Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

Liebe Freunde improvisierter Musik,

Willkommen im Jahr 2023, für das wir Ihnen und Euch Alles Beste wünschen!
Gern möchten wir unseren Teil dazu betragen, dass 2023 auch musikalisch ein großartiges Jahr wird und haben ein vielseitiges Improvisationsmusik-Angebot für Sie/für Euch zusammengestellt.

Wir freuen uns besonders über unseren mittlerweile fünften Applaus in der Kategorie Beste kleine Spielstätten und Konzertreihen, den wir von Claudia Roth, der Kulturstaatsministerin für Kultur und Medien, im November 2022 in Erfurt entgegennehmen durften.

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APPLAUS steht für „Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“ und ehrt mit der Kategorie Beste kleine Spielstätten und Konzertreihen "in besonderem Maße all jene, die mit wenigen Personen und oftmals geringen finanziellen Mitteln außergewöhnliche Programme realisieren." [www.initiative-musik.de]

Dank des Preisgeldes können wir für Sie/für Euch unser Frühjahrs-Konzertprogramm mit einigen zusätzlichen Konzert-Highlights erweitern. Eine Übersicht der Konzerttermine bis Mai 2023 gibt es hier als pdf-Datei zum Herunterladen: Programm_HJ1

 

Mittwoch, 15. Februar 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Mahall-Rupp-Tom

Mahall-Rupp-Tom

Olaf Rupp, Gitarre / D
Kasper Tom, Schlagzeug / DK
Rudi Mahall, Bassklarinette, Klarinette / D
Foto: Karl Mahall

Die Musik dieses Trios ist wie ein Feuer, das sich eine Schneise durch Kategorie- und Genregrenzen sucht und dabei immer wieder um den Punkt kreist, an dem die Korrelation der einzelnen Stimmen und der Gesamtklang der Gruppe wichtiger sind als der Hintergrund und das Material, aus dem sich die vielen einzelnen Linien zusammensetzen. Dabei sind radikale Polytempic und intuitive, reaktionsschnelle Verdichtung wichtige Mittel für eine lebendige, wenn auch raue und unperfekte musikalische Vision.

Mahall-Rupp-Tom im Youtube-Video: Sowieso Sessions #A auf Youtube

Rudi Mahall ist eine legendäre Figur in der internationalen Jazz- und Improvisationsszene. Als Mitglied von Schlippenbachs Globe Unit Orchestra, Monks Casino, und Die Enttäuschung kennt man ihn als einen der großen europäischen Improvisatoren und als einzigartigen Kommunikator an der Bassklarinette.

Olaf Rupp spielt die Gitarre wie niemand sonst. Sein sehr individueller Stil verbindet komplexe erweiterte Spieltechniken mit einer kreativen Respektlosigkeit vor Genregrenzen. Seine granulare Metaklanglichkeit speist sich ebenso aus der Soundbehandlung der Spektralisten wie aus den Sekundakkorden der Jazz-nahen Klavierimprovisatoren.

Kasper Tom Cristiansen hat sich in den letzten Jahren in der europäischen Improvisations- und Avantgardemusik einen guten Namen erarbeitet. Sein Spiel schöpft vor allem aus der Modernen Musik, ist aber auch sehr stark beeinflusst durch die Tradition und getragen von seinem starken Sinn für Flow und Melodik.

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro
Die Abendkasse öffnet um 19:30 Uhr

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Samstag, 18. Februar 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Borghini-Chino-Kellers

Borghini-Chino-Kellers

Antonio Borghini, Bass / I
Shuichi Chino, Piano / Japan
Willi Kellers, Schlagzeug / D
Fotos © Cristina Marx

Auf dieses Trio sind wir gespannt:
Da ist zunächst der japanische Pianist Shuichi Chino, in seiner Heimat eine Kulturikone über viele Genres hinweg. Dann ist da der italienische Bassist Antonio Borghini, seit zwei Jahrzehnten integrativer Klangforscher in seiner Wahlheimat Berlin. Last not least ist das deutsche Schlagzeug-Urgestein Willi Kellers mit von der Partie.

