Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

Liebe Freunde der improvisierten Musik,

wir wünschen Ihnen/Euch ein gesundes, beschwingtes und erfolgreiches Neues Jahr 2018 voller neuer spannender und mitreißender musikalischer Erlebnisse!

Wenn wir zu Letzterem einen Teil beitragen können, freut uns das. Wir haben jedenfalls wieder ein abwechslungsreiches und überraschungsreiches Programm zusammengestellt, das wir dank des Gewinns des APPLAUS der Initiative Musik der Bundesregierung um ganz besondere Konzerte erweitern durften. Eine Terminübersicht zum Herunterladen gibt es hier: 1. Halbjahr.

Nach einem wunderbaren Auftaktkonzert mit 6ix im Januar freuen wir uns auf Februar:

Samstag, 03. Februar 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Beat The Odds

Beat the Odds

Ricardo Jacinto, Cello / PT
Pascal Niggenkemper, Bass / DE
Elisabeth Coudoux, Cello / DE
Félicie Bazelaire, Bass / FR
Foto: GMEA - Centre de Création Musicale d'Albi

„beat the odds“ (engl.): „es entgegen aller Wahrscheinlichkeit schaffen“
Zwei Celli und zwei Kontrabässe im doppelten Dialog, angeordnet im Quadrat.
Die Saiten angeschlagen von einem motorgetriebenen Propeller, der variabel gesteuert wird. Pulsierende Organismen (beats), stehende Klangflächen (drones) sowie persönliche Spieltechniken der Musiker rufen in einem organischen Miteinander eine faszinierende Klangwelt hervor.

Der deutsch-französische Bassist und Komponist Pascal Niggenkemper, von der New York City Jazz Records als „einer der abenteuerlichsten Kontrabassisten der aktuellen Musikszene" und dem Chicago Reader als ein „genius for sound exploration” beschrieben, kreiert seine Musik im Spannungsfeld zwischen improvisierter und zeitgenössischer Musik mit einer ihm eigenen Sprache.
Seine Arbeit beinhaltet das Solospiel (akustische Verfremdung des Instruments mittels Präparationen) sowie die Arbeit mit Motoren, wobei er das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine auslotet. Mit dem Trio BaLoNi war er bereits Gast der Offenen Ohren.

Die französische Bassistin und Cellistin Félicie Bazelaire ist Mitglied im Ensemble Onceim, im Ensemble Intercontemporain und beim Hodos Ensemble sowie seit 2012 solistische Interpretin zeitgenössischer Werke von Cage, Feldman, Scelsi wie auch von Komponisten-Improvisatoren wie P. Badaroux, P. Bosshard, B. Denzler und D'incise. Sie wurde ausgezeichnet mit dem Cellopreis des Konservatoriums Reims, besitzt einen Masterabschluss Kontrabass und Pädagogik am Pariser Konservatorium (Conservatoire National Supérieur CNSMDP) und ist Inhaberin des Certificate d’Aptitude. Sie unterrichtet am Conservatoires von Aubervilliers-La Courneuve und Orsay.

Elisabeth Coudoux ist Cellistin an der Schnittstelle unterschiedlicher musikalischer Genres: freie Improvisation, experimentelle Musik, Neue komponierte Musik und Jazz. Einem klassischen Studium als Basis folgte aufbauend ein Jazzstudium in Köln bei Frank Gratkowski und Prof. Dieter Manderscheid. Neben ihren eigenen Projekten (beispielsweise Emissatett, 2016 bei den Offenen Ohren), spielt sie in vielen Ensembles und arbeitet in interdisziplinären Projekten mit Tänzern, visuellen Künstlern und Schriftstellern zusammen. Sie ist Initiatorin und Mitglied von IMPAKT, ein neu gegründeten Kollektiv für freie Improvisation in Köln.

