Subsonicspace Series 2017
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Flutes 'n' Squeaks

Flutes 'n' Squeaks

Mark Alban Lotz, Flöten
Alan „Gunga“ Purves, Schlagzeug, Squeaks

Alan “Gunga” Purves und Mark Alban Lotz laden uns heute ein auf eine imaginäre Achterbahntour voller Emotionen, schrecklich lustig, spannend, unvorhersehbar, zwischen Sternenstaub und Hühnerfarm, zwischen Klassik und Slapstick, zwischen Traum und Albtraum.

Der Schlagzeuger und Squeekologist Alan ‘Gunga’ Purves und der Multi-Flötist Mark Alban Lotz sind beide dafür bekannt, ihre eigenen musikalischen Universen zu entwickeln und mit allerlei schrägen Gestalten und Stories zu bevölkern.

Zusammen sind sie Garanten für ein einmaliges musikalisch-visuelles Abenteuer: Zwei Modernisten, die sich zusammentun, um mit neuerfundenen Sounds eine Reise in verschüttete alte und verquere neue Welten zu unternehmen. Die beiden werden uns neue Sichtweisen auf Klänge, Melodien, Rhythmen geben, und, so ganz nebenbei, eine aberwitzige Story erzählen.

Freitag, 12. Oktober 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Das B

Das B @ MUG

Magda Mayas, Piano
Mazen Kerbaj, Trompete, Objekte
Mike Majkowski, Bass
Tony Buck, Schlagzeug

Mazen Kerbaj, improvisierender Trompeter und kritischer Zeichner und Karikaturist aus dem Libanon und Mitbegründer der dortigen Improvisationsszene, lebt heute in Berlin.

Analog zu seinem seit 13 Jahren existierenden Beiruter Improvisationsensemble „A“ Trio hat er 2015 in Berlin sein Quartet "Das B" zusammengestellt. Er kooperiert hier mit dem Duo Spill, bestehend aus Magda Mayas und Tony Buck, sowie dem Kontrabassisten Mike Majkowski, drei Musiker der international zusammengesetzten Berliner Improv-Szene.

Anfang 2015 waren ¾ dieses Projektes bereits einmal in München zu Gast. Offene Ohren e.V.–Mitglied Colin Gilder organisierte damals ein Triokonzert mit Mazen, Magda und Tony in der Villa Stuck.

Alle vier Musiker haben jeweils individuell sehr persönliche und raffinierte Ansätze für ihre Instrumente entwickelt. Als Quartett erschaffen sie einen Baldachin differenzierter Klangwelten, welche sich natürlich entfalten und organisch entwickeln.

Freitag, 13. Juli 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Duo Jan Roder - Olaf Rupp

Duo Roder-Rupp

Jan Roder, Bass
Olaf Rupp, Gitarre

Olaf Rupp und Jan Roder kennen sich schon seit langer Zeit. Sie spielen sowohl als Duo miteinander, als auch im Trio mit Rudi Mahall unter dem Namen JR3. Eine neue CD wurde gerade bei dem New Yorker Label Relative-Pitch-Records veröffentlicht.

Jan Roder hat mit verschiedenen bekannten Vertretern des progressiven Jazz in Deutschland gespielt, wie beispielsweise Alexander von Schlippenbach, Axel Dörner oder Ulrich Gumpert.

Der Gitarrist Olaf Rupp erforscht auf seinem Instrument mit kompromissloser Radikalität die Räume der freien Improvisation. Seine äußerst virtuosen selbstentwickelten Spieltechniken sind das Ergebnis einer individuellen künstlerischen Disziplin, die fern aller Vorgaben und Konventionen die klanglichen Grenzen des Instruments kontinuierlich erweitert. In seiner subtilen pointillistischen Klangwelt erscheint der Einzelton als Farbpunkt innerhalb einer übergeordneten Matrix.

Es erwartet uns ein rein akustisches, technisch versiertes und konzentriert-spielfreudiges Gitarre-Bass-Duo. Offene Ohren!