Alle drei sind wohlbekannte Gäste des Offene Ohren e.V., zum ersten Mal nun aber gemeinsam auf der Bühne des MUG.

Was uns erwartet ist unvorhersehbar. Was wir dazu brauchen ist aber völlig klar: Offene Ohren!

Geboren in Tokio, ist Shuichi Chino seit den 70er Jahren als Produzent, Komponist und Musiker genauso im Jazz und Rock wie in Theater, Tanz und Film aktiv und organisiert Improvisationsfestivals in Japan und weltweit. Im Grenzbereich zur bildenden Kunst hat er auch Sound-Installationen geschaffen. Im Duo mit dem irrlichternden Cello-Performer Tristan Honsinger tanzte er scheinbar schwerelos über die Tasten des Flügels in der Black Box.

Willi Kellers hat zusammen mit Bassist Christoph Winckel und der englischen Posaunen-Legende Alan Tomlinson im Februar 2011 das Eröffnungskonzert des MUG bestritten. Mit Julie Sassoon, Ruf der Heimat und Boom Box gab es weitere Konzerte beim Offene Ohren e.V.. Seine musikalische Bandbreite ist immens - von Freejazz-Ausbrüchen und Bassdrum-Soundgewittern bis zu zarter Lyrik und Liedern zur Kalimba.

Der Kontrabassist Antonio Borghini erforscht seit Ende der 90er Jahre den Prozess der Improvisation in der europäischen Musikszene. Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Kollektiv und der Entwicklung gemeinsamer Strategien, die Kompositionen, Worte und Bewegungen auf integrative Weise kombinieren. Diese Arbeitsweise führte ihn dazu, langfristige Kooperationen aufzubauen, die auf kollektiver Arbeit, Intuition und Erfindungsdrang basieren. Mit zwei dieser Kollektive, den Hochstaplern und dem Sequoia Bass Quartet, war er schon Gast des Offene Ohren e.V..

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Donnerstag, 23. Februar 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Emmeluth‘s Amoeba

Emmeluth‘s Amoeba

Christian Balvig, Piano / DK
Signe Emmeluth, Saxofon / DK
Karl Haugland Bjorå, E-Gitarre / N
Ole Mofjell, Schlagzeug / N
Foto © Wanda Detemmerman

Eine Amöbe, auch Wechseltierchen genannt, ändert ununterbrochen ihre Gestalt. Auch dieses Quartett aus Oslo um die dänische Saxophonistin und Komponistin Signe Emmeluth wechselt stetig von komplexen Kompositionsparts zu ruhigen Klangflächen, von intensiv improvisiertem polyrhythmischen Freiheitschaos zu kollektivem Durchatmen.

Emmeluth's Amoeba ist ein dänisch-norwegisches Quartett, das aus vier der derzeit aufregendsten Musikern der skandinavischen Improvisations-Szene besteht. Die Gruppe tourte in den letzten drei Jahren ausgiebig, darunter waren Live-Konzerte beim Copenhagen Jazz Festival, Nattjazz (Bergen Jazz Festival), Summer Bummer Festival (Antwerpen), um nur einige zu nennen. Ihre hochenergetische kreative Musik bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen Free Jazz und kammermusikartigen Formen und lässt kein Publikum unberührt.

Der Pianist Christian Balvig hat sich sowohl als Musiker, der seine eigenen Gruppen leitet wie auch in der dänischen "Supergroup" Efterklang mitmischt, als auch als Komponist großer Orchestermusik – wie zum Beispiel für das Copenhagen Philharmonic Orchestra – einen Namen gemacht.

Gitarrist Karl Bjorå ist eine unüberhörbare Stimme in der Szene der improvisierten Musik und hat jahrelang mit seinen eigenen Gruppen Megalodon Collective, Yes Deer und Aperture in ganz Europa, den USA und Asien aufgenommen und getourt.

