Offene Ohren e.V. präsentiert Improvisationsmusik in München

Freitag, 31. Mai 2019, 20 Uhr

KIM im Einstein Kultur

Capece - Dafeldecker DUO

Capece - Dafeldecker DUO

Lucio Capece, Bassklarinette / AR
Werner Dafeldecker, Kontrabass / AT
Foto links: © Kazimierz Ździebło

Lucio Capece und Werner Dafeldecker erkunden die Obertonwelt der beiden Instrumente im Rahmen von repetitiven Improvisationsmustern.
Symmetrie, Wiederholung und die daraus resultierenden Strukturen sowie deren Erscheinungsformen sind Themen des im Jahr 2010 gegründeten Duos.

Minimale, oftmals kaum merkliche Transformationen des solitären Materials durch subtile klangliche Veränderungen beleuchten die monolithische Gestalt der akustischen Stücke. Die Momente der Materialwechsel sind nicht genau eingrenzbar und erscheinen flüchtig.

Werner Dafeldecker ist ein österreichischer Improvisationsmusiker (Gitarre, Kontrabass, Elektronik) und Komponist. Werner Dafeldecker studierte am Wiener Konservatorium Kontrabass. Heute lebt er in Berlin und ist auf den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, den Salzburger Festspielen, beim Steirischen Herbst Graz, dem Total Music Meeting und den Berliner Festspielen ebenso aufgetreten wie bei Festivals in Nordamerika, Frankreich und Australien.

Der Argentinier Lucio Capece lebt seit 2004 in Berlin. Zu seinen Installationen gehören Geräusche und Tonhöhen, um die Aufmerksamkeit auf den umgebenden Raum und das Wahrnehmungserlebnis zu lenken. In Gruppen spielt Capece elektroakustisch improvisierte Musik mit Instrumenten der Wahl, darunter das Sopransaxophon, die Bassklarinette und die Shruti Box.

In seinen jüngeren Jahren in Buenos Aires wurde Capece klassisch in Gitarre und Jazz ausgebildet. Später kam er dazu, Schilfinstrumente zu bevorzugen und mit Gruppen wie Avion Negro und Casual zu komponieren. Zu seinen unkonventionellen Solowerkzeugen zählen Heliumballons, Pendel, Synthesizer / Rauschgeneratoren und Ultraviolettlichter.

Wie in seinen Interviews verkündet, konzeptualisiert Capece den Klang als „ein lebendiges Wesen“, und seine Arbeit neigt dazu, die Stadien seiner Schwingungsproduktion, die räumliche Reise und die Wahrnehmung zu erforschen.
Der Forschungsgeist von Capece hat zu längerfristigen Projekten geführt: Zusammenarbeit mit Mika Vainio bei der Veröffentlichung von Trahnie vor Editions Mego und einer Solo-CD des Labels Potlatch mit dem Namen Zero plus Zero, die seit vier Jahren produziert wurde. Er hat mit Künstlern wie Radu Malfatti, Toshimaru Nakamura, Axel Dörner, Kevin Drumm, Rhodri Davies, Julia Eckhardt, Phill Niblock und Pauline Oliveros sowie mit dem Q-O2-Ensemble zusammen mit internationalen Festivals wie Todays Art ( Den Haag), Dis-Patch (Belgrad), Experimenta (Buenos Aires), Alle Ohren (Oslo, Norwegen) und mehr.

Veranstaltungsort: KIM im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Freitag, 07. Juni 2019, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Double SOLO Improvisations

Jordina Millà – „Males Herbes“

Jordina Millà

Jordina Millà, Piano
Foto: © Roberto Domínguez

Die katalanische Pianistin Jordina Millà verkörpert die nächste Generation des Pianospiels nach Agustí Fernández, der sie entdeckte und förderte.

An der Codarts University of Arts in Rotterdam sowie an der Ecole Normale de Paris absolvierte sie eine klassische Pianistenausbildung. Heute sind freie improvisierte sowie zeitgenössische Musik ihre Hauptinteressen. Außerdem arbeitet sie in interdisziplinären Projekten mit Tänzerinnen wie Teresa Santos, Sónia Sànchez und Iris Heitzinger. Jordina Millà ist Mitglied von Improject, Col·lectiu Free't und Trio Stalzim.

Anfang 2018 erschien ihr erstes Soloalbum „Males herbes“. Über diese CD schreibt Agustí Fernández:

"Ein Debütalbum ist immer eine offene Tür, ein neuer Weg zum Verständnis und Erleben von Musik, der bis dahin noch nicht existiert hat. [...]
Im Verlauf der einzelnen Tracks, bei denen alle erdenklichen Register des Pianospiels gezogen werden, finden wir extreme Konzentration, fokussiertes Hören (intern wie extern), und eine, wenn man so will, spezifisch weibliche Konsequenz der Herangehensweise.

Die Ruhe vor dem Sturm ist zu spüren - hier bahnt sich jemand kompromisslos seinen musikalischen Weg, immer jedoch in der Balance zwischen Überschwang und Stillstand. Intensität und Sanftheit schließen sich nicht aus – diese CD ist der Beweis dafür. [...] Unter Jordinas Händen erwacht das Piano zum Leben!!"