Montag, 14. Mai 2018

Applaus 2018
Black Box im Gasteig

Tilbury, Prevost & Vandermark
    The Core of AMM meets Vandermark

Tilbury, Prevost & Vandermark

John Tilbury, Piano / GB
Ken Vandermark, Saxofone / US
Eddie Prevost, Schlagzeug / GB

Zwei musikalische Welten treffen hier aufeinander, die gleichwohl die Geisteshaltung radikaler Neuerung ihrer Musikwelten als Gemeinsamkeit mitbringen.

Der britische Pianist John Tilbury und der britische Schlagzeuger Eddie Prevost bilden den aktuellen Kern des epochemachenden Improvisationsensembles AMM.

AMM wurde bereits 1965 vom Saxofonisten Lou Gare, Gitarristen Keith Rowe sowie von Eddie Prevost gegründet. 1980 kam John Tilbury dazu. Die Musiker von AMM entwickelten eine Tonsprache und Spielhaltung, die sowohl die damaligen Möglichkeiten der Neuen Musik als auch des freien Jazz radikal überschritt.

Damit war die Gruppe für Improvisatoren der verschiedensten Musikgattungen, von der Rockmusik bis hin zur Klassik sowie für die Entstehung einer eigenständigen Freien Improvisation beispielgebend, ähnlich wie vielleicht sonst nur noch das gleichzeitig entstandenen Improvisationsensemble Musica Elettronica Viva (MEV) um Alvin Curran, Frederic Rzewski und Richard Teitelbaum.

AMM versteht sich immer als Kollektiv. Wenn auch die individuellen Stimmen für den Prozess der interaktiven Klangerzeugung wichtig sind, bleibt das Ergebnis grundsätzlich auf Kollektivimprovisationen und nicht auf eine Folge solistischer Beiträge ausgerichtet.

Der US-amerikanische Jazzsaxofonist und Klarinettist Ken Vandermark fügt sich einerseits in diese grundsätzliche Ideenwelt ein, anderseite erweitert er das musikalische Geschehen wesentlich aufgrund seiner multistilistischen Interessen und Offenheit für neue Klänge und Aufbrechen bestehender musikalischen Konventionen.

Die Liste der Jazzmusikern, mit denen er Platten aufgenommen hat, ist lang, dazu gehören etwa Hal Russell, Paul Lytton, Joe Morris, Peter Brötzmann und Paul Lovens. Er hat auch zahllose eigene Formationen geleitet, wie zum Beispiel Free Fall, Free Music Ensemble, Territory Band (großes Orchester mit wechselnden Besetzungen), Rara Avis und - vielleicht am bekanntesten - die Vandermark 5.

Samstag, 21. April 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Akira Sakata Trio:  ARASHI!

Arashi

Paal Nilssen-Love, Schlagzeug / NO
Johan Berthling, Bass / SE
Akira Sakata, Saxofon, Klarinette, Stimme/ JP

Arashi ist das japanische Wort für Sturm und ein adäquater Name für dieses Powertrio, bei dem sich der Altmeister des japanischen Hardcore Free Jazz, Akira Sakata, mit einer diabolischen norwegischen Rhytmusgruppe zusammentut, die man spontan auch mit Mats Gustafsson assoziieren könnte.

Akira Sakata ist vielen noch als Teil des Yosuke Yamashita Trios aus den Siebziger Jahren in Erinnerung. Bei Arashi hört man ihn aber nicht nur an seinem Hausinstrument, dem Altsaxofon, sondern auch als Sänger. Aber Sakata hat noch ein drittes Werkzeug: die Klarinette. "Hier werden die rohen Männer immer so zärtlich - oder sprachnah. Oder vollständig verrückt" meinte Diedrich Diederichsen, Spex Magazin.

Johan Berthling ist Bassist im Spannungsfeld zwischen europäischem Free Jazz und experimentellem Rock unterwegs und hat mit so ziemlich allen nordeuropäischen Schwergewichten dieser Genres zusammengespielt, wie zum Beispiel Sten Sandell, Christer Bothén, David Stackenäs, Raymond Strid. Er ist Mitbegründer von so energielastigen Gruppen wie Fire!, Nacka Forum und Tape, und ist von daher eine logische Ergänzung zu Paal Nilsson-Love und Akira Sakata im Power-Trio Arashi.