Drummer Ole Mofjell ist eine Naturgewalt, spielt mit Thurston Moore im Duo-Format und tourt mit der ECM-Legende Jon Balke und der norwegischen Powerhouse-Gitarristin Hedvig Mollestad.

Last but not least hat Signe Emmeluth, Leiterin und Hauptkomponistin von Emmeluth's Amoeba, die Szene in den letzten fünf Jahren stark geprägt. Sie spielte mit dem dänischen Jazz-Drummer Kresten Osgood, war Mitglied des Trondheim Jazzorkester und wurde zuletzt Mitglied von Gard Nilssens Supersonic Orchester.

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Dieses Konzert wird ermöglicht durch den Programmpreis Applaus.

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Mittwoch, 15. März 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Miman

Miman

Hans Kjorstad, Geige / N
Egil Kalman, Bass, Elektronik / S
Andreas Røysum, Klarinette / N
Foto © Christer Männikus

Miman ist kein neues Trio, hatte aber in den ersten Jahren ihres Bestehens ihr Schwergewicht auf Liveauftritte und nicht so sehr auf Studio-Dokumentationen ihrer Musik gelegt. Bereits Mitte der 2010er Jahre beschlossen der Geiger Hans Kjorstad, der Gitarrist und Klarinettist Andreas Røysum und der Bassist und Synthesizer-Spieler Egil Kalman gemeinsam eine Gruppe zu gründen. Sie nannten sie Miman.

Die drei Musiker waren bereits damals aktive Mitglieder der lebendigen skandinavischen Jazz- und Improvisationsszene, hatten jedoch sehr unterschiedliche persönliche/kulturelle Hintergründe und waren jeweils von vielfältigen musikalischen Einflüssen geprägt. Jeder brachte jeweils etwas Neues und Eigenes mit, darunter norwegischen, englischen und indischen Folk, was die Musiker mit Free Jazz und moderner Musik verschmolzen. Im Mittelpunkt von Mimans neuem und aufregendem, genreübergreifendem Sound steht jedoch die Improvisation.

Seit Miman ihre ersten Schritte in die Live-Szene unternahm, haben sich ihre drei unverwechselbare Stimmen zu einem organischen Sound zusammengeschlossen. Das Texturale und Tonale verbindet sich mit dem Akustischen und Elektrischen, unterschiedliche Musikgenres verschmelzen nahtlos zu einem.

Die drei Musiker kombinieren Elemente von Avantgarde, Electronica, Experimental, Folk, Free Jazz und Musique Concrète. Miman geht bei seinen Livekonzerten an ihre Grenzen und manchmal sogar weit darüber hinaus, was ein verlockender Vorgeschmack darauf ist, was wir an diesem Konzertabend erwarten dürfen.

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Samstag, 18. März 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Genthon-Marchetti Duo

Genthon-Marchetti Duo

Anouck Genthon, Violine / F
Lionel Marchetti, Elektronik / F
Foto © Massimo Golfieri

Phasme, Mixed-Media – Musikwerk für Lautsprecher, Violine, Synthesizer und Niederfrequenzverstärker

Das Duo Genthon-Marchetti arbeitet an einem Stil, der den Raum als einen der wesentlichen Faktoren berücksichtigt, mit dem Ziel, dass eine akustische Reaktion durch die Anordnung von Lautsprechern und Klangvolumen zum eigentlichen Substrat wird, auf dem die Musik wachsen und gedeihen kann.

Die beiden Instrumentalisten erfinden eine Form des Duos, in der der Körper der Geige mit der Plastizität der synthetischen Klänge zu verschmelzen scheint, und bauen durch die subtile Inszenierung der Lautsprecherprojektion ein musikalisches Werk, das auf der räumlichen Emanation eines Fokus besteht – wie ein einziges Auge, ein Brennpunkt, ein Leuchtfeuer, das den Weg zu einem bezaubernden Mythos anzeigt, zumindest eine Richtung, die als Lebensader zu betrachten ist, ein magnetischer Pol.

