Liebe Freundinnen und Freunde improvisierter Musik,
2025 ging mit einer traurigen Nachricht zu Ende:
Hans Falb, Schöpfer des bahnbrechenden Konfrontationen-Festivals in Nickelsdorf, unermüdlicher Kämpfer für Jazz und Improvisationsmusik, und guter Freund, ist am 26. Dezember verstorben. Sein Werk wird bleiben. Weitere Informationen finden sich auf der Site www.konfrontationen.at.
Der Offene Ohren e.V. geht in sein unglaubliches 22. Jahr!
Die kontinuierliche strukturelle Unterstützung durch das Kulturreferat München und das Preisgeld des APPLAUS Awards, mit dem der Offene Ohren e.V. im vergangenen Herbst vom Kulturstaatsminister ausgezeichnet wurde, ermöglichen es uns, auch in dieser Saison erneut ein breit gefächertes internationales Programm anzubieten. Gerade in diesen schwierigen Zeiten für kulturelle Veranstaltungen ist das keine Selbstverständlichkeit – dafür sind wir sehr dankbar.
Hier als Download eine Terminübersicht des ersten Halbjahres: Konzerte_HJ1.pdf
Offene Ohren!
Otomo Yoshihide, Turntables [Japan]
Tom Malmendier, Schlagzeug [B]
Emilie Škrijelj, Turntables [F]
Alles macht Geräusche, alles erzeugt Lärm. Ein faszinierendes Spektakel! Aber täuschen wir uns nicht: Das Schauspiel fesselt vor allem durch seine makellose Musikalität. Es gibt keine Wiederholungen, keine Licks, keine Routinen. Gewiss: Vokabular und Instrumentarium sind ungewöhnlich, doch aus dem Kratzen, Schaben und Reißen, untermalt von der Allgegenwart einer Trommel, die sich gnadenlos und unbeirrt ihren Weg vorwärts bahnt, entsteht eine unerschütterliche Energie mit einem tief atmenden Drone, der wie ein Herzschlag pulsiert – der vereinte Herzschlag gleichwohl der Musiker wie auch des Publikums.
Seit 2019 bilden Émilie Škrijelj und Tom Malmendier das Duo Les Marquises. Mit Akkordeon, Schlagzeug und einigen Schallplatten erschaffen sie eine ständig wechselnde, verspielte und unruhige Klanglandschaft – erfinderisch und unersättlich, ein Tanz auf akustischen Vulkanen.
Otomo Yoshihide ergänzt dieses Duo mit traumwandlerischer Sicherheit, und bringt das Japanische Element des strukturierten Noise mit ein. 2023 war er bereits im Trio mit Masahiko Satoh und Roger Turner beim Offene Ohren e.V. zu Gast. Bei diesem Konzert wird er sich auf sein zweites Hauptinstrument neben der E-Gitarre konzentrieren. Zwei Turntables, Mischpult und Elektronik sind sein Beitrag zu einem der wahrscheinlich intensivsten Klangerlebnisse im MUG.
Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 20 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 15 Euro, freier Eintritt bis 21 Jahre (inklusive)
Die Abendkasse öffnet ca. 19:30 Uhr.
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Carl Ludwig Hübsch, Tuba, Stimme [D]
Phil Minton, Stimme, Trompete [GB]
Metal Breath, damit ist eigentlich schon alles gesagt.
Der Atem – als purer stimmlicher oder durch (metallische) Tuba/Trompete gelenkter menschlicher Klangerzeuger – steht im Zentrum dieser generationenübergreifenden Duo-Performance.
Phil Minton und Carl Ludwig Hübsch tauchen gemeinsam in unbekannte Klänge ein. Blindes Vertrauen bildet die Grundlage ihrer Interaktionen. Der Raum ist offen für das Subtile, das Wilde, das Aufregende, das Magische. Eine kompromisslose, spielfreudige Musik irgendwo weit jenseits des Bekannten.
Phil Minton ist ein Sänger des Avantgarde Jazz und der freien Improvisationsmusik, der als Jazztrompeter begann. Als Vokalist gilt er mit „schier unglaublichen und unheimlichen Sounds, für die es weit und breit nichts Vergleichbares gibt“ als eine feste Größe in der Szene der freien Improvisatoren. [Bert Noglik, zit. n. Martin Kunzler, Jazz-Lexikon, https://de.wikipedia.org/wiki/Phil_Minton]
Carl Ludwig Hübsch: “Mein Spielen befasst sich mit Musik als einer Form, die in der Zeit entsteht. Der Hauptfokus liegt auf diesem Moment des Entstehens. Die Dramaturgie oder die Struktur der Musik sind ständiger Wandlung unterworfen, sie ergeben sich von selbst. Daher versuche ich vor allem, nicht im Wege zu stehen.
Die Verwendung moderner und selbstentwickelter Spieltechniken geht weit über das übliche Tuba-Klang-Klischee hinaus. Ein innovatives Klangfeld breitet sich aus, die Tuba wird aus einer neuen Perspektive dargestellt. Das Publikum?… hört sich hören.” [https://huebsch.me]
Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 20 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 15 Euro, freier Eintritt bis 21 Jahre (inklusive)
Die Abendkasse öffnet ca. 19:30 Uhr.
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Elisabeth Harnik, Piano [A]
Dave Rempis, Saxofone [USA]
Fred Lonberg-Holm, Cello [USA]
Tim Daisy, Schlagzeug [USA]
Ab Baars, Klarinette, Tenorsax, Shakuhachi [NL]
Joost Buis, Posaune [NL]
Berlinde Deman, Tuba, Serpent [B]
Eli Wallace. Piano [USA]
Pablo Vazquez, Bass [Argentinien]
Vasco Trilla, Schlagzeug [E]
Paul Jarret, Gitarre [F]
Karin Johansson, Piano [S]
Donovan von Martens, Bass [S]
Urs Leimgruber, Sopransaxofon [CH]
Jacques Demierre, Piano, Spinett [CH]
Thomas Lehn, Analog-Synthesizer [D]
Toshimaru Nakamura, No-Input Mixing Board [Japan]
Bryan Eubanks, Saxofon, Elektronik [USA/D]
Gert-Jan Prins, Perkussion, Elektronik [NL]
Tetuzi Akiyama, Gitarre [Japan]
Tatsuya Yoshida, Schlagzeug [Japan]
Risa Takeda, Piano, Synthesizer [Japan]
Camila Nebbia, Saxofon [Argentinien/D]
Chris Corsano, Schlagzeug [USA]
Izumi Kimura, Piano [Japan/CH]
Barry Guy, Bass [GB/CH]
Gerry Hemingway, Schlagzeug [USA/CH]
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Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!