Paal Nilssen-Love ist laut downbeat (Dan Quelette) "einer der innovativsten, dynamischsten und vielseitigen Schlagzeuger der aktuellen Szene". Zu einem guten Teil ist dies seiner Arbeitsweise geschuldet: Er ist gleichzeitig in einer Vielzahl von Bands und Projekten aktiv, die als gemeinsamen Nenner jedoch immer ein hohes Energie- und Dynamik-Niveau aufweisen. Genannt seien hier stellvertretend The Thing, Territory Band, Atomic, Sten Sandell Trio und vor allem das Brötzmann Chicago Tentet, aber auch Duos mit Ken Vandermark, Mats Gustafsson oder Lasse Marhaug. Die Basis wurde schon in seiner Jugendzeit gelegt. Er wuchs als Sohn eines Schlagzeugers und Jazzclub-Betreibers im norwegischen Stavanger auf und kam schon früh mit Saxofonist Frode Gjerstad in musikalischen Kontakt.

Dieses Konzert verspricht, wie das von Free-Jazz Ikone Peter Brötzmann vor anderthalb Jahren im MUG, wieder ein hochenergetisches und powervolles Ereignis zu werden. Nicht von ungefähr hatte ja Peter Brötzmann bei einem ihm gewidmeten Festival 2011 in Wels Akira Sakata als einen der prominenten japanischen Gäste eingeladen, mit denen er bei seinen zahlreichen Japan-Tourneen immer wieder gerne zusammentraf.

Beim Wiener Label Trost Records erschien die LP/CD "ARASHI" (TR130, 2014) sowie der Live-Mitschnitt eines Konzertes 2017 im Fylkingen, Stockholm als CD ARASHI - Trost Live Series (TLS001).

Dienstag, 17. April 2018

Piano 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

(ein)blicke – TanzMusikPerformance

Fine Grafenhorst Dance Project

Hildegard Kleeb, Piano
Fine Grafenhorst, Tanz
Christian Wolfarth, Perkussion
Roland Dahinden, Posaune

Eine Musikerin, zwei Musiker und eine Tänzerin treffen zum ersten Mal in einem unbekannten Raum zusammen.
Wer sind sie? Was ist das für ein Raum, der ihnen eine Hülle bietet? Bietet er Schutz? Schafft der Raum Raum für andere Räume? 
Vier verschiedene Wege und Biografien, vier KünstlerInnen, die sich begegnen und sich öffnen für (ein)blicke in ihre individuelle Sicht und Wahrnehmungen.

Speziell für dieses Konzert im MUG hat Fine Grafenhorst (geb. Kwiatkowski) , zusammen mit ihren Schweizer Künstlerkollegen, dieses Projekt entwickelt.

Fine Grafenhorst: Immer wieder treffe ich auf Künstler aus den Bereichen zeitgenössischer Tanz, zeitgenössische und Neue Musik, Bildende Kunst und Schauspiel. Diese Begegnungen spiegeln den Moment eines intensiven, spannungsreichen, sich anziehenden und abstoßenden Augenblickes wider, der ein hohes Maß des Scheiterns beinhalten kann, oder beglückend in gemeinsamer Ekstase oder Stille mündet. Eine Art "Gespräch", welches sehr direkt und tief den Kern des nicht mehr Sagbaren treffen kann.

Fine Grafenhorst war 2011 mit ihrem Multimedialen Projekt „Cri du Coeur“ bei den Offenen Ohren zu Gast, Christian Wolfarth zuletzt Ende 2017 im Quartett „Der Verboten“. Die Pianistin Hildegard Kleeb und den Posaunisten Roland Dahinden begrüßen wir zum ersten Mal.

Roland Dahinden studierte Posaune und Komposition, zunächst an der Musikhochschule in Graz bei Erich Kleinschuster und Georg Friedrich Hass und bei Vinko Globokar an der Scuola di Musica in Fiesole bei Florenz. Von 1992-95 war er Assistent von Alvin Lucier und Anthony Braxton an die Wesleyan University in Connecticut. 2002 schloss er ein PhD Program bei Vic Hoylund an der Birmingham University (GB) mit dem Doctor of Philosophy in Music ab.

Als Posaunist fühlt er sich sowohl in improvisierter Musik und Jazz als auch in der zeitgenössischen Musik heimisch. Seit 1987 spielt er mit seiner Frau, der Pianistin Hildegard Kleeb, im Duo.

