Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

Montag, 14. Mai 2018, 20 Uhr

Applaus 2018
Black Box im Gasteig

Tilbury, Prevost & Vandermark
    The Core of AMM meets Vandermark

Tilbury, Prevost & Vandermark

John Tilbury, Piano / GB
Ken Vandermark, Saxofone / US
Eddie Prevost, Schlagzeug / GB
Fotos: © Peter Gannushkin

Der Offene Ohren e.V. ist besonders stolz und erwartungsvoll, dieses wirklich außergewöhnliche Konzert präsentieren zu können; wahrscheinlich das Highlight des Jahres 2018:

Zwei musikalische Welten treffen hier aufeinander, die gleichwohl die Geisteshaltung radikaler Neuerung ihrer Musikwelten als Gemeinsamkeit mitbringen.

Der britische Pianist John Tilbury und der britische Schlagzeuger Eddie Prevost bilden den aktuellen Kern des epochemachenden Improvisationsensembles AMM.

AMM wurde bereits 1965 vom Saxofonisten Lou Gare, Gitarristen Keith Rowe sowie von Eddie Prevost gegründet. 1980 kam John Tilbury dazu. Die Musiker von AMM entwickelten eine Tonsprache und Spielhaltung, die sowohl die damaligen Möglichkeiten der Neuen Musik als auch des freien Jazz radikal überschritt.

Damit war die Gruppe für Improvisatoren der verschiedensten Musikgattungen, von der Rockmusik bis hin zur Klassik sowie für die Entstehung einer eigenständigen Freien Improvisation beispielgebend, ähnlich wie vielleicht sonst nur noch das gleichzeitig entstandenen Improvisationsensemble Musica Elettronica Viva (MEV) um Alvin Curran, Frederic Rzewski und Richard Teitelbaum.

AMM versteht sich immer als Kollektiv. Wenn auch die individuellen Stimmen für den Prozess der interaktiven Klangerzeugung wichtig sind, bleibt das Ergebnis grundsätzlich auf Kollektivimprovisationen und nicht auf eine Folge solistischer Beiträge ausgerichtet.

Der US-amerikanische Jazzsaxofonist und Klarinettist Ken Vandermark fügt sich einerseits in diese grundsätzliche Ideenwelt ein, anderseite erweitert er das musikalische Geschehen wesentlich aufgrund seiner multistilistischen Interessen und Offenheit für neue Klänge und Aufbrechen bestehender musikalischen Konventionen.

Die Liste der Jazzmusikern, mit denen er Platten aufgenommen hat, ist lang, dazu gehören etwa Hal Russell, Paul Lytton, Joe Morris, Peter Brötzmann und Paul Lovens. Er hat auch zahllose eigene Formationen geleitet, wie zum Beispiel Free Fall, Free Music Ensemble, Territory Band (großes Orchester mit wechselnden Besetzungen), Rara Avis und - vielleicht am bekanntesten - die Vandermark 5.

Als Soundbeispiel des Trios finden Sie ein Video auf YouTube: Eddie Prévost / John Tilbury / Ken Vandermark Trio live im Kunstmuseum Manggha in Krakau, 11. November 2017.

Veranstaltungsort: Black Box im Gasteig
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Kartenverkauf: Abendkasse und Kartenvorverkauf bei München Ticket GmbH

Freitag, 13. Juli 2018, 20 Uhr

Subsonicspace 2018
MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Olaf Rupp - Ulrike Brand Duo

Rupp - Brand Duo

Ulrike Brand, Cello / DE
Olaf Rupp, Gitarre / DE
Foto: © Paetrick Schmidt

Aus dem spezifischen Zusammenklang von Cello und Elektrogitarre entspringt die eigene Poetik des Berliner Duos von Ulrike Brand und Olaf Rupp.

Cello und Elektrogitarre weisen zum Verwechseln ähnliche Klangfarben und Spieltechniken auf - trotz ihrer unterschiedlichen semantischen Felder, das Cello als ein akustisches Instrument mit einem romantischen Klangideal und die E-Gitarre als Synonym für Rockmusik.

So wie das Streichen mit dem Bogen und das Pizzicato-Spiel austauschbar sind, sind es auch Obertonklänge, Arpeggien, Cluster, zahlreiche Verfremdungseffekte und Geräusche; essentielle Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit einer differenzierten Laustärkenmodulation auf der Elektrogitarre.
Das Resultat ist eine stilistische Ungebundenheit bei freiem assoziativem „Spiel“ mit Ähnlichkeit und Rollentausch, Erinnerung und Vorwegnahme. Im Duo potenzieren sich diese Vorgänge durch den kontinuierlichen Input der Klänge des Anderen die zu Klängen des Eigenen werden, welche wiederum auf das Andere einwirken - den Kommunikationsfluss wechselseitig gestaltend.

Die Cellistin Ulrike Brand bringt aus jahrzehntelanger Erfahrung mit der Interpretation zeitgenössischer Musik das gesamte Spektrum der dort verwendeten Spieletechniken ein. In ihrem Spiel sind Klang und Geräusch gleichwertige akustische Elemente, Tonhöhe wird als Kontinuum aufgefasst und der gesamte Korpus des Instruments als Allover bespielt, wodurch das gestische Element des Spiels betont wird.

Der Gitarrist Olaf Rupp erforscht auf seinem Instrument mit kompromissloser Radikalität die Räume der freien Improvisation. Seine äußerst virtuosen selbstentwickelten Spieltechniken sind das Ergebnis einer individuellen künstlerischen Disziplin, die fern aller Vorgaben und Konventionen die klanglichen Grenzen des Instruments kontinuierlich erweitert. In seiner subtilen pointillistischen Klangwelt erscheint der Einzelton als Farbpunkt innerhalb einer übergeordneten Matrix.

Musikbeispiele gibt es auf Soundcloud sowie YouTube.

Veranstaltungsort: MUG - Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

Offene Ohren e.V. erhält Bundesmusikpreis Applaus 2017
für sein herausragendes Livemusikprogramm

Im Herbst 2017 prämierte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, zum fünften Mal herausragende Programme von unabhängigen Musikclubs und Veranstaltungsreihen mit dem Bundespreis APPLAUS. Offene Ohren e.V. ist dabei!

Für sein "herausragendes Liveprogramm" wurde unser Verein zum dritten Mal nach 2014 und 2016 mit einem Preis geehrt, was uns außerordentlich freut und uns anspornt, engagiert weiterzumachen. Mit dem Preisgeld werden wir auch 2018 spannende Konzerterlebnisse für Sie anbieten.

.Logo Applaus

Der Programmpreis APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten wird realisiert von der Initiative Musik, mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Als beratende Fachpartner wirken die Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) und die LiveMusikKommission, Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (LiveKomm), mit.

Logo Kulturreferat LH München

Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

 

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zuletzt aktualisiert am 22.04.18