Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

Offene Ohren e.V. erhält Bundesmusikpreis Applaus 2017
für sein herausragendes Livemusikprogramm

Am 25. Oktober 2017 prämierte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, zum fünften Mal herausragende Programme von unabhängigen Musikclubs und Veranstaltungsreihen mit dem Bundespreis APPLAUS. Offene Ohren e.V. ist dabei!

Für sein "herausragendes Liveprogramm" wurde unser Verein zum dritten Mal nach 2014 und 2016 mit einem Preis geehrt, was uns außerordentlich freut und uns anspornt, engagiert weiterzumachen. Mit dem Preisgeld werden wir auch 2018 spannende Konzerterlebnisse für Sie anbieten.

.Logo Applaus

Der Programmpreis APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten wird realisiert von der Initiative Musik, mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Als beratende Fachpartner wirken die Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) und die LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), mit.

 

unser nächstes Konzert:

Samstag, 18. November 2017, 20 Uhr

Piano Series 2017
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Der Verboten

Der Verboten

Frantz Loriot, Viola / F
Antoine Chessex, Saxofon / CH
Christian Wolfarth, Perkussion / CH
Cédric Piromalli, Piano / F
Foto: Pierre Chinellato

Der Verboten ist eine Weiterentwicklung des Projektes „Treffpunkt“, ein musikalisches Zusammentreffen verschiedener Musikernationalitäten und unterschiedlicher Hintergründe wie Klassik, Noise, Minimalismus oder Theater, mit dem Ziel einer Sound-Synthese.

Ein erster Treffpunkt fand im Dezember 2013 auf dem Superflux Festival im französischen Tours statt, Nummer zwei entstand 2015 unter dem Namen 会場 (Kaijō, japanisch für Treffpunkt). "Der Dritte Treffpunkt" @ Festival Météo - Mulhouse, 2016 kann im Internet als YouTube-Video gehört werden: https://youtu.be/NK9I_t1Fy6E. Die in Mulhouse anwesenden Offenen Ohren waren begeistert!

Nun also Nummer vier in München. Die Besetzung ist wieder die "Treffpunkt"-Kernbesetzung, Violaspieler Frantz Loriot und Pianist Cédric Piromalli und, wie auch schon in Mulhouse, Perkussionist Christian Wolfarth und Saxofonist Antoine Chessex.

Christian Wolfarth kommt aus dem Jazz und der Improvisation, mit interdisziplinären Ausflügen Richtung Theater, Tanz, Video und Literatur, und ist auch vielbeschäftigter Solist. Antoine Chessex ist Komponist, Klangkünstler, Noise Performer und Klangforscher im Elektronikbereich, letztere zwei Aspekte ausgelebt in vielen Soloauftritten auf Festivals weltweit.

War in Mulhouse das grundlegende Konzept der langsame Übergang von akustischer zu (elektronisch) verstärkter Musik, gewissermaßen ein Klang-Zoom vom Analogen ins Digitale, so wird sich das Quartett diesmal besonders mit den räumlichen Aspekten im MUG auseinandersetzen.

Der Bandname ist im Übrigen so zufällig wie gezielt absurd entstanden. Hintergrund war, dass es im Vorfeld des Mulhouse-Konzertes keine Kommunikation über das Konzept und die Inhalte des Projektes geben sollte.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Mittwoch, 22. November 2017, 20 Uhr

Subsonicspace Series 2017
Ampere, Muffatwerk

The Malta Sessions – Houtkamp & Buder

Der Verboten

Hannes Buder, Gitarre / D
Luc Houtkamp, Saxofone / NL, Malta

The Malta Sessions, eine im Juni 2016 aufgenommene CD des Duos, lässt erahnen, mit welcher Bandbreite an musikalischen Ausdrucksformen dieses Duo aufwarten kann.

Luc Houtkamp, letztmals vor fast genau vier Jahren im MUG zu hören (mit John Russell und Martin Blume) brilliert mit unterschiedlichsten Spieltechniken auf diversen Saxofonen und Klarinetten. Hannes Buder versteht es, seine Gitarre in einem Moment wie eine japanische Koto klingen zu lassen, im nächsten Augenblick hören wir ein Percussion-Solo, eine Kreissäge oder einen meditativen Klangteppich.