Hildegard Kleeb studierte Klavier am Züricher Konservatorium, und danach unter anderem bei Eric Gaudibert in Genf und bei Jürg Wyttenbach an der Musikhochschule Basel. Sie ist Improvisatorin sowie Interpretin Neuer Musik. Mit Roland Dahinden war sie 1992-1995 an der Wesleyan University, Connecticut und arbeitete dort mit Anthony Braxton und Alvin Lucier und Christian Wolff zusammen.

Konzerttourneen führten Roland Dahinden und Hildegard Kleeb durch Europa, nach Amerika, Afrika und Asien.

Beide haben eine innige Beziehung zur Bildenden Kunst. Zu Roland Dahindens kompositorischen Werken zählen Klanginstallationen und Klangskulpturen.
Hildegard Kleeb beschrieb sich in einem Artikel der Zentralschweiz am Sonntag mal selbst als bildende Künstlerin: „Ich habe die Vorstellung des Flügels als Skulptur, die im Raum steht und klingt. Der Flügel als eine Soundmasse, an der ich wie eine Bildhauerin arbeite."

Wir freuen uns auf die (ein)blicke!

Freitag, 06. April 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Double Dansk Solo
  > Measures
  > Frogs /Toads
Double Dansk Solo

Henrik Pultz Melbye, Holzblasinstrumente
Adam Pultz Melbye, Bass

Dieses Doppelkonzert ist quasi ein Familienunternehmen der beiden dänischen Brüder Pultz Melbye, wobei Adam, der Bassist, bereits 2015 bei uns im Lotte Anker Trio durch seine Intensität, Präzision und Spielfreude auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Hier meldet sich Adam Pultz Melbye, der seit 2013 in Berlin lebt, nun solistisch mit seinem Projekt Measures zurück. Sorgfältig werden musikalische Strukturen aufgebaut, einerseits hochpräzise und mit Sinn für kleinste Details, andererseits mit fröhlicher Verspieltheit und abenteuerlustiger Suche nach neuen Sounds – gestrichen, gezupft oder perkussiv.

Eyal Hareuveni, allaboutjazz.com zu seinem zweiten Solo-Album Measures (Dez. 2017): „Melbye, gifted with masterful and highly creative command of the double bass, uncovers the insides of this massive instrument in a series of nine concise improvisations. […] “That” is a wise and playful improvisation that employs the resonating wooden characteristics of the bass and on “Zossener” it sounds as if the bow is the main instrument and the double bass is employing various extended techniques on the bow. “Knee Left” returns to the opening improvisation, applying similar methods and reaching a satisfying closure in this arresting journey.
Highly impressive.”

Sein jüngerer Bruder Henrik lebt in Kopenhagen. Er ist ebenfalls auf der experimentellen und improvisatorischen Schiene unterwegs, wobei erste Aktivitäten unter anderm die Leitung einer Avantgarde-Rockformation umfassten.

2011 machte er seinen Master in Musik an der Academy of Music in Esbjerg. Seit 2017 besucht er ein Aufbaustudium an der the Rythmic Music Conservatory in Copenhagen.

In seinem Soloprojekt Frogs / Toads spielt er hauptsächlich akustisches Tenorsaxofon und befasst sich insbesondere mit Raum-Interaktionen sowie mit akustischen Verhältnissen von Räumen unterschiedlichster Dimensionen.
Die kurzen und präzisen Improvisationen werden hochintensiv und diszipliniert gespielt. Sie geben einen guten Einblick sowohl in Henrik Melbyes komplexes und reichhaltiges musikalisches Vokabular wie auch in die technische Beherrschung seines Instrumentes, die durch Atemtechnik und Feedbacks die Musik teils multiharmonisch erklingen lässt.