Der lissabonnische Künstler und Musiker Ricardo Jacinto beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Verhältnis von Klang und Raum. Derzeit promoviert er am Sonic Arts Research Center / Belfast.
Er arbeitet viel interdisziplinär mit anderen Künstlern, Musikern und Architekten zusammen und ist Gründer des Kulturvereins OSSO, einem Kollektiv von Künstlern aus den Bereichen Musik, Tanz, Bildende Kunst, Literatur, Film und Performance.
Ricardo Jacinto besitzt einen Abschluss in Architektur an der Universität Lissabon und besuchte Graduiertenkurse an der School of Visual Arts in New York. Außerdem hat er eine musikalische Ausbildung am Hot Clube de Portugal und der Academia de Amadores de Música in Lissabon.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Freitag, 23. Februar 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Mein Freund der Baum

Mein Freund der Baum - CD

Flo Stoffner, Gitarre / CH
Paul Lovens, Schlagzeug / DE
Rudi Mahall, Bassklarinette / DE

„Es gibt Zusammensetzungen, die das Gepräge des Sonderbaren haben, und oft schon dadurch interessieren" Dieses Zitat ist jedoch kein Kommentar zu diesem Trio, sondern die 1820 in Österreich vom herzoglichen Leibkoch F.G.Zenker verfasste Einleitung zum Rezept einer Brottorte....

Mein Freund der Baum vereint drei Generationen von Improvisatoren. Die drei Musiker sind persönlich und musikalisch Komplizen.
Paul Lovens und Rudi Mahall kennen sich aus Gruppen wie dem Globe Unity Orchestra, oder der Band von Aki Takase.
Paul Lovens und Flo Stoffner verbindet eine zehnjährige Zusammenarbeit mit Gruppen wie dem Trio mit Martin Schutz, oder dem Trio Die Öfen, welches vor einem Jahr auch Rudi Mahall zu seiner Tour eingeladen hatte.

Mein Freund der Baum ist ein Trio mit einem einzigartigen Sound, welcher neue Seiten der Improvisation zum Vorschein bringt.

Aus Aufnahmen aus zwei Live-Konzerten 2016 in Zürich und Lissabon entstand die CD Mein Freund der Baum, die im November 2017 bei dem Züricher Label WideEarRecords [WER032] veröffentlicht wurde. Die Stücke darauf: "Mein", "Freund" "Der" "Baum". Martin Schray fasst seine Rezension auf freejazzblog.org wie folgt zusammen: The album resembles a chamber-music-like update of the Evan Parker/Derek Bailey/Han Bennink album The Topography of the Lungs, reflecting this cutting edge free improv classic’s ultra-concentrated force and controlled energy. It’s full of excellent musicianship and unexpected twists and turns. Really recommended."

Wir sind gespannt!

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Samstag, 03. März 2018, 20 Uhr

Applaus 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Blume - Delius - Kaufmann - Manderscheid

Blume - Delius - Kaufmann - Manderscheid

Achim Kaufmann, Piano / DE
Martin Blume, Schlagzeug / DE
Dieter Manderscheid, Bass / DE
Tobias Delius, Holzblasinstrumente / NL

Nach einem Konzert des Quartetts im Kunstmuseum Bochum schreibt Nina Schröder (WAZ 2016): „Musikalische Übergänge mit unterschiedlichster Klangqualität ließen die Musiker entstehen: von geräuschhaft perkussivem oder rasanten Powerplay bis in ein subtiles, minimalistisches Pianissimo hinein. Das große Klangspektrum zeugte von großer Meisterschaft dieser vier Musiker!"
2018 erscheint die Live-Aufnahme eines Konzertes im Kölner Loft (2016) auf dem LabelNoBusiness Records: Frames & Terrains (NBLP 114); hier gibt vorab schonmal eine kleine Hörprobe.

Der weitgereiste britische Saxophonist und Klarinettist Tobias Delius, Preisträger des niederländischen Boy Edgar Prize (2004), lebte längere Zeit in Amsterdam und ist Musikern der dortigen Improvisationsszene wie Han Bennink, Tristan Honsinger, Wilbert de Joode und dem ICP verbunden. Seit einigen Jahren lebt er in Berlin. Aber weder physisch noch künstlerisch wurde er allzu sesshaft.
Tobias Delius glänzte mit seinem spielerischen Witz und Charme sowie mit seiner technischen Souveränität schon in zahlreichen Projekten, sei es im eigenen Quartett oder als Partner von Georg Graewe, Steve Lacy, Bill Frisell, Louis Moholo, Cor Fuller oder Ray Anderson.