Die in Frankreich geborene und in der Schweiz lebende Anouck Genthon ist Violinistin und Ethnomusikologin. Ihr musikalischer Ansatz legt besonderes Augenmerk auf Klang und Hören. Indem sie der Umgebung zuhört, entwickelt sie ihre Arbeit basierend auf den Bedingungen der Schallausbreitung und ihrer Wahrnehmung.

Sie erkundet das Potenzial ihres Instruments und entwickelt gleichzeitig eine persönliche Sprache, die von Improvisation und Schreiben genährt wird. Sie arbeitet in verschiedenen Duos mit u.a. Jacques Demierre, Antoine Läng, David Meier, Lionel Marchetti, aber auch in großen Ensembles wie Le UN, Insub Meta Orchestra und dem Grand Chahut Collectif.

In ihrem Spiel bewahrt sie einerseits Reminiszenzen an die Kultur der Tuareg-Musiker, die sie in Niger kennengelernt hat. Andererseits wecken die Verbindungen zwischen traditioneller Musik und experimenteller Musik immer wieder ihre Neugier. Sie interessiert sich für elektroakustische und elektronische Musik und nimmt immer wieder an verschiedenen kreativen Projekten als Performerin, Komponistin und Improvisatorin teil, zum Beispiel in Phasme mit Lionel Marchetti.

Der Franzose Lionel Marchetti ist Komponist konkreter, akusmatischer Musik und Improvisator mit verschiedenen elektronischen Instrumenten. Sein Interesse an Musik liegt vorrangig in den Qualitäten des Klangs. Er ist einer von wenigen Künstlern, die Mitte bis Ende der 1990er elektroakustische Musik aus den akademischen Studios und in Beziehung mit freier Improvisation brachten.

Als Wissenschaftler, der in den Studios CFMI (Lyon) und GRM (Paris) arbeitete und ein Buch über den Akustikkomponisten Michel Chion veröffentlichte, entwickelte Lionel Marchetti eine Anordnung von Mikrofonen und Lautsprechern, die er auf der Bühne verwendet, zusammen mit Tonbandgeräten, vorbereiteten CDs, Motoren und Radios. Er bezeichnet seine "Instrumente" oft als "elektroakustische Vorrichtung".

Seine Live-Arbeit mit Jérôme Noetinger fand Widerhall in der Herangehensweise von schweizerischen und österreichischen Abstraktionisten wie Voice Crack, Günter Müller und Werner Dafeldecker. Lionel Marchetti selbst ist aber hauptsächlich in Frankreich aktiv und tritt regelmäßig im Club Les Instants Chavirés und beim Festival Musique Action auf.

Seine Studioarbeit umfasst Soundcollagen und akademische Elektroakustik, obwohl ihn das Niveau der Poesie und die Verweigerung von Genregrenzen in seiner Musik Kristoff K. Roll und Luc Ferrari näher bringt als Pierre Henry oder Bernard Parmegiani. Seine musikalischen Kompositionen werden oftmals als "Kino für die Ohren" bezeichnet.

Er selbst verwendet nachfolgendes Zitat des Schriftstellers Kenneth White, um seine eigene Musik zu definieren: "Konkret oder abstrakt? Ich mag das Abstrakte, wo eine Erinnerung an Substanz bleibt; und das Konkrete, das an den Grenzen der Leere verfeinert wird."

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Dieses Konzert wird ermöglicht durch den Programmpreis Applaus.