„He’s exploring the possibilities of the saxophone with minimalistic tonepaintings and sound-wrenching tensions. It’s challenging, varied and exciting.” Niels Overgård, Jazznyt.com

Dienstag, 20. März 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Trio Mukti

Trio Mukti

Emil Gross, Schlagzeug
Anupriya Deotale, Violine
Paul Rogers, Bass

Das Trio Mukti ist, laut eigenem Bekunden, ein Traumprojekt des südburgenländischen Kosmopoliten Udo Preis, der als umtriebiger Organisator des Impro-/Jazz-Festivals Limmitationes in Rudersdorf fungiert. Die Rhythmusgruppe, auch als Duo „Peal“ bekannt, ist dort schon seit Jahren quasi Inventar. Auf einem der Begegnungs-Workshops entstand dieses Trio, das in perfekter Weise Elemente nordindischen klassischen Violinspiels und traditioneller Improvisationsmethoden Indiens mit europäischer freier Improvisation verschmelzen lässt.

Anupriya Deotale studierte Violine an der Khaigarh University und an der
Vikram University in Ujjain und legte den Master of Arts und Master of Music
jeweils mit einer Goldmedaille ab. Sie gründete das Ameer Khusro Centre For
Music, um das Wissen und die Wertschätzung der klassischen Musik Indiens bei der Jugend des Landes zu fördern. Sie besitzt einen ganz eigenen Stil, der Elemente des vokalen "Gayaki" und des instumental-rhythmischen "Tantarakari" miteinander verschmilzt.

Sie sucht jedoch immer wieder die Herausforderung des musikalischen Experiments und erschafft im Trio Mukti mit dem britischen Bassisten Paul Rogers und dem Wiener Schlagzeuger Emil Gross, deren Musik nicht selten an die jahrelange Kooperation von John Edwards und Mark Sanders erinnert, einzigartige Verschmelzungen von experimenteller Schroffheit und spiritueller Tiefe.

Paul Rogers ist ein Name, der schon seit langem auf der Konzert-Wunschliste der Offenen Ohren steht. Am besten bekannt als langjähriges Mitglied in Keith Tippett´s „Mujician“-Quartett, hat er auch schon mit Mike Westbrook, Elton Dean, Paul Dunmall, John Stevens, Michel Doneda, Tony Levin, Alan Skidmore, Gerry Hemingway, Don Byron, Tom Cora, Louis Sclavis, Evan Parker und Ivo Perelman gespielt, um nur einige Namen zu nennen.

Emil Gross ist ein außerordentlicher Schlagzeuger der jüngeren Generation, der in eigenen Projekten sowohl neben Jazz-Größen wie Oliver Lake und Joe Fonda gespielt hat, aber auch Motor und Initiator diverser, auch genreübergreifender Projekte mit vielversprechenden jungen Musikern und Tänzern ist.

Mittwoch, 14. März 2018

Subsonicspace 2018
KIM im Einstein Kultur

Duo Pip

Duo Pip

Torstein Lavik Larsen, Trompete / NO
Fredrik Rasten, Gitarre / NO

Mit dem Norwegischen OKER Quartet waren Torstein Lavik Larsen, Trompete, und Fredrik Rasten, Gitarre, bereits 2016 zu Gast bei den Offenen Ohren. Daher freuen wir uns besonders, die beiden Improvisatoren in der Duo-Formation Pip wieder in München begrüßen zu können.

2006 gegründet, erforscht und erweitert das norwegische Akustik-Duo Pip, beheimatet in Oslo, kontinuierlich die klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente, ausgehend von Intonation und Klangfarben als zentrale Elemente. Es entstehen graduell sich fortentwickelnde Strukturen, die zwischen statischen und organischen Zuständen changieren. Ihre Konzerte sind ein andauerndes Wechselspiel aus Realität und Verzauberung.

Nach einer limitierten CD-Auflage Pip 2015 beim Plattenlabel ØS veröffentlichten sie 2016 ihr offizielles Debütalbum Pip beim portugiesischen Label Creative Sources (CS 348); zum Reinhören: Pip2 oder Pip auf Soundcloud. This Is Jazz Today schrieb dazu: „[…] the simple quality of the compositions/improvisations and the control in the delivery are absolutely excellent. It’s amazing what you can do with two acoustic instruments.“

Beide Musiker sind auch in anderen experimentellen/improvisatorischen Projekten aktiv, beispielsweise bei Skadedyr, Gismervik / Rasten / Garner, Torstein Ekspress, View from Nowhere, Torg, Oker oder, genreübergreifend, in einem Live-Visual-Projekt mit dem dänischen Duo Manuals.