Achim Kaufmann gehört seit vielen Jahren zu den an- und aufregendsten Persönlichkeiten der europäischen Jazz- und Improvisationsszene. Seine Musik zeugt von harmonischer Feinsinnigkeit und strukturellem Tiefgang. Als brillianter Pianist und Komponist hat er über die reflektierte Auseinandersetzung mit der Tradition zu einer nuancierten, jetzt-zeitigen Klangsprache gefunden, in der Poesie, Energie und Abstraktion gleichermaßen präsent sind. Dies brachte ihm 2015 den renommierten Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutschen Jazzpreis) ein.

Dieter Manderscheid feierte seine ersten größeren Erfolge mit dem Wittek-Kaiser-Manderscheid Trio. Seitdem ist er über den Kreis des Kölner Jazz Hauses hinaus einer der gefragtesten Freelance-Bassisten. Er arbeitete mit so unterschiedlichen Musikern wie Harry Beckett, John Betsch, Peter Brötzmann, Phil Minton, Radu Malfatti, Michael Moore, Barre Phillips, Frank Samba, Günther Sommer, Georg Graewe, Klaus König, Kenny Wheeler und Dirk Raulf zusammen. „Sein Spiel macht süchtig“, schwärmte Ekkehard Jost.

Der Schlagzeuger Martin Blume „gehört zu den führenden Vertretern der europäischen Improvisationsmusik, wobei ihn seine ausgeprägte quasi-kompositorische Sensibilität auszeichnet, die auf eine enge Verbindung zur Neuen Musik verweist.“ Signal to Noise (US Magazin)
Er hat seit Anfang der 80er Jahre im internationalen Kontext der Avantgarde von Jazz, Improvisierter und Neuer Musik in den unterschiedlichsten Formationen u.a. mit Musikern wie Peter Brötzmann, Peter Kowald, Johannes Bauer, Phil Minton, Lol Coxhill, Georg Gräwe, Jim Denley, Luc Houtkamp, Phil Wachsmann, John Butcher, Thomas Lehn, Xu Feng Xia, Ken Vandermark und Kent Kessler zusammengespielt.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Mittwoch, 14. März 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
KIM im Einstein Kultur

Duo Pip

Duo Pip

Torstein Lavik Larsen, Trompete / NO
Fredrik Rasten, Gitarre / NO

Mit dem Norwegischen OKER Quartet waren Torstein Lavik Larsen, Trompete, und Fredrik Rasten, Gitarre, bereits 2016 zu Gast bei den Offenen Ohren. Daher freuen wir uns besonders, die beiden Improvisatoren in der Duo-Formation Pip wieder in München begrüßen zu können.

2006 gegründet, erforscht und erweitert das norwegische Akustik-Duo Pip, beheimatet in Oslo, kontinuierlich die klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente, ausgehend von Intonation und Klangfarben als zentrale Elemente. Es entstehen graduell sich fortentwickelnde Strukturen, die zwischen statischen und organischen Zuständen changieren. Ihre Konzerte sind ein andauerndes Wechselspiel aus Realität und Verzauberung.

Nach einer limitierten CD-Auflage Pip 2015 beim Plattenlabel ØS veröffentlichten sie 2016 ihr offizielles Debütalbum Pip beim portugiesischen Label Creative Sources (CS 348); zum Reinhören: Pip2 oder Pip auf Soundcloud. This Is Jazz Today schrieb dazu: „[…] the simple quality of the compositions/improvisations and the control in the delivery are absolutely excellent. It’s amazing what you can do with two acoustic instruments.“

Beide Musiker sind auch in anderen experimentellen/improvisatorischen Projekten aktiv, beispielsweise bei Skadedyr, Gismervik / Rasten / Garner, Torstein Ekspress, View from Nowhere, Torg, Oker oder, genreübergreifend, in einem Live-Visual-Projekt mit dem dänischen Duo Manuals.