Luc Houtkamp (geb. 1953 in Den Haag) ist ein Komponist und Improvisator, der die Kluft zwischen unterschiedlichsten Musikwelten überbrückt.
Mit einem Hintergrund als Saxophonist in Jazz und improvisierter Musik ist es sein musikalisches Ziel, ein Kontinuum zwischen Improvisation und Komposition zu schaffen, in dem sich der Unterschied zwischen den beiden auflöst.

Mit Hilfe von Computern und Live-Elektronik sowie verschiedenen Formen der Musiknotation sind seine Kompositionen sowohl im Klang als auch im Konzept sehr persönlich. Die stilistische Freiheit ist kein postmodernes Klischee, sondern basiert auf seinem Glauben, dass der musikalische Stil sekundär ist und in erster Linie der ausdrucksvollen Qualität der Musik selbst dienen soll. Sein Hauptinteresse an seinen Stücken ist die Art und Weise, wie die Musiker zusammenspielen und wie dies durch Komposition und den Einsatz von Computern gelenkt werden kann.

Hannes Buder (geb. 1978 in der damaligen DDR) ist ein Musiker, Improvisator und Komponist auf dem Gebiet der experimentellen Musik. Seine Werke konzentrieren sich auf Fragen der Bewegung, Authentizität, Intuition, Minimalismus, Dichte und Langsamkeit.

Er studierte Gitarre am Carl Maria von Weber Konservatorium in Dresden und dem Franz Liszt Konservatorium in Weimar. Zu den aktuellen Projekten von Buder gehören die Bands Zug Zug mit Todd Capp und Andrew Lafkas, Gravity mit Hannes Lingens und Andrew Lafkas, das Duo mit Luc Houtkamp und sein Soloprojekt. Darüber hinaus hat er mit Audrey Chen, Tony Buck, Audrey Lauro, Hilary Jeffery, Mike Majkowski, Matthias Bauer, Steve Heather, dem Berlin Improvisers Orchestra und vielen anderen zusammengearbeitet.
Hannes Buder hat auch für verschiedene Tanz- (Oxana Chi, Judith Sanchez Ruìz), Theater- (Jörg Mihan, Johannes Maria Schmit) und Filmprojekte (Barbara Lubich, Annick Gaudreault) komponiert, improvisiert und aufgenommen. Er arbeitete zeitweise als Lehrer / Werkstattleiter bei verschiedenen Festivals, in Musikschulen, aber auch mit Gefängnisinsassen.

Veranstaltungsort: Ampere - Muffatwerk
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Donnerstag, 07. Dezember 2017, 20 Uhr

Piano Series 2017
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Tobel

Tobel

Reinhold Friedl, Piano / D
Franck Vigroux, Elektronik / F
Foto: Vincent Hindson

TOBEL ist ein Treffen zweier Universen, personifiziert durch zwei Musiker, die den Kern der Klänge erkunden und einen wahrhaft zeitgenössischen Ansatz mitbringen: Reinhold Friedl als anerkannte Koryphäe des Innenklaviers, Franck Vigroux mit radikaler Elektrik und Elektronik. Ihr Ziel ist nichts weniger als die Soundverschmelzung dieser beiden Welten, Akustik und Elektronik, zu erreichen. 2013 fand die Premiere dieses Duos in Paris statt, nun also, vier Jahre später, ist der MUG sozusagen der „Hörplatz“ der neuesten intensiven Sound Researches. 

Den Pianist, Interpret und Komponist Reinhold Friedl dürften die meisten mit dem Ensemble „Zeitkratzer“ in Zusammenhang bringen, umso mehr als die Münchner Kammerspiele just Anfang Dezember „The Ocean is closed“ auf dem Spielplan haben.
Als Musiker hat er sich vor allem auf das Innenklavier spezialisiert und alle einschlägigen Kompositionen gespielt sowie Fachartikel hierüber veröffentlicht. Wichtige musikalische Partner sind unter anderem Keiji Haino, Phill Niblock, Masami Akita (besser bekannt als Merzbow), Mario Bertoncini (nuova consonanza), Lou Reed und zahllose weitere.