Samstag, 03. März 2018

Applaus 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Blume - Delius - Kaufmann - Manderscheid

Blume - Delius - Kaufmann - Manderscheid

Achim Kaufmann, Piano
Tobias Delius, Holzblasinstrumente
Dieter Manderscheid, Bass
Martin Blume, Schlagzeug

Nach einem Konzert des Quartetts im Kunstmuseum Bochum schreibt Nina Schröder (WAZ 2016): „Musikalische Übergänge mit unterschiedlichster Klangqualität ließen die Musiker entstehen: von geräuschhaft perkussivem oder rasanten Powerplay bis in ein subtiles, minimalistisches Pianissimo hinein. Das große Klangspektrum zeugte von großer Meisterschaft dieser vier Musiker!"
2018 erscheint die Live-Aufnahme eines Konzertes im Kölner Loft (2016) auf dem LabelNoBusiness Records: Frames & Terrains (NBLP 114); hier gibt vorab schonmal eine kleine Hörprobe.

Der weitgereiste britisch-deutsche Saxophonist und Klarinettist Tobias Delius, Preisträger des niederländischen Boy Edgar Prize (2004), lebte längere Zeit in Amsterdam und ist Musikern der dortigen Improvisationsszene wie Han Bennink, Tristan Honsinger, Wilbert de Joode und dem ICP verbunden. Seit einigen Jahren lebt er in Berlin.
Tobias Delius glänzte mit seinem spielerischen Witz und Charme sowie mit seiner technischen Souveränität schon in zahlreichen Projekten, sei es im eigenen Quartett oder als Partner von Georg Graewe, Steve Lacy, Bill Frisell, Louis Moholo, Cor Fuller oder Ray Anderson.

Achim Kaufmann gehört seit vielen Jahren zu den an- und aufregendsten Persönlichkeiten der europäischen Jazz- und Improvisationsszene. Seine Musik zeugt von harmonischer Feinsinnigkeit und strukturellem Tiefgang. Als brillianter Pianist und Komponist hat er über die reflektierte Auseinandersetzung mit der Tradition zu einer nuancierten, jetzt-zeitigen Klangsprache gefunden, in der Poesie, Energie und Abstraktion gleichermaßen präsent sind. Dies brachte ihm 2015 den renommierten Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutschen Jazzpreis) ein.

Dieter Manderscheid feierte seine ersten größeren Erfolge mit dem Wittek-Kaiser-Manderscheid Trio. Seitdem ist er über den Kreis des Kölner Jazz Hauses hinaus einer der gefragtesten Freelance-Bassisten. Er arbeitete mit so unterschiedlichen Musikern wie Harry Beckett, John Betsch, Peter Brötzmann, Phil Minton, Radu Malfatti, Michael Moore, Barre Phillips, Frank Samba, Günther Sommer, Georg Graewe, Klaus König, Kenny Wheeler und Dirk Raulf zusammen. „Sein Spiel macht süchtig“, schwärmte Ekkehard Jost.

Der Schlagzeuger Martin Blume „gehört zu den führenden Vertretern der europäischen Improvisationsmusik, wobei ihn seine ausgeprägte quasi-kompositorische Sensibilität auszeichnet, die auf eine enge Verbindung zur Neuen Musik verweist.“ Signal to Noise (US Magazin)
Er hat seit Anfang der 80er Jahre im internationalen Kontext der Avantgarde von Jazz, Improvisierter und Neuer Musik in den unterschiedlichsten Formationen u.a. mit Musikern wie Peter Brötzmann, Peter Kowald, Johannes Bauer, Phil Minton, Lol Coxhill, Georg Gräwe, Jim Denley, Luc Houtkamp, Phil Wachsmann, John Butcher, Thomas Lehn, Xu Feng Xia, Ken Vandermark und Kent Kessler zusammengespielt.

Freitag, 23. Februar 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Mein Freund der Baum

Rudi Mahall, Floh Stoffner, Paul Lovens @ MUG

Rudi Mahall, Bassklarinette
Flo Stoffner, Gitarre
Paul Lovens, Schlagzeug

„Es gibt Zusammensetzungen, die das Gepräge des Sonderbaren haben, und oft schon dadurch interessieren" Dieses Zitat ist jedoch kein Kommentar zu diesem Trio, sondern die 1820 in Österreich vom herzoglichen Leibkoch F.G.Zenker verfasste Einleitung zum Rezept einer Brottorte....