Veranstaltungsort: KIM im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Dienstag, 20. März 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Trio Mukti

Trio Mukti

Emil Gross, Schlagzeug / AT Foto:© Simon Attila
Paul Rogers, Bass / GB
Anupriya Deotale, Violine / IN Foto:© Ishita Shah

Das Trio Mukti ist, laut eigenem Bekunden, ein Traumprojekt des südburgenländischen Kosmopoliten Udo Preis, der als umtriebiger Organisator des Impro-/Jazz-Festivals Limmitationes in Rudersdorf fungiert. Die Rhythmusgruppe, auch als Duo „Peal“ bekannt, ist dort schon seit Jahren quasi Inventar. Auf einem der Begegnungs-Workshops entstand dieses Trio, das in perfekter Weise Elemente nordindischen klassischen Violinspiels und traditioneller Improvisationsmethoden Indiens mit europäischer freier Improvisation verschmelzen läßt.

Anupriya Deotale studierte Violine an der Khaigarh University und an der
Vikram University in Ujjain und legte den Master of Arts und Master of Music
jeweils mit einer Goldmedaille ab. Sie gründete das Ameer Khusro Centre For
Music, um das Wissen und die Wertschätzung der klassischen Musik Indiens bei der Jugend des Landes zu fördern. Sie besitzt einen ganz eigenen Stil, der Elemente des vokalen "Gayaki" und des instumental-rhythmischen "Tantarakari" miteinander verschmilzt.

Sie sucht jedoch immer wieder die Herausforderung des musikalischen Experiments und erschafft im Trio Mukti mit dem britischen Bassisten Paul Rogers und dem Wiener Schlagzeuger Emil Gross, deren Musik nicht selten an die jahrelange Kooperation von John Edwards und Mark Sanders erinnert, einzigartige Verschmelzungen von experimenteller Schroffheit und spiritueller Tiefe.

Paul Rogers ist ein Name, der schon seit langem auf der Konzert-Wunschliste der Offenen Ohren steht. Am besten bekannt als langjähriges Mitglied in Keith Tippett´s „Mujician“-Quartett, hat er auch schon mit Mike Westbrook, Elton Dean, Paul Dunmall, John Stevens, Michel Doneda, Tony Levin, Alan Skidmore, Gerry Hemingway, Don Byron, Tom Cora, Louis Sclavis, Evan Parker und Ivo Perelman gespielt, um nur einige Namen zu nennen.

Emil Gross ist ein außerordentlicher Schlagzeuger der jüngeren Generation, der in eigenen Projekten sowohl neben Jazz-Größen wie Oliver Lake und Joe Fonda gespielt hat, aber auch Motor und Initiator diverser, auch genreübergreifender Projekte mit vielversprechenden jungen Musikern und Tänzern ist.

Einige Live-Aufnahmen vom Trio Mukti sind bei Soundcloud nachzuhören.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Freitag, 06. April 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Double Dansk Solo
  > Measures
  > Frogs /Toads
Double Dansk Solo

Henrik Pultz Melbye, Holzblasinstrumente / DK Foto:© Niels Fabæk
Adam Pultz Melbye, Bass / DK Foto:© H. Schneider

Dieses Doppelkonzert ist quasi ein Familienunternehmen der beiden dänischen Brüder Pultz Melbye, wobei Adam, der Bassist, bereits 2015 bei uns im Lotte Anker Trio durch seine Intensität, Präzision und Spielfreude auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Hier meldet sich Adam Pultz Melbye, der seit 2013 in Berlin lebt, nun solistisch mit seinem Projekt Measures zurück. Sorgfältig werden musikalische Strukturen aufgebaut, einerseits hochpräzise und mit Sinn für kleinste Details, andererseits mit fröhlicher Verspieltheit und abenteuerlustiger Suche nach neuen Sounds – gestrichen, gezupft oder perkussiv.

