Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

zum Herunterladen: Konzertübersicht 02-06.2019

Freitag, 03. Mai 2019, 20 Uhr

MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Duo Joe McPhee & Paal Nilssen-Love

Duo Joe McPhee & Paal Nilssen-Love

Joe McPhee, Alt-, Tenorsaxofon, Trompete / USA
Paal Nilssen-Love, Schlagzeug, N

Selten wurde ein Gebläse-Schlagwerk – Duo so eingehend und sorgfältig auf Tonträgern dokumentiert wie das des Trompeters/Saxofonisten Joe McPhee und des Schlagzeugers Paal Nilssen-Love, unter anderem mit einer 7-CD Box: Candy.

Eine Kritik auf „freejazzblog.org“ schließt mit den Worten: Diese Musik ist jenseits von Schönheit, jenseits von Traurigkeit, jenseits von Worten. Jenseits! Alles was man darüber schreiben würde, könnte dieser Musik nicht gerecht werden.

Wir finden, eine bessere Art, unser Konzert Nummer 200 zu feiern, kann es nicht geben!

Joe McPhee ist Multi-Instrumentalist, Improvisator, Komponist und Konzeptionalist. Achtjährig begann er das Trompetenspiel, später, inspiriert durch Albert Ayler, griff er auch zum Saxofon und begann seine intensive Beschäftigung mit sowohl akustischer wie elektronischer Musik. Auf Clifford Thorntons Platte Freedom and Unity ist er erstmals als Sideman dokumentiert, bald darauf folgten zahlreiche Einspielungen auch als Leader.

Bestimmende Einflüsse für McPhees Entwicklung eigener Musiktheorien waren Pauline Oliveros’ “deep Listening” und Edward De Bonos “lateral Thinking” – Den disruptive Ansatz, sich einer Lösung bewusst aus ganz neuen Blickwinkeln anzunähern, übertrug er auf seine eigene Herangehensweise an kreative Improvisation.

Ein Ergebnis dieses lateralen Denkens war der provokative Prozess, der zu seinem Konzept der PO Music führte: “Es ist eine Hypothese des POsitiven, POetischen und (POssible) der Möglichkeiten, fixe, überkommene Ideen zu verlassen um Neue zu finden”.

Paal Nilssen-Love  ist laut downbeat (Dan Quelette 2002) "einer der innovativsten, dynamischsten und vielseitigen Schlagzeuger der aktuellen Szene".

Zu einem guten Teil ist dies seiner Arbeitsweise geschuldet: Er ist gleichzeitig in einer Vielzahl von Bands und Projekten aktiv, die als gemeinsamen Nenner jedoch immer ein hohes Energie- und Dynamik-Niveau aufweisen. Genannt seien hier stellvertretend The Thing, Territory Band, Atomic, Sten Sandell Trio und vor allem das Brötzmann Chicago Tentet, aber auch Duos mit Ken Vandermark, Mats Gustafsson oder Lasse Marhaug.

Die Basis wurde schon in seiner Jugendzeit gelegt. Er wuchs als Sohn eines Schlagzeugers und Jazzclub-Betreibers im norwegischen Stavanger auf und kam schon früh mit Saxofonist Frode Gjerstad in musikalischen Kontakt.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Freitag, 10. Mai 2019, 20 Uhr

MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Zinc & Copper - plus

Zinc & Copper

Robin Hayward, Tuba / GB
Hilary Jeffery, Posaune / GB
Elena M. Kakaliagou, Horn / GR
    plus Friedrich Glorian, Perkussion / D
Fotocollage: © H. Schneider, H. Jeffery, H. Schneider

Zinc & Copper („Zink und Kupfer“) wurde 2005 von dem Tubisten Robin Hayward gegründet. Die Formation von Horn (Elena Margarita Kakaliagou), Posaune (Hilary Jefferey) und Tuba bildet die Basis für ein variables Ensemble von Blechbläsern, das sich durch innovative Forschung und Pionierleistungen auszeichnet.

Die Entwicklung mikrotonaler Ventilsysteme eröffnet eine beispiellose Untersuchung der Stimmungssysteme auf Blechblasinstrumenten. So wird ein Bezug sowohl zu abendländischen experimentellen Musiktraditionen als auch zu nicht abendländischen Traditionen, wie etwa Maqam, hergestellt.
Durch verzerrte Ansatz- und experimentelle Ventiltechniken werden die Instrumente zu akustischen Geräuschgeneratoren. Halbventiltechniken und Dämpfer ermöglichen eine akustische Filterung des Klangs und eröffnen damit ein breites Farbspektrum.

lm Zeitalter Giovanni Gabrielis, lang bevor moderne „Ventilinstrumente“ erfunden wurden, hatte das Blechbläserensemble dieselbe Bedeutung wie andere Kammermusikbesetzungen. Zinc & Copper hat sich zum längerfristigen Ziel gesetzt, das Profil des Blechblasensembles im 21. Jahrhundert neu zu definieren und diese Art der Kammermusik zu einem wieder stärker beachteten Stand zu verhelfen.