Mein Freund der Baum vereint drei Generationen von Improvisatoren. Die drei Musiker sind persönlich und musikalisch Komplizen.
Paul Lovens und Rudi Mahall kennen sich aus Gruppen wie dem Globe Unity Orchestra, oder der Band von Aki Takase.
Paul Lovens und Flo Stoffner verbindet eine zehnjährige Zusammenarbeit mit Gruppen wie dem Trio mit Martin Schutz, oder dem Trio Die Öfen, welches vor einem Jahr auch Rudi Mahall zu seiner Tour eingeladen hatte.

Mein Freund der Baum ist ein Trio mit einem einzigartigen Sound, welcher neue Seiten der Improvisation zum Vorschein bringt.

Aus Aufnahmen aus zwei Live-Konzerten 2016 in Zürich und Lissabon entstand die CD Mein Freund der Baum, die im November 2017 bei dem Züricher Label WideEarRecords [WER032] veröffentlicht wurde. Die Stücke darauf: "Mein", "Freund" "Der" "Baum". Martin Schray fasst seine Rezension auf freejazzblog.org wie folgt zusammen: The album resembles a chamber-music-like update of the Evan Parker/Derek Bailey/Han Bennink album The Topography of the Lungs, reflecting this cutting edge free improv classic’s ultra-concentrated force and controlled energy. It’s full of excellent musicianship and unexpected twists and turns. Really recommended."

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Samstag, 03. Februar 2018

Subsonicspace 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Beat The Odds

Beat the Odds

Elisabeth Coudoux, Cello
Pascal Niggenkemper, Bass
Ricardo Jacinto, Cello
Félicie Bazelaire, Bass

„beat the odds“ (engl.): „es entgegen aller Wahrscheinlichkeit schaffen“
Zwei Celli und zwei Kontrabässe im doppelten Dialog, angeordnet im Quadrat.
Die Saiten angeschlagen von einem motorgetriebenen Propeller, der variabel gesteuert wird. Pulsierende Organismen (beats), stehende Klangflächen (drones) sowie persönliche Spieltechniken der Musiker rufen in einem organischen Miteinander eine faszinierende Klangwelt hervor.

Der deutsch-französische Bassist und Komponist Pascal Niggenkemper, von der New York City Jazz Records als „einer der abenteuerlichsten Kontrabassisten der aktuellen Musikszene" und dem Chicago Reader als ein „genius for sound exploration” beschrieben, kreiert seine Musik im Spannungsfeld zwischen improvisierter und zeitgenössischer Musik mit einer ihm eigenen Sprache.
Seine Arbeit beinhaltet das Solospiel (akustische Verfremdung des Instruments mittels Präparationen) sowie die Arbeit mit Motoren, wobei er das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine auslotet. Mit dem Trio BaLoNi war er bereits Gast der Offenen Ohren.

Die französische Bassistin und Cellistin Félicie Bazelaire ist Mitglied im Ensemble Onceim, im Ensemble Intercontemporain und beim Hodos Ensemble sowie seit 2012 solistische Interpretin zeitgenössischer Werke von Cage, Feldman, Scelsi wie auch von Komponisten-Improvisatoren wie P. Badaroux, P. Bosshard, B. Denzler und D'incise. Sie wurde ausgezeichnet mit dem Cellopreis des Konservatoriums Reims, besitzt einen Masterabschluss Kontrabass und Pädagogik am Pariser Konservatorium (Conservatoire National Supérieur CNSMDP) und ist Inhaberin des Certificate d’Aptitude. Sie unterrichtet am Conservatoires von Aubervilliers-La Courneuve und Orsay.