Eyal Hareuveni, allaboutjazz.com zu seinem zweiten Solo-Album Measures (Dez. 2017): „Melbye, gifted with masterful and highly creative command of the double bass, uncovers the insides of this massive instrument in a series of nine concise improvisations. […] “That” is a wise and playful improvisation that employs the resonating wooden characteristics of the bass and on “Zossener” it sounds as if the bow is the main instrument and the double bass is employing various extended techniques on the bow. “Knee Left” returns to the opening improvisation, applying similar methods and reaching a satisfying closure in this arresting journey.
Highly impressive.”

Sein jüngerer Bruder Henrik lebt in Kopenhagen. Er ist ebenfalls auf der experimentellen und improvisatorischen Schiene unterwegs, wobei erste Aktivitäten unter anderm die Leitung einer Avantgarde-Rockformation umfassten.

2011 machte er seinen Master in Musik an der Academy of Music in Esbjerg. Seit 2017 besucht er ein Aufbaustudium an der the Rythmic Music Conservatory in Copenhagen.

In seinem Soloprojekt Frogs / Toads spielt er hauptsächlich akustisches Tenorsaxofon und befasst sich insbesondere mit Raum-Interaktionen sowie mit akustischen Verhältnissen von Räumen unterschiedlichster Dimensionen.
Die kurzen und präzisen Improvisationen werden hochintensiv und diszipliniert gespielt. Sie geben einen guten Einblick sowohl in Henrik Melbyes komplexes und reichhaltiges musikalisches Vokabular wie auch in die technische Beherrschung seines Instrumentes, die durch Atemtechnik und Feedbacks die Musik teils multiharmonisch erklingen lässt.

Auf seiner Internetseite gibt es verschiedene Video-Konzertaufnahmen.

„He’s exploring the possibilities of the saxophone with minimalistic tonepaintings and sound-wrenching tensions. It’s challenging, varied and exciting.” Niels Overgård, Jazznyt.com

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Dienstag, 17. April 2018, 20 Uhr

Piano 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

(ein)blicke – TanzMusikPerformance

Fine Grafenhorst Dance Project

Roland Dahinden, Posaune / CH Foto: © Gary Soskin
Christian Wolfarth, Perkussion / CH Foto: © H. Schneider
Hildegard Kleeb, Piano / CH Foto: © Gary Soskin
Fine Grafenhorst, Tanz / DE Foto: © Pere Pratdesaba

Eine Musikerin, zwei Musiker und eine Tänzerin treffen zum ersten Mal in einem unbekannten Raum zusammen.
Wer sind sie? Was ist das für ein Raum, der ihnen eine Hülle bietet? Bietet er Schutz? Schafft der Raum Raum für andere Räume? 
Vier verschiedene Wege und Biografien, vier KünstlerInnen, die sich begegnen und sich öffnen für (ein)blicke in ihre individuelle Sicht und Wahrnehmungen.

Speziell für dieses Konzert im MUG hat Fine Grafenhorst (geb. Kwiatkowski) , zusammen mit ihren Schweizer Künstlerkollegen, dieses Projekt entwickelt.

Fine Grafenhorst: Immer wieder treffe ich auf Künstler aus den Bereichen zeitgenössischer Tanz, zeitgenössische und Neue Musik, Bildende Kunst und Schauspiel. Diese Begegnungen spiegeln den Moment eines intensiven, spannungsreichen, sich anziehenden und abstoßenden Augenblickes wider, der ein hohes Maß des Scheiterns beinhalten kann, oder beglückend in gemeinsamer Ekstase oder Stille mündet. Eine Art "Gespräch", welches sehr direkt und tief den Kern des nicht mehr Sagbaren treffen kann.

Fine Grafenhorst war 2011 mit ihrem Multimedialen Projekt „Cri du Coeur“ bei den Offenen Ohren zu Gast, Christian Wolfarth zuletzt Ende 2017 im Quartett „Der Verboten“. Die Pianistin Hildegard Kleeb und den Posaunisten Roland Dahinden begrüßen wir zum ersten Mal.