Friedrich Glorian begann seine Karriere als professioneller Musiker in den späten 60ern als Sologitarrist bei der Ulmer Krautrockband Prof. Wolfff, einer der ersten Bands, die deutsche Texte verwendete.
Nach einem zweijährigen Studium an Joe Haider's jazz school in München hielt sich der Musiker in den 80er Jahren längere Zeit in Indien auf, wo er sich mit traditionellem nordindischen Gesang und Percussion beschäftigte. 2004 gründete er das Weltmusik-Projekt setu.bandh mit Musikern aus Indien, Georgien, Ungarn und Israel. Aktuell komponiert er neue / experimentelle / elektronische Musik für Tanz-, Multimedia-Projekte und Installationen. Neben Solo Performances mit seiner eigenen Musik tritt er mit Tanz- und Multimedia-Projekten auf.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Freitag, 31. Mai 2019, 20 Uhr

KIM im Einstein Kultur

Capece - Dafeldecker DUO

Capece - Dafeldecker DUO

Lucio Capece, Bassklarinette / AR
Werner Dafeldecker, Kontrabass / AT
Foto links: © Kazimierz Ździebło

Lucio Capece und Werner Dafeldecker erkunden die Obertonwelt der beiden Instrumente im Rahmen von repetitiven Improvisationsmustern.
Symmetrie, Wiederholung und die daraus resultierenden Strukturen, sowie deren Erscheinungsformen sind Thema des im Jahr 2010 gegründeten Duos.

Minimale, oftmals kaum merkliche Transformation von solitären Material durch subtile klangliche Veränderungen beleuchten die monolithische Gestalt der akustischen Stücke. Die Momente der Materialwechsel sind nicht genau eingrenzbar und erscheinen flüchtig.

Werner Dafeldecker ist ein österreichischer Improvisationsmusiker (Gitarre, Kontrabass, Elektronics) und Komponist. Werner Dafeldecker studierte am Wiener Konservatorium Kontrabass. Heute lebt er in Berlin und ist auf den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, den Salzburger Festspielen, beim Steirischen Herbst Graz, dem Total Music Meeting und den Berliner Festspielen ebenso aufgetreten wie bei Festivals in Nordamerika, Frankreich und Australien.

Der Argentinier Lucio Capece lebt seit 2004 in Berlin. Zu seinen Installationen gehören Geräusche und Tonhöhen, um die Aufmerksamkeit auf den umgebenden Raum und das Wahrnehmungserlebnis zu lenken. In Gruppen spielt Capece elektroakustisch improvisierte Musik mit Instrumenten der Wahl, darunter das Sopransaxophon, die Bassklarinette und die Shruti Box.

In seinen jüngeren Jahren in Buenos Aires wurde Capece klassisch in Gitarre und Jazz ausgebildet. Später kam er dazu, Schilfinstrumente zu bevorzugen und mit Gruppen wie Avion Negro und Casual zu komponieren. Zu seinen unkonventionellen Solowerkzeugen zählen Heliumballons, Pendel, Synthesizer / Rauschgeneratoren und Ultraviolettlichter.

Wie in seinen Interviews verkündet, konzeptualisiert Capece den Klang als „ein lebendiges Wesen“, und seine Arbeit neigt dazu, die Stadien seiner Schwingungsproduktion, die räumliche Reise und die Wahrnehmung zu erforschen.
Der Forschungsgeist von Capece hat zu längerfristigen Projekten geführt: Zusammenarbeit mit Mika Vainio bei der Veröffentlichung von Trahnie vor Editions Mego und einer Solo-CD des Labels Potlatch mit dem Namen Zero plus Zero, die seit vier Jahren produziert wurde. Er hat mit Künstlern wie Radu Malfatti, Toshimaru Nakamura, Axel Dörner, Kevin Drumm, Rhodri Davies, Julia Eckhardt, Phill Niblock und Pauline Oliveros sowie mit dem Q-O2-Ensemble zusammen mit internationalen Festivals wie Todays Art ( Den Haag), Dis-Patch (Belgrad), Experimenta (Buenos Aires), Alle Ohren (Oslo, Norwegen) und mehr.

Veranstaltungsort: KIM - im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

 

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zuletzt aktualisiert am 23.03.19