Elisabeth Coudoux ist Cellistin an der Schnittstelle unterschiedlicher musikalischer Genres: freie Improvisation, experimentelle Musik, Neue komponierte Musik und Jazz. Einem klassischen Studium als Basis folgte aufbauend ein Jazzstudium in Köln bei Frank Gratkowski und Prof. Dieter Manderscheid. Neben ihren eigenen Projekten (beispielsweise Emissatett, 2016 bei den Offenen Ohren), spielt sie in vielen Ensembles und arbeitet in interdisziplinären Projekten mit Tänzern, visuellen Künstlern und Schriftstellern zusammen. Sie ist Initiatorin und Mitglied von IMPAKT, ein neu gegründeten Kollektiv für freie Improvisation in Köln.

Der lissabonnische Künstler und Musiker Ricardo Jacinto beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Verhältnis von Klang und Raum. Derzeit promoviert er am Sonic Arts Research Center / Belfast.
Er arbeitet viel interdisziplinär mit anderen Künstlern, Musikern und Architekten zusammen und ist Gründer des Kulturvereins OSSO, einem Kollektiv von Künstlern aus den Bereichen Musik, Tanz, Bildende Kunst, Literatur, Film und Performance.
Ricardo Jacinto besitzt einen Abschluss in Architektur an der Universität Lissabon und besuchte Graduiertenkurse an der School of Visual Arts in New York. Außerdem hat er eine musikalische Ausbildung am Hot Clube de Portugal und der Academia de Amadores de Música in Lissabon.

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Freitag, 19. Januar 2018

Applaus 2018
MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Urs Leimgruber / Jacques Demierre - 6ix

6ix

Jacques Demierre, Piano / CH
Dorothea Schürch, singende Säge, Stimme / CH
Urs Leimgruber, Saxofone / CH
Roger Turner, Schlagzeug / GB
Hannah Marshall, Cello / GB
Thomas Lehn, analog Synthesizer / DE

Vor neun Jahren war 6ix bereits schon einmal bei den Offenen Ohren zu Gast, damals noch unter dem Namen SIX. Die dritte Auszeichnung unseres Konzertprogramms mit dem APPLAUS der Initiative Musik der Bundesregierung ermöglicht nun eine Neuauflage.

Auf zwei Positionen hat sich die Besetzung zwischenzeitlich geändert: statt Charlotte Hug (Viola, Stimme) und Anne Gillot (Fagott und Blockflöten) feilen nun die Cellistin Hannah Marshall und der Perkussionist Roger Turner an der fragilen Akustik dieses experimentellen Sextetts, das sich seit zehn Jahren konsequent bei jedem Konzert neu erfindet.

Die Musik von 6ix ist Spiegelung, Reflexion und Grenzgang und greift die energetischen, akustischen und architektonischen Gegebenheiten des Konzertraumes auf. Musik, Klänge, Geräusche und Stille entwickeln sich mit dessen Dynamik und beeinflussen sich gegenseitig.

6ix besteht aus sechs MusikerInnen, die zu den führenden Protagonisten der frei improvisierenden Szene Europas zählen:

Auf der Internetsite von Jacques Demierre finden sich verschiedene Hörbeispiele (Uncool 2011).

Die Tour von 6ix wird unterstützt von der Schweizer KulturstiftungProHelvetia sowie von der Fondation Suisa  SUISA - Schweizerische Gesellschaft für die Rechte der Urheber musikalischer Werke.

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Offene Ohren e.V. erhält Bundesmusikpreis Applaus 2017
für sein herausragendes Livemusikprogramm

Im Herbst 2017 prämierte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, zum fünften Mal herausragende Programme von unabhängigen Musikclubs und Veranstaltungsreihen mit dem Bundespreis APPLAUS. Offene Ohren e.V. ist dabei!

Für sein "herausragendes Liveprogramm" wurde unser Verein zum dritten Mal nach 2014 und 2016 mit einem Preis geehrt, was uns außerordentlich freut und uns anspornt, engagiert weiterzumachen. Mit dem Preisgeld werden wir auch 2018 spannende Konzerterlebnisse für Sie anbieten.

.Logo Applaus

Der Programmpreis APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten wird realisiert von der Initiative Musik, mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Als beratende Fachpartner wirken die Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) und die LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), mit.

Ein herzliches Dankeschön an das Kulturreferat München, das durch seine Förderung des Programmes des Offene Ohren e.V. auch weiterhin diese Konzerterlebnisse ermöglicht!

Logo Kulturreferat LH München

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zuletzt aktualisiert am 05.09.2022