Roland Dahinden studierte Posaune und Komposition, zunächst an der Musikhochschule in Graz bei Erich Kleinschuster und Georg Friedrich Hass und bei Vinko Globokar an der Scuola di Musica in Fiesole bei Florenz. Von 1992-95 war er Assistent von Alvin Lucier und Anthony Braxton an die Wesleyan University in Connecticut. 2002 schloss er ein PhD Program bei Vic Hoylund an der Birmingham University (GB) mit dem Doctor of Philosophy in Music ab.

Als Posaunist fühlt er sich sowohl in improvisierter Musik und Jazz als auch in der zeitgenössischen Musik heimisch. Seit 1987 spielt er mit seiner Frau, der Pianistin Hildegard Kleeb, im Duo.

Hildegard Kleeb studierte Klavier am Züricher Konservatorium, und danach unter anderem bei Eric Gaudibert in Genf und bei Jürg Wyttenbach an der Musikhochschule Basel. Sie ist Improvisatorin sowie Interpretin Neuer Musik. Mit Roland Dahinden war sie 1992-1995 an der Wesleyan University, Connecticut und arbeitete dort mit Anthony Braxton und Alvin Lucier und Christian Wolff zusammen.

Konzerttourneen führten Roland Dahinden und Hildegard Kleeb durch Europa, nach Amerika, Afrika und Asien.

Beide haben eine innige Beziehung zur Bildenden Kunst. Zu Roland Dahindens kompositorischen Werken zählen Klanginstallationen und Klangskulpturen.
Hildegard Kleeb beschrieb sich in einem Artikel der Zentralschweiz am Sonntag mal selbst als bildende Künstlerin: „Ich habe die Vorstellung des Flügels als Skulptur, die im Raum steht und klingt. Der Flügel als eine Soundmasse, an der ich wie eine Bildhauerin arbeite."

Wir freuen uns auf die (ein)blicke!

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Samstag, 21. April 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Akira Sakata Trio:  ARASHI !

Arashi

Paal Nilsson-Love, Schlagzeug / NO
Johan Berthling, Bass / SE
Akira Sakata, Saxofon, Klarinette, Stimme/ JP
Foto: © Micke Keysendal

Arashi ist das japanische Wort für Sturm und ein adäquater Name für dieses Powertrio, bei dem sich der Altmeister des japanischen Hardcore Free Jazz, Akira Sakata, mit einer diabolischen norwegischen Rhytmusgruppe zusammentut, die man spontan auch mit Mats Gustafsson assoziieren könnte.

Akira Sakata ist vielen noch als Teil des Yosuke Yamashita Trios aus den Siebziger Jahren in Erinnerung. Bei Arashi hört man ihn aber nicht nur an seinem Hausinstrument, dem Altsaxofon, sondern auch als Sänger. Aber Sakata hat noch ein drittes Werkzeug: die Klarinette. "Hier werden die rohen Männer immer so zärtlich - oder sprachnah. Oder vollständig verrückt" meinte Diedrich Diederichsen, Spex Magazin.

Johan Berthling ist Bassist im Spannungsfeld zwischen europäischem Free Jazz und experimentellem Rock unterwegs und hat mit so ziemlich allen nordeuropäischen Schwergewichten dieser Genres zusammengespielt, wie zum Beispiel Sten Sandell, Christer Bothén, David Stackenäs, Raymond Strid. Er ist Mitbegründer von so energielastigen Gruppen wie Fire!, Nacka Forum und Tape, und ist von daher eine logische Ergänzung zu Paal Nilsson-Love und Akira Sakata im Power-Trio Arashi.