Franck Vigroux lebt in einem musikalischen Universum in dem Improvisation, Noise, Hörspiel, Zeitgenössische Musik, Industrial und Elektronik aufeinandertreffen. Auf der Bühne ist er Gitarrist, Turntable-Spieler, Elektroniker, Soundkünstler – sei es solo oder mit Musikern wie Elliott Sharp, Zeena Parkins, Mika Vainio, Joey Baron, Bruno Chevillon, Marc Ducret.
Er betreibt sein eigenes CD label D’Autres Cordes sowie eine gleichnamige Organisation zur Aufführung von Performance – Werken.

Videobeispiele des Duos TOBEL:
https://youtu.be/9I_6RxfIRBU
https://youtu.be/TEEze7csRjk

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Samstag, 16. Dezember 2017, 20 Uhr

Subsonicspace Series 2017
MUG im Einstein Kultur

Radio Tweets – Ulher-Wassermann Duo

im Konzert: Wassermann - Uher

Ute Wassermann, Stimme, Vogelpfeifen / D
Birgit Ulher, Trompete, Objekte, Radio / D

Die Trompete ist als Instrument wohl am engsten mit der menschlichen Stimme verwandt, und doch ruft das Duo der Vokalistin Ute Wassermann und der Blechbläserin Birgit Ulher zunächst Erstaunen hervor: diese Kombination ist ungewöhnlich, auch im Bereich der experimentierfreudigen improvisierten Musik.

Die bewusste Beschränkung der instrumentalen Mittel zahlt sich in einer konzentrierten Intensität aus. Stimme und Trompete zwitschern, flattern, nähern sich bis auf kleinste Intervalle an, verschmelzen zum spontan orchestrierten Zusammenklang. Die Begegnung der beiden Improvisatorinnen gerät so zu einem spannungsreichen Abenteuer voller spielerischer Überraschung und unakademischem Hörspaß.

Dass Klang einen Klangraum braucht, damit darin andere Dinge zum Mitschwingen angeregt werden, dies ist ein Phänomen, welches auf physikalischer Ebene und auf semantischer Ebene gleichermaßen gilt. Einerseits bedarf der Klang, um überhaupt hörbar zu sein, der Resonanz, andererseits werden auf der Ebene der Assoziationen die man mit einem Klang verbindet, verschiedene Bedeutungen ausgelöst, die a priori in der Wahrnehmung des Klanges mitschwingen. Wir hören eben nicht nur einen abstrakten Klang, sondern legen dem gleich immer eine bestimmte Bedeutung bei. So hören wir zum Beispiel ein Traktorengeräusch, und können, wenn wir damit vertraut sind, diesem sogar die Marke oder das Baujahr zuordnen.
Dieses Phänomen wird von den beiden Musikerinnen und Klangforscherinnen Ute Wassermann und Birgit Ulher auf eine faszinierende Weise zum Thema gemacht.

In ihrem Projekt Radio Tweets mischen sich Assoziationen aus der Welt des Radios mit solchen aus der Welt der Vögel, wobei der Clou an der Sache ist, dass dies zum großen Teil mittels rein akustischen, d.h. nicht elektronisch bearbeiteten Klängen bewerkstelligt wird, wenn man von den Radioklängen mal absieht.

Dies geschieht aber nicht nur impressionistisch, sozusagen an der Oberfläche des Klangs. Es wird vielmehr versucht, tiefer in das Klanggeschehen einzudringen, indem Strukturmomente aus der Radiotechnik die Klangerzeugung selbst bestimmen, oder zumindest beschreiben. Frequency Shifting, Demodulation, Reflection, Polarization, so lauten Titel ihrer faszinierenden Stücke, alles Begriffe aus der Radiotechnik.

In einem andern Stück mit dem Titel Radio für Birds dreht es sich allerdings noch einmal weiter: die von uns mittels des Klangs der Vogelstimmenpfeife imaginierten Vögel werden jetzt selbst zum Adressaten der Radio Tweets. Hier beginnt sich alles zu mischen, und wir werden durch ein raffiniertes Vexierspiel von Klängen und Klangimitaten geführt.

Hörenswert!

Soundbeispiel Radio Tweets:
https://soundcloud.com/utewassermann/01-radio-tweet

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

 

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zuletzt aktualisiert am 31.10.17