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Donnerstag, 23. März 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Hypersurface

Hypersurface

Carlo Costa, Schlagzeug / USA / I Foto © Peter Gannushkin
Drew Weseley, Gitarre, Objekte / USA
Lester St. Louis, Cello / USA  

Hypersurface, das sind Carlo Costa am Schlagzeug, Drew Weseley an der Gitarre/Objekte und Lester St. Louis am Cello. Die Geburtsstunde dieser Band war an einem Nachmittag Ende 2018 in einer Wohnung in Brooklyn. 2019 entstand die gleichnamige Aufname (CD / digitales Album) Hypersurface.

Die Musik hatte eine unmittelbare Vitalität und Freiheit, die sofort spürbar war. Sie schien mit einer Art Transparenz aus sich selbst zu fließen, die es nicht nötig machte, dass ein bestimmter Sound als Rolle in der Gesamtstruktur beibehalten oder aufrechterhalten werden musste, sondern es vielmehr erlaubte, dass kollektive, voneinander abhängige Phrasen in und aus dem Fokus kamen. Es entstand ein System modularer Effekte, bei dem zu jedem Zeitpunkt mehrere Ebenen von Klangfarbe, Dichte und rhythmischer Aktivität verfügbar sind.

Hypersurfaces Musik hört sich, nein, fühlt sich an wie Metamorphosen elektroakustischer Substanzen. Unter Verwendung subtilster Obertöne ihrer instrumentellen Anordnungen überlagern die Spieler Instanzen von Mikroschallenergie, moduliertem Feedback, reduzierter Resonanz und dem gleichzeitigen Einfließen aller Komponenten in die Kohärenz unmerklicher Drones.

Hypersurface ist alles andere als eine egozentrische Gruppe, und fern von exhibitionistischer Selbstdarstellung. Jede Instrumentalstimme zielt eher auf gemeinschaftliches Zusammenwachsen als auf individualistische Emanzipation. Hypersurface ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was die Künstler als „resonante telepathische Gemeinschaft/Sprache ohne Konzepte“ bezeichnen. Wer Ohren hat zu hören, lasse sie hören!

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Dieses Konzert wird ermöglicht durch den Programmpreis Applaus.

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Donnerstag, 27. April 2023, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Sea Trio

Sea Trio

Masahiko Satoh, Piano / Japan
Roger Turner, Schlagzeug / GB
Yoshihide Otomo, E-Gitarre / Japan
Fotos © Fabio Lugaro

Drei improvisierende Meistermusiker sind in diesem Trio vereint:
Masahiko Satoh (Klavier), Roger Turner (Schlagzeug) und Yoshihide Otomo (Gitarre) trafen sich 2015 zum ersten Mal auf der Bühne der legendären Hall Egg Farm vor den Toren Tokios. Diese Performance wurde 2019 auf dem Label Relative Pitch Records unter dem Namen SEA veröffentlicht. Das spontane, intuitive Verständnis zwischen den Musikern und deren hypnotisches Zusammenspiel war bereits bei diesem ersten Meeting offensichtlich.

Die Performance des SEA Trios ist eine Mischung aus Traditionen und Innovationen, avantgardistischem, experimentellem und modernem Jazz, westeuropäischer Musik, zeitgenössischer akademischer und improvisierter Musik. Die drei Musiker haben eine meisterhafte Fähigkeit, kontrastreiche und absolut unterschiedliche Stile miteinander zu verschmelzen – leuchtend, ausdrucksstark und vorantreibend. Es entsteht ein vielschichtiges, universelles und bewegendes Musikmuster, basierend auf einer komplett freien Melodielinie, unvermittelten, dynamischen Einwürfen variabler Rhythmen, und auf einem hinreißenden Hintergrund.“ [Avant Scena Musikblog, 10.11.2019 / orig. englisch]

Dieses Konzert sollten Sie auf keinen Fall verpassen!