Paal Nilssen-Love ist laut downbeat (Dan Quelette) "einer der innovativsten, dynamischsten und vielseitigen Schlagzeuger der aktuellen Szene". Zu einem guten Teil ist dies seiner Arbeitsweise geschuldet: Er ist gleichzeitig in einer Vielzahl von Bands und Projekten aktiv, die als gemeinsamen Nenner jedoch immer ein hohes Energie- und Dynamik-Niveau aufweisen. Genannt seien hier stellvertretend The Thing, Territory Band, Atomic, Sten Sandell Trio und vor allem das Brötzmann Chicago Tentet, aber auch Duos mit Ken Vandermark, Mats Gustafsson oder Lasse Marhaug. Die Basis wurde schon in seiner Jugendzeit gelegt. Er wuchs als Sohn eines Schlagzeugers und Jazzclub-Betreibers im norwegischen Stavanger auf und kam schon früh mit Saxofonist Frode Gjerstad in musikalischen Kontakt.

Dieses Konzert verspricht, wie das von Free-Jazz Ikone Peter Brötzmann vor anderthalb Jahren im MUG, wieder ein hochenergetisches und powervolles Ereignis zu werden. Nicht von ungefähr hatte ja Peter Brötzmann bei einem ihm gewidmeten Festival 2011 in Wels Akira Sakata als einen der prominenten japanischen Gäste eingeladen, mit denen er bei seinen zahlreichen Japan-Tourneen immer wieder gerne zusammentraf.

Beim Wiener Label Trost Records erschien die LP/CD "ARASHI" (TR130, 2014) sowie der Live-Mitschnitt eines Konzertes 2017 im Fylkingen, Stockholm als CD ARASHI - Trost Live Series (TLS001).

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Montag, 14. Mai 2018, 20 Uhr

Applaus 2018
Black Box im Gasteig

Tilbury, Prevost & Vandermark
    The Core of AMM meets Vandermark

Tilbury, Prevost & Vandermark

John Tilbury, Piano / GB
Ken Vandermark, Saxofone / US
Eddie Prevost, Schlagzeug / GB
Fotos: © Peter Gannushkin

Der Offene Ohren e.V. ist besonders stolz und erwartungsvoll, dieses wirklich außergewöhnliche Konzert präsentieren zu können; wahrscheinlich das Highlight des Jahres 2018:

Zwei musikalische Welten treffen hier aufeinander, die gleichwohl die Geisteshaltung radikaler Neuerung ihrer Musikwelten als Gemeinsamkeit mitbringen.

Der britische Pianist John Tilbury und der britische Schlagzeuger Eddie Prevost bilden den aktuellen Kern des epochemachenden Improvisationsensembles AMM.

AMM wurde bereits 1965 vom Saxofonisten Lou Gare, Gitarristen Keith Rowe sowie von Eddie Prevost gegründet. 1980 kam John Tilbury dazu. Die Musiker von AMM entwickelten eine Tonsprache und Spielhaltung, die sowohl die damaligen Möglichkeiten der Neuen Musik als auch des freien Jazz radikal überschritt.

Damit war die Gruppe für Improvisatoren der verschiedensten Musikgattungen, von der Rockmusik bis hin zur Klassik sowie für die Entstehung einer eigenständigen Freien Improvisation beispielgebend, ähnlich wie vielleicht sonst nur noch das gleichzeitig entstandenen Improvisationsensemble Musica Elettronica Viva (MEV) um Alvin Curran, Frederic Rzewski und Richard Teitelbaum.

AMM versteht sich immer als Kollektiv. Wenn auch die individuellen Stimmen für den Prozess der interaktiven Klangerzeugung wichtig sind, bleibt das Ergebnis grundsätzlich auf Kollektivimprovisationen und nicht auf eine Folge solistischer Beiträge ausgerichtet.

Der US-amerikanische Jazzsaxofonist und Klarinettist Ken Vandermark fügt sich einerseits in diese grundsätzliche Ideenwelt ein, anderseite erweitert er das musikalische Geschehen wesentlich aufgrund seiner multistilistischen Interessen und Offenheit für neue Klänge und Aufbrechen bestehender musikalischen Konventionen.