Andreas Willers – „Drowning Migrant“

Andreas Willers

Andreas Willers, Gitarre
Foto: © Heinrich Brinkmöller-Becker

Andreas Willers gilt als Ausnahmegitarrist. Sein stilistischer Background ist enorm, die technischen und klanglichen Möglichkeiten, die von sicherem Formgefühl und emotionaler Kraft getragen sind, sind sehr breit.

Er arbeitete mit internationalen Größen zusammen, wie Paul Bley, Urs Leimgruber, Alvin Curran und mit vielen Größen der Berliner Szene wie Johannes Bauer, Axel Dörner und Achim Kaufmann. Als Komponist und Interpret ist er in verschiedenen Bereichen – auch des Jazz und der Neuen Musik – aktiv.

Bei der Solo Performance „Drowning Migrant“ bezieht sich Andreas Willers auf das Material seiner gleichnamigen CD, die 2009 auf dem englischen Label Leo Records erschien. Hier verbindet sich Willers' direkter, an die Frühzeit der E-Gitarre orientierter Ton mit abstrahierend eingesetzter Elektronik zu einer einzigartigen meta-stilistischen Musik.

Ein Bezug zur Flüchtlingspolitik in Europa ist nicht unbeabsichtigt und hat seit dem Erscheinen der CD nichts an Aktualität eingebüßt:

Einige Jahre vor der aktuell allgegenwärtigen Debatte ließ mich der Gedanke an ertrinkende Flüchtende einen hochartifiziellen, dabei aber nicht-destruktiven E-Gitarrenklang assoziieren, den ich mit extremen zeitverschiebenden Digitaleffektalgorithmen (hauptsächlich Hall und parallele Delays) umzusetzen versuchte. Diesen von mir nach Terry Riley ‘Time Lag Accumulator 21’ benannten Aufbau habe ich später für Konzerte verkleinern können, er soll die beklemmende Erkenntnis vermitteln, dass schlichte Ignoranz uns nicht zu Unschuldigen machen kann.

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Samstag, 15. Juni 2019, 20 Uhr

MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur

Herr Borelgrip

Herr Borelgrip

Pierre Borel, Saxofon / FR
Joel Grip, Kontrabass / SE

Herr Borelgrip macht seit 2010 eine Vielzahl europäischer Improvisationsbühnen unsicher. Sowohl der Schwede Joel Grip als auch der Franzose Pierre Borel sind improvisatorische Performer ersten Ranges.

Ihre Musik durchlebt ständigen Wandel und permanente Entwicklung. Simultan geschieht Anfang und Ende. Bricht ab und danach aus. Interagierende Intuition. Intensive Beobachtung hörbarer Fokus und zerstreuende Stille, die ihr Ziel vorerst offen lässt. Sie schlägt Dir in die Magengrube und heilt im gleichen Moment Deine Wunden. Sie nimmt alles unter Beschau und bricht erneut aus. Sie bewegt sich weiter bis zu einem bestimmten Moment, hält an und beginnt von Neuem, sich zu entfalten. Überraschend, da man nicht weiß, von woher.

Joel Grip ist seit 2003 einer der Hauptorganisatoren des experimentellen Kunstfestivals Hagenfesten im schwedischen Dala-Floda. Er ist Gründer von Umlaut Records. 2014 gründete er außerdem als Filmemacher-Kollektiv die Produktionsfirma Umlicht.

Pierre Borel lebt seit 2006 in Berlin. 2008 absolvierte er einen Master-Abschluss in Jazz am Jazz-Institut in Berlin und hinterfragt Musik und Leben während seines Philosophiestudiums in Paris.

Zusammen mit Florian Bergmann und Hannes Lingens leitet er das Kollektiv Umlaut Berlin, das in den letzten Jahren zahlreiche Platten veröffentlicht und drei Festivals für improvisierte Musik organisiert hat.

Als aktive Mitglieder des Umlaut Records Kollektivs Berlin werden ihre künstlerischen Ausdrucksformen fokussiert und verstärkt. Sie nutzen die Struktur des in Eigenorganisation arbeitenden Künstlerkollektivs, um auch ihre Arbeit als Solokünstler und Bandmitglieder u.a. bei Peeping Tom, Obliq, SNUS, Pierre Borel Septet zu erweitern. Auf ihrem bisherigen Schaffensweg trafen sie auf rennommierte improvisierende Musiker wie Axel Dörner, Evan Parker, Alan Silva, Burckard Beins, Raymond Strid.

Veranstaltungsort: MUG – Münchner Untergrund im Einstein Kultur
Eintritt: 15 Euro, Mitglieder Offene Ohren e.V. 12 Euro

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Logo Kulturreferat LH München

Das Programm des Offene Ohren e.V. wird gefördert vom Kulturreferat der LH München. Ein herzliches Dankeschön vom Veranstalter, den Musikern und dem Publikum!

 

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zuletzt aktualisiert am 11.05.19