Yoshihide Otomo
Yoshihide Otomo bewegt sich zwischen Free Jazz, Noise, Improvisation, Komposition und Unklassifizierbarem mit einer Lässigkeit, die Ausdrucksmöglichkeiten in allen von ihm beeinflussten Konstellationen eröffnet. Er verbrachte seine Teenagerjahre in Fukushima, etwa 300 Kilometer nördlich von Tokio. Von seinem Vater, einem Ingenieur, beeinflusst, begann Otomo, elektrische Geräte wie zum Beispiel Radio und elektronischer Oszillator herzustellen. In der Junior High School war sein Hobby die Produktion von Toncollagen mit Tonbandgeräten. Nicht lange danach wurde er Free-Jazz-Fan und hörte Musiker wie Ornette Coleman, Erick Dolphy und Derek Bailey, sowie japanische Free-Jazz-Künstler, sowohl auf CD als auch live bei Konzerten. Besonders beeinflusst vom Altsaxophonisten Kaoru Abe und dem Gitarristen Masayuki Takayanagi entschied sich Otomo Yoshihide Free Jazz zu spielen.

1990 startete Yoshihide Otomo ein Projekt, das zu Ground Zero werden sollte. Bis zu deren Auflösung im März 1998 stand diese Band im Mittelpunkt seiner musikalischen Kreativität, während sich Stil und Mitgliederzahl mehrmals änderten. Seit Ground Zero hat Yoshihide Otomo minimale Improvisation, Filmmusik und die Jazz- / Big-Band-Konzepte seines New Jazz Quartet / Quintet / Orchestra aufgenommen.

Masahiko Satoh
Masahiko Satoh ist ein japanischer Jazzpianist, Komponist und Arrangeur. Im Alter von 26 Jahren zog Satoh in die USA, um als Stipendiat am Berklee College of Music zu studieren. Nach zwei Jahren kehrte er nach Japan zurück und nahm sein erstes Album als Leader auf: Palladium.

In seiner frühen Karriere in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren spielte Masahiko Satoh in einem freien, perkussiven Stil. Er benutzte einen damals ungewöhnlichen Ringmodulator, um den Klang zu verändern.
Ebenfalls in den frühen 1970er Jahren nahm er mit Attila Zoller, Karl Berger und Albert Mangelsdorff auf. Er schrieb die psychedelische Musik für den Anime-Film Belladonna of Sadness von 1973. Satoh hat Arrangements für Aufnahmen geschrieben, die unter anderem von Helen Merrill, Kimiko Itoh und Nancy Wilson geleitet werden. Er arrangierte auch Streicher und Quartett für das 1983 erschienene Album Maiden Voyage von Art Farmer.

1990 gründete Satoh eine große Gruppe namens Rantooga, die verschiedene Formen der Volksmusik aus der ganzen Welt kombinierte. In den frühen neunziger Jahren komponierte er Musik für einen Chor von 1.000 buddhistischen Mönchen. 2009 bis 2011 baute er den Lehrstuhl für Non-idiomatic Improvisation an der Tokyo University of the Arts auf.
Von 1981 bis 2020 war er Dozent an der Musikhochschule MESAR HAUS in Tokio.

Roger Turner
Über Jahrzehnte hat Roger Turner die vulkanische Kraft und die fein geschliffene Präzision seines Schlagzeugs in Ensembles eingebracht, die immer wieder dauerhafte Verbindungen zwischen Musikern auf beiden Seiten des Atlantiks geknüpft haben.

Darüber hinaus arbeitete er intensiv im mikroskopischen Labor der akustischen Duo-Situation, wo er ein hoch entwickeltes Gespür für Details und dynamische Kontrolle erlangte.

Eine dieser ausgewählten Gruppen von Weltklasse-Spielern, die gemeinsam die Sprache des zeitgenössischen Schlagzeugs neu definiert haben, ist das Sea Trio. In Turners Händen können winzige Spannungsbeeinflussungen die musikalische Richtung der Gruppe beeinflussen und ein neues Maß an Publikumserfahrung schaffen.

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 20 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 15 Euro

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Logo Kulturreferat LH München

Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

© 2007-2023 Offene Ohren e.V.
zuletzt aktualisiert am 05.01.2023