Die Liste der Jazzmusikern, mit denen er Platten aufgenommen hat, ist lang, dazu gehören etwa Hal Russell, Paul Lytton, Joe Morris, Peter Brötzmann und Paul Lovens. Er hat auch zahllose eigene Formationen geleitet, wie zum Beispiel Free Fall, Free Music Ensemble, Territory Band (großes Orchester mit wechselnden Besetzungen), Rara Avis und - vielleicht am bekanntesten - die Vandermark 5.

Als Soundbeispiel des Trios finden Sie ein Video auf YouTube: Eddie Prévost / John Tilbury / Ken Vandermark Trio live im Kunstmuseum Manggha in Krakau, 11. November 2017.

Veranstaltungsort: Black Box im Gasteig
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Freitag, 13. Juli 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Olaf Rupp - Ulrike Brand Duo

Rupp - Brand Duo

Ulrike Brand, Cello / DE
Olaf Rupp, Gitarre / DE
Foto: © Paetrick Schmidt

Aus dem spezifischen Zusammenklang von Cello und Elektrogitarre entspringt die eigene Poetik des Berliner Duos von Ulrike Brand und Olaf Rupp.

Cello und Elektrogitarre weisen zum Verwechseln ähnliche Klangfarben und Spieltechniken auf - trotz ihrer unterschiedlichen semantischen Felder, das Cello als ein akustisches Instrument mit einem romantischen Klangideal und die E-Gitarre als Synonym für Rockmusik.

So wie das Streichen mit dem Bogen und das Pizzicato-Spiel austauschbar sind, sind es auch Obertonklänge, Arpeggien, Cluster, zahlreiche Verfremdungseffekte und Geräusche; essentielle Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit einer differenzierten Laustärkenmodulation auf der Elektrogitarre.
Das Resultat ist eine stilistische Ungebundenheit bei freiem assoziativem „Spiel“ mit Ähnlichkeit und Rollentausch, Erinnerung und Vorwegnahme. Im Duo potenzieren sich diese Vorgänge durch den kontinuierlichen Input der Klänge des Anderen die zu Klängen des Eigenen werden, welche wiederum auf das Andere einwirken - den Kommunikationsfluss wechselseitig gestaltend.

Die Cellistin Ulrike Brand bringt aus jahrzehntelanger Erfahrung mit der Interpretation zeitgenössischer Musik das gesamte Spektrum der dort verwendeten Spieletechniken ein. In ihrem Spiel sind Klang und Geräusch gleichwertige akustische Elemente, Tonhöhe wird als Kontinuum aufgefasst und der gesamte Korpus des Instruments als Allover bespielt, wodurch das gestische Element des Spiels betont wird.

Der Gitarrist Olaf Rupp erforscht auf seinem Instrument mit kompromissloser Radikalität die Räume der freien Improvisation. Seine äußerst virtuosen selbstentwickelten Spieltechniken sind das Ergebnis einer individuellen künstlerischen Disziplin, die fern aller Vorgaben und Konventionen die klanglichen Grenzen des Instruments kontinuierlich erweitert. In seiner subtilen pointillistischen Klangwelt erscheint der Einzelton als Farbpunkt innerhalb einer übergeordneten Matrix.

Musikbeispiele gibt es auf Soundcloud sowie YouTube.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Offene Ohren e.V. erhält Bundesmusikpreis Applaus 2017
für sein herausragendes Livemusikprogramm

Im Herbst 2017 prämierte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, zum fünften Mal herausragende Programme von unabhängigen Musikclubs und Veranstaltungsreihen mit dem Bundespreis APPLAUS. Offene Ohren e.V. ist dabei!

Für sein "herausragendes Liveprogramm" wurde unser Verein zum dritten Mal nach 2014 und 2016 mit einem Preis geehrt, was uns außerordentlich freut und uns anspornt, engagiert weiterzumachen. Mit dem Preisgeld werden wir auch 2018 spannende Konzerterlebnisse für Sie anbieten.

.Logo Applaus

Der Programmpreis APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten wird realisiert von der Initiative Musik, mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Als beratende Fachpartner wirken die Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) und die LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), mit.

Logo Kulturreferat LH München

Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

 

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zuletzt aktualisiert am